Um eine Erfahrung reicher

Happy End für FC-Bayern-Missverständnis Bryan Zaragoza

Der beim FC Bayern mit großen Hoffnungen verbundene Wintertransfer 2024 von Bryan Zaragoza stellte sich sehr schnell als bitteres Missverständnis heraus, das nun wohl ihr gutes Ende findet.

München / Vigo - Die Verpflichtung des spanischen Tempodribblers Bryan Zaragoza im Winter 2024 stellt sich mittlerweile definitiv als großes Missverständnis für den FC Bayern heraus. Der eigentlich erst für den darauffolgenden Sommer vorgesehene Transfer des damals 22-Jährigen wurde aufgrund von zahlreichen Verletzungen beim Rekordmeister um ein halbes Jahr vorgezogen. Seine FCB-Halbjahresbilanz war dann äußerst ernüchternd: Bei 15 möglichen Bundesligaspielen wurde er von FCB-Trainer Thomas Tuchel lediglich in sieben (171 Minuten) eingesetzt, stand dabei am 33. Spieltag beim 2:0-Sieg gegen den VfL Wolfsburg ein einziges Mal in der Startelf.

Nachdem Zaragoza bis dahin ohne einen einzigen Scorerpunkt geblieben war, gelang ihm gegen die Wölfe ein wunderschöner Treffer. Passend zu seiner Situation in München wurde dieser wegen einer Abseitsposition eines Mitspielers nach minutenlanger VAR-Überprüfung aberkannt. In den sechs CL-Playoff-Partien stand er jeweils im Kader, bekam aber keine einzige Spielminute.

Zaragoza nie in München angekommen

Tuchels damalige Hauptbegründung, Zaragoza sei speziell wegen „Sprachproblemen“ (noch) nicht integriert, stieß auf viel Unverständnis, sollte aber in der Nachbetrachtung ernst genommen werden. Apropos „Missverständnis“: Von der Zaragoza-Seite wurde im Frühjahr 2024 behauptet, der FCB-Coach würde den Spieler nicht einmal mit „Hallo“ (spanisch: „hola“) begrüßen, was medial so dargestellt wurde, dass Tuchel den Spanier komplett ignorieren würde. Der heutige England-Coach bestritt diesen Vorwurf stets, erklärte aber, dass er kein einziges Wort Spanisch sprechen würde, also nicht einmal „hola“.

Sieben Spieler im letzten Vertragsjahr – Die Laufzeiten der Stars des FC Bayern

Torhüter Manuel Neuer hat hingegen noch einen gültigen Vertrag bis zum 30.06.2026.
Genau wie Nationalspieler Leon Goretzka. Dieser galt in der vergangenen Saison als möglicher Abschiedskandidat beim FCB, kämpfte sich jedoch zurück und war in der Meistersaison ein wichtiger Faktor.
Serge Gnabry hat ebenfalls einen gültigen Vertrag bis zum 30.06.2026. Der Flügelspieler lief in der abgelaufenen Saison jedoch seinen eigenen Erwartungen hinterher. (7 Tore, 8 Vorlagen)
Der flexibel einsetzbare Raphaël Guerreiro hat beim FC Bayern noch einen Vertrag bis zum 30.06.2026.
Sieben Spieler im letzten Vertragsjahr – Die Laufzeiten der Stars des FC Bayern

Nach einem völlig missratenen ersten Halbjahr an der Säbener Straße zeigte sich Zaragoza mit zahlreichen Trainingsposts in der Urlaubspause hochmotiviert für die kommende Saison unter dem neuen Coach Vincent Kompany. Dieses Gefühl verschwand aber mit dem Trainingsstart sehr rasch: Zaragoza wirkte extrem verunsichert, selbst im Testspiel gegen den unterklassigen Amateurgegner Rottach-Egern auf fast schon erschreckende Weise.

Osasuna-Leihe: Guter Start, mäßige Gesamtbilanz

Nach einem Gespräch mit den FCB-Verantwortlichen wurde gemeinschaftlich beschlossen, dass der nur 1,64-Meter-kleine Dribbler ein Jahr in sein Heimatland ausgeliehen werden sollte, um dort Selbstvertrauen zu tanken und sich für die hohen Ansprüche beim FC Bayern zu qualifizieren. So ging Zaragoza für eine Saison zum LaLiga-Verein CA Osasuna im baskischen Pamplona.

Dort lief es zunächst vorzüglich, Ende September überragte er beim 4:2 gegen den späteren Meister FC Barcelona mit einem herausragenden Tor und einem Assist. Anfang Dezember dann der Rückschlag: Zwei Monate Pause wegen eines Mittelfußbruchs. Danach performte er nicht mehr auf dem anfänglichen Niveau, fiel im Frühjahr noch einmal wegen einer Muskelverletzung für einen Monat aus. Die Saisonbilanz letztendlich mäßig: Ein Tor, sechs Torvorlagen in 27 (von 38 möglichen) Liga-Partien. Definitiv keine Bewerbung für eine europäische Topmannschaft.

Zaragoza kehrt nicht mehr nach München zurück

So ist es auch wenig verwunderlich, dass weder der FC Bayern noch der Spieler eine Rückkehr an die Säbener Straße ins Auge gefasst haben, obwohl gerade auf seiner Position (Linksaußen) nach dem Abgang von Leroy Sané akuter Handlungsbedarf bestand. So verlässt Zaragoza den deutschen Rekordmeister nun bereits zum zweiten Mal auf Leihbasis. Nachdem bereits am Samstag durchgesickert war, dass es für ihn erneut in seine Heimat nach Spanien geht, ist jetzt klar, zu welchem Verein: La Voz de Galicia (Die Stimme Galiciens) berichtet, dass Celta Vigo den Zuschlag erhält.

Demnach wird sich Zaragoza dem La-Liga-Klub für ein Jahr per Leihe anschließen und kann durch eine Kaufoption im Anschluss fest nach Vigo wechseln. Schon in den kommenden Tagen soll der Deal finalisiert werden. Auch sein vorheriger Leihklub CA Osasuna hatte Interesse an einer erneuten Leihe signalisiert, doch anders als der Tabellenneunte der vergangenen Saison ist Celta Vigo in der kommenden Spielzeit in der Europa League vertreten. Das dürfte für Zaragoza einer der Hauptaspekte gewesen sein, warum er nicht erneut nach Osasuna gewechselt ist.

Bryan Zaragoza im LaLiga-Spiel Betis Sevilla gegen CA. Osasuna.

2026 wohl endgültige Rückkehr Zaragozas in sein Heimatland

Ein fixer Transfer zurück in sein Heimatland Spanien gilt für 2026 als sehr wahrscheinlich. Denn trotz Vertrags bis 2029 dürfte Zaragoza keine Zukunft beim FC Bayern haben. Dabei galt sein Transfer nach München als hoffnungsvolle langfristige Investition, für die der FCB insgesamt 17 Millionen Euro ausgegeben hat: 13 Millionen Euro Ablöse plus vier Millionen Euro an Leihgebühr flossen in die Kassen des FC Granada.

Inzwischen kann klar konstatiert werden, dass die Verpflichtung ein ziemliches Missverständnis war, wohl vor allem aufgrund einer Fehleinschätzung des Spielers. Der scheint tatsächlich im anderssprachigen Ausland zu „fremdeln“ und fühlt sich wohl ausschließlich in Spanien wohl, was auch die strikte Absage an José Mourinhos Fenerbahçe Istanbul dokumentiert. Beim FC Bayern kommt aktuell noch dazu, dass Kompany auf ganz andere, wesentlich robustere Spielertypen setzt. Leroy Sané war so einer, der designierte Neuzugang Luis Díaz ebenfalls.

Dieser Artikel entstand in einer Content-Partnerschaft mit fcbayerntotal.com

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Ohne großen Schaden: Spieler und Verein um eine Erfahrung reicher

Die dauerhafte Rückkehr nach España dürfte für Zaragoza eine Erlösung sein. Auch der FC Bayern sollte beim festen Abgang 2026 letztendlich keinen zu großen finanziellen Verlust erleiden. Der Marktwert des 23-Jährigen ist seit seiner Verpflichtung vor anderthalb Jahren fix bei 12 Millionen Euro geblieben, die muss Celta Vigo wohl auch berappen.

Eine Verpflichtung des sensiblen kleinen Spaniers hätte vielleicht Mitte des letzten Jahrzehnts für beide Seiten eine Erfolgsstory werden können. Da spielten mit Thiago, Javi Martínez, Xabi Alonso und Juan Bernat einige Landsleute in München, ergänzt durch spanisch-sprachige Südamerikaner. Die Zeiten haben sich geändert.

Rubriklistenbild: © IMAGO/Antonio Pozo / PRESSINPHOTO

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