„Das war vor 40 Jahren schon so“
Matthäus hebt U21-Vorzüge hervor, die der A-Nationalmannschaft fehlen
Matthäus analysiert Unterschiede zwischen U21- und A-Nationalmannschaft und identifiziert Verbesserungspotenzial bei Nagelsmanns Team.
München – Der deutsche Fußball steht derzeit vor großen Herausforderungen. Matthias Sammer kritisierte jüngst gegenüber dem kicker die Identitätskrise des deutschen Fußballs und bemängelte, dass man die traditionellen Stärken vernachlässigt habe. Lothar Matthäus hingegen sieht in seiner Sky-Kolumne Licht am Ende des Tunnels – insbesondere durch die Leistungen der deutschen U21-Nationalmannschaft.
Matthäus sieht bei der U21 die Mentalität, die er bei der A-Nationalmannschaft zuletzt vermisste
Matthäus hebt die U21 als positives Beispiel hervor. Diese habe bei der U21-Europameisterschaft in der Slowakei das Finale erreicht und dort nur knapp gegen England verloren. „Im deutschen Fußball ist man immer über die Mentalität gekommen“, betont Matthäus. „Das war vor 40 Jahren schon so und das haben wir zuletzt auch bei der U21-Nationalmannschaft gesehen“, führt er fort und lobt den unerschütterlichen Glauben der Junioren an sich selbst. Diese Mentalität sei es, die der A-Nationalmannschaft aktuell fehle.
Für Matthäus ist die U21 ein Hoffnungsträger. Die Mannschaft habe gezeigt, dass sie auch in schwierigen Situationen zurückkommen könne, anders als zuletzt das Team von Julian Nagelsmann bei den Niederlagen gegen Portugal und Frankreich in der Nations-League-Endrunde.
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Matthäus positiver gestimmt als Sammer
Sammer sieht die Probleme der A-Nationalmannschaft extremer als Matthäus: „Wir hatten Einzelspieler, die Genies waren; aber als Mannschaft waren wir eine Maschine. Heute sind wir noch maximal ein Maschinchen“, bringt er seine Kritik am DFB-Team auf den Punkt. „Was die Gesamtsituation des deutschen Fußballs betrifft, sehe ich es ein bisschen anders als Matthias Sammer“, entgegnet Matthäus und ergänzt: „Natürlich fehlt etwas, da hat Matthias recht, aber wir sind nicht weit von der Spitze entfernt“.
Obwohl Matthäus die A-Nationalmannschaft nicht so negativ bewertet wie Sammer, sieht er dennoch Handlungsbedarf. Die Schwächen müssten offen kommuniziert werden. „Julian Nagelsmann oder auch Rudi Völler können nicht nur alles schönreden“, meint Matthäus. Die Probleme in der Chancenverwertung und die mangelnde Ruhe beim Abschluss seien Themen, die angegangen werden müssten, um zu den absoluten Top-Teams aufzuschließen. (hbr)
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