Schon sechs Saisontore

„Momentum-Spieler“ schon bald auf dem Weg zu Nagelsmann?

Aktuell schwebt der FSV Mainz 05 auf Wolke sieben. Der Erfolg trägt auch den Namen von Paul Nebel. Hat Julian Nagelsmann ein Auge auf ihn geworfen?

Mainz – Die Nations-League-Duelle gegen Italien im März (20. und 23.3.) rücken immer näher. Wird es wieder Überraschungen bei der Nominierung von Bundestrainer Julian Nagelsmann geben? Möglicherweise richtet sich sein Blick zu einem Senkrechtstarter des FSV Mainz 05.

Als Paul Nebel im vergangenen Sommer nach zwei Jahren Leihe vom Karlsruher SC zu den Rheinhessen zurückkehrte, hatte Trainer Bo Henriksen zunächst keine Verwendung für das Eigengewächs. Es dauerte bis zum achten Spieltag gegen Borussia Mönchengladbach (1:1), bis der zuvor nur als Joker benötigte 22-Jährige erstmals von Beginn an mitwirken durfte. Nebel setzte mit seiner Vorlage sofort einen Akzent.

Nebel ist seit Monaten nicht mehr aus der ersten Mainz-Elf wegzudenken

Seitdem ist Nebel nicht mehr aus der ersten Elf wegzudenken. Beim 2:0-Erfolg gegen den FC St. Pauli machte der Senkrechtstarter der 05er tief in der Nachspielzeit den Deckel endgültig drauf auf diese Partie. Es war bereits Saisontor Nummer sechs, hinzu kommen drei Assists. Still und heimlich hat er sich – im Einklang mit dem gesamten Verein – nach vorne entwickelt.

Paul Nebel (links) hat derzeit viel Grund zur Freude.

„Er gibt uns gerade super, super viel und ist ein Spieler, auf den man sich voll verlassen kann“, sagte Jonathan Burkardt bereits im November nach Nebels erstem Bundesligatreffer gegen Borussia Dortmund (3:1). Nebel schreibt an einem persönlichen Märchen, wie es im Vorjahr unter anderem die VfB-Profis Maximilian Mittelstädt, Deniz Undav, Waldemar Anton und Chris Führich erlebten.

Das Quartett stand sinnbildlich für den Weg, den Nagelsmann im Frühjahr vor Beginn der Europameisterschaft 2024 eingeschlagen hatte. Der Bundestrainer entwickelte ein ganz feines Gespür für das „Momentum“. Wer sich zum richtigen Zeitpunkt in guter Form befand, hatte plötzlich – unabhängig von Klub und Name – Chancen auf das DFB-Ticket.

Nimmt Nagelsmann Nebel bald mit zum DFB-Team?

Gilt dies auch für Nebel? Nagelsmann könnte damit auch einem drohenden Abgang den Riegel vorschieben. Nebel verriet im Dezember: „Mein Vater ist Deutscher, meine Mutter hat auch irische Wurzeln. Meine Oma ist Irin, die Großeltern haben auch in Irland ein Haus und wir haben dort noch viel Verwandtschaft. Als Kind war ich oft dort, von daher ist Irland schon meine zweite Heimat.“

Die Zukunft der DFB-Elf: Wer folgt auf Kroos, Müller und Neuer?

Noah Atubolu (Jahrgang: 2002), Tor: Die Nummer eins des SC Freiburg überzeugt im jungen Alter Woche für Woche in der Bundesliga. Durch die Europapokal-Spiele mit den Breisgauern ist Atubolu zudem bereits international erfahren. In der deutschen U21 fängt er inzwischen regelmäßig. (DFB-Bilanz bisher: Kein A-Länderspiel.)
Diant Ramaj (Jahrgang: 2001), Tor: Ramaj gab sein Bundesliga-Debüt 2022 für Eintracht Frankfurt. Über Ajax Amsterdam kam er Anfang 2025 zu Borussia Dortmund, wo er irgendwann Stammtorhüter werden soll. (DFB-Bilanz bisher: Kein A-Länderspiel.)
Jonas Urbig (Jahrgang: 2003), Tor: Wird Jonas Urbig der neue Manuel Neuer? Auf Vereinsebene soll er das, wechselte im Januar 2025 zum FC Bayern. Auf lange Sicht könnte er sich mit Atubolu um das deutsche Tor streiten. (DFB-Bilanz bisher: Kein A-Länderspiel.)
Armel Bella-Kotchap (Jahrgang: 2001), Abwehr: Die Karriere des Überraschungs-Teilnehmers der WM 2022 ist auf Vereinsebene etwas ins Stocken geraten. Obwohl sein letzter Einsatz im DFB-Trikot aus dem Jahr 2022 datiert, ist mit dem Innenverteidiger mittel- bis langfristig in der Nationalmannschaft zu rechnen. (DFB-Bilanz bisher: Zwei A-Länderspiele, kein Tor.).
Die Zukunft der DFB-Elf: Wer folgt auf Kroos, Müller und Neuer?

Er stellte allerdings klar: „Ich bin hier aufgewachsen, habe bisher immer für Deutschland gespielt.“ Dies sollte aus Sicht des DFB auch in Zukunft so bleiben. Nebel könnte die U21 noch bei der im Sommer (11. bis 28. Juni) stattfindenden Europameisterschaft in der Slowakei zum Erfolg führen.

Spätestens dann aber könnte sich Nagelsmann intensiv damit beschäftigen, einen Raumdeuter wie Nebel für die Weltmeisterschaft 2026 aufzubauen. Er liefert die dafür nötigen Szenen – und würde mit großer Sicherheit seine Rolle als Herausforderer der Superstars Jamal Musiala und Florian Wirtz annehmen.

Rubriklistenbild: © IMAGO

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