Enttäuschende Klub-WM

Max Eberl muss beim FCB radikalen Umbruch wagen

Der FC Bayern muss seinen Kader umgestalten: Die Entwicklung bei Serge Gnabry zeigt mustergültig, warum ein konsequenter Umbruch alternativlos ist. Ein Kommentar.

München – Serge Gnabry hat sich gegen einen Abgang vom FC Bayern München entschieden!

Dies berichtete Sky vor wenigen Wochen. Tage zuvor gab es einen kicker-Bericht, laut dem Sportvorstand Max Eberl dem 29-Jährigen mitgeteilt haben soll, er sei ein Jahr vor Ablauf seines Vertrages kein Verkaufskandidat.

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Serge Gnabry enttäuschte bei der Klub-Weltmeisterschaft

Ob sich an dieser Einschätzung nach dem Vierteflinal-Aus gegen Paris Saint-Germain (0:2) bei der Klub-Weltmeisterschaft etwas ändert? Gnabry agiert bei dem Turnier in den USA insgesamt wieder enttäuschend. Trotz ausreichend Einsatzzeit standen final null Treffer und eine Vorlage auf dessen Konto. In den wichtigen Partien tauchte der flexibel einsetzbare Offensivakteur ab.

Es ist ein schleichender Prozess bei Gnabry, der im Sommer 2020 beim Gewinn des Sextuples noch einer der Schlüsselspieler des FC Bayern war. In den vergangenen beiden Spielzeiten kamen in 64 Pflichtspielen nur noch auf zwölf Treffer und elf Vorlagen. Zum Vergleich: In den Jahren zuvor traf er in der Bundesliga alleine stets zweistellig.

Gnabry zeigt ein großes Problem auf, mit dem Eberl zu kämpfen hat. Der 51-fache Nationalspieler soll im Optimalfall auf ein Jahresgehalt von 19 Millionen Euro kommen können. Die Performance passt allerdings nicht mehr zu diesem Verdienst.

Doch welcher andere Klub zahlt dem Sorgenkind des FC Bayern annähernd eine solche Summe? Gnabrys Motivation, den Klub zu verlassen, sinkt so natürlich gegen Nullpunkt.

Bei Serge Gnabry braucht es jetzt eine klare Entscheidung

Braucht der FC Bayern den radikalen Schnitt?

Die Ereignisse der vergangenen Tage haben seine Position dann sogar noch gestärkt. Thomas Müllers Zeit bei den Münchnern ist vorbei, Jamal Musiala verletzte sich schwer. Also doch weiter mit Gnabry, der theoretisch alle Positionen in der Offensive bekleiden kann? Und der streckenweise auch immer wieder sein Können aufblitzen lässt?

Spätestens die Klub-WM hat aufgezeigt, dass es einen radikalen Schnitt braucht und Eberl Eier zeigen muss. In der jetzigen Form hat Gnabry, der sich die PSG-Gala gegen Real Madrid (4:0) im Halbfinale live vor Ort im MetLife-Stadium neben Franck Ribéry angeschaut hatte, weder im Kader des FC Bayern noch der deutschen Nationalmannschaft einen Platz verdient.

Er hatte vor zwölf Monaten eine faire Chance erhalten, war zu Beginn auch Stammspieler, wurde dann aber zusehends schwächer. Auch, weil er immer wieder verletzt ausfiel. Doch zu einem Topspieler gehört auch eine Top-Physis.

Serge Gnabry enttäuscht – Max Eberl muss an Lösung basteln

Da sein Trainer Vincent Kompany zudem keinen Mut beweist, jüngeren Akteuren den Vortritt zu lassen, muss Eberl an anderen Lösungen basteln.

Traut sich der FC Bayern einen Cut zu? Kann der Druck auf Gnabry, sich einen neuen Klub zu suchen, erhöht werden? Die Münchner lechzen nach fünf Jahren ohne Gewinn der Champions League wieder nach dem Henkelpott. Dafür aber benötigt der Kader einen frischen Anstrich und klare Entscheidungen – auch bei Gnabry.

Rubriklistenbild: © Imago/Eibner

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