Nagelsmann legt sich fest

Kehrtwende beim DFB-Team: Nagelsmann beordert Bayern-Star zurück ins Mittelfeld

Joshua Kimmich soll bei der deutschen Nationalmannschaft wieder auf seine angestammte Position im zentralen Mittelfeld zurückkehren. Das kündigte Bundestrainer Julian Nagelsmann nun gegenüber Sky Sport an – und erklärt damit eine klare Richtungsentscheidung für die kommenden Monate.

München – „Stand jetzt kehrt er auf die Sechs zurück“, so der Bundestrainer über den Bayern-Star. Die Entscheidung sei vor allem aus praktischen Gründen gefallen, wie Nagelsmann erläutert: „Er ist einfach einer von zwei, drei Spielern, der in seinem Klub da immer spielen wird. Allein schon aufgrund der Kürze der Zeit, die wir noch bis zur WM haben, haben wir einfach nicht die Optionen, zu viel zu gambeln.“

Karl war der Letzte: Diese deutschen Nationalspieler feierten ihr Debüt unter Julian Nagelsmann

Chris Führich feierte am 14. Oktober 2023 beim 3:1-Sieg gegen die USA sein Debüt für die Nationalmannschaft. Als dynamischer Flügelspieler des VfB Stuttgart überzeugte er mit Tempo und Technik. Seitdem durfte er öfters für den DFB auflaufen und wurde für die UEFA Euro 2024 nominiert.
Am 18. Oktober 2023 kam Kevin Behrens beim 2:2 gegen Mexiko zu seinem ersten Länderspieleinsatz. Damals noch bei Union Berlin unter Vertrag, wechselte er Anfang 2024 zum VfL Wolfsburg. Seitdem wurde er nicht mehr nominiert.
Marvin Ducksch debütierte am 18. November 2023 gegen die Türkei. Als torgefährlicher Angreifer von Werder Bremen wurde er in zwei Länderspielen eingesetzt. Trotz starker Leistungen im Verein blieb es bislang bei diesen Einsätzen.
Beim 0:2 gegen Österreich am 21. November 2023 feierte Robert Andrich sein Debüt für die Nationalmannschaft. Mit konstanten Leistungen bei Bayer Leverkusen etablierte er sich schnell im DFB-Kader und wurde für die EM 2024 nominiert.
Karl war der Letzte: Diese deutschen Nationalspieler feierten ihr Debüt unter Julian Nagelsmann

In den letzten Länderspielen – sowohl bei der Europameisterschaft im eigenen Land als auch in der Nations League – war Kimmich als Rechtsverteidiger zum Einsatz gekommen. Auch beim FC Bayern gab es in der Vergangenheit Diskussionen um seine beste Position. Aktuell setzt Trainer Vincent Kompany den 29-Jährigen im Zentrum ein – ein Umstand, den Nagelsmann jetzt auch auf das DFB-Team überträgt.

Zentrales Mittelfeld als Baustelle

Der Bundestrainer kündigte im Zuge der Positionsentscheidung weitere taktische Anpassungen an: „Wenn man sich unseren Kader ansieht und gerade unsere Sechserposition sieht: Stand jetzt haben wir nur zwei Spieler, die in ihren Klubs auch Stammspieler sind. Da werden wir ein bisschen was anpassen müssen, um unser zentrales Pärchen – das Herzstück einer jeden Mannschaft – frühzeitig zu finden.“

Joshua Kimmich (l.) soll wieder auf seine gewohnte Position im zentralen Mittelfeld spielen.

Nagelsmann will in der Vorbereitung auf die WM 2026 in den USA, Kanada und Mexiko schnell Klarheit schaffen. Kimmich soll dabei als strategischer Fixpunkt agieren – und helfen, das Mittelfeld neu zu strukturieren.

Rechtsverteidiger? Nur im Notfall wieder Kimmich

Gleichzeitig ließ sich Nagelsmann in der Kimmich-Frage aber eine Hintertür offen. Sollte sich kein geeigneter Rechtsverteidiger herauskristallisieren, könnte der Münchner erneut hinten aushelfen: „Sollten die angedachten Rechtsverteidiger-Kandidaten auf ganzer Linie versagen, dann kann es anders werden. Josh hat als Rechtsverteidiger überragende Werte, auch einen super Einfluss auf unser Spiel.“

Doch genau hier liegt das Problem: Die Auswahl an potenziellen Rechtsverteidigern ist derzeit überschaubar. Benjamin Henrichs fällt nach seinem Achillessehnenriss langfristig aus, während U21-Spieler Nnamdi Collins bei Eintracht Frankfurt zwar Spielpraxis sammelt, aber noch keine konstante Lösung darstellt. (Dieser Artikel entstand in Kooperation mit FCBinside.de)

Rubriklistenbild: © IMAGO/Markus Ulmer

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