Zoff eskaliert

Nach Hoeneß' Tassen-Attacke: Matthäus kontert mit scharfer Kritik

Nach kritischen Äußerungen von Bayern-Ehrenpräsident Uli Hoeneß nimmt nun Lothar Matthäus kein Blatt vor den Mund – und erwidert heftig.

München – Die Auseinandersetzung zwischen Rekordnationalspieler Lothar Matthäus und Bayern-Ehrenpräsident Uli Hoeneß geht in die nächste Runde. Auslöser war eine Aussage von Matthäus zur möglichen Ablösesumme für Stuttgarts Nick Woltemade – daraufhin folgte ein scharfer Seitenhieb von Hoeneß im Kicker: „Lothar Matthäus hat nicht alle Tassen im Schrank“. Matthäus lässt das nicht auf sich sitzen und reagierte nun im Gespräch mit Bild mit deutlichen Worten.

Matthäus kontert Hoeneß: „Er lebt in seiner eigenen Welt“

Matthäus gibt sich betont gelassen: „Ich bin die Beleidigungen von Uli Hoeneß gewohnt und nehme sie nicht mehr ernst. Das macht er seit 20, 25 Jahren.“ Der frühere Weltfußballer betont, dass Hoeneß nach wie vor in alten Denkmustern verharre und die Entwicklungen im modernen Fußball-Geschäft verkenne: „Uli Hoeneß lebt nach wie vor in seiner Welt und hat immer noch nicht verstanden, dass sich nicht nur der Fußball, sondern auch das Business weiterentwickelt hat.“

Der TV-Experte hatte zuvor erklärt, dass 60 Millionen Euro für einen Transfer von Nick Woltemade zu wenig seien – 80 bis 100 Millionen seien realistischer. Eine Meinung, die Hoeneß offensichtlich nicht teilte. Matthäus bleibt dennoch bei seiner Einschätzung: „Ich kenne den Markt, national wie international. Und ich halte diese Einschätzung nach wie vor für richtig.“

Sportler-Familie, Freundin und Kinder – Bayern-Abgang Leroy Sané privat

Die Zeit von Leroy Sané beim FC Bayern München ist vorbei. Der 29-Jährige Nationalspieler schließt sich ablösefrei Galatasaray Istanbul an.
Bei seiner Ankunft am Flughafen in Istanbul wurde Sané bereits von zahlreichen frenetischen Fans empfangen.
Mit seinem Wechsel in die Türkei sorgt der ohnehin nicht immer unumstrittene Sané für weiteren Diskussionsstoff. Doch wie sieht eigentlich das Privatleben des Flügelspielers aus?
Die Eltern von Leroy Sané sind Regina Weber und Souleymane Sané. Sie sind natürlich auch häufig als Gäste auf der Tribüne zu sehen und legten ihm das Sport-Talent wohl maßgeblich in die Wiege.
Sportler-Familie, Freundin und Kinder – Bayern-Abgang Leroy Sané privat

Matthäus verteidigt Woltemade-Aussagen

Zur Verteidigung seiner Zahlen bringt Matthäus weitere Beispiele: Er habe etwa bei Florian Wirtz bereits vor Monaten ein Transferpaket von 250 Millionen Euro prognostiziert – und behielt damit recht. Auch in Bezug auf Jamal Musiala zieht er einen Vergleich: „Für ihn würde Bayern ja noch viel mehr wollen als beispielsweise nun Wirtz gekostet hat. Da würden die Bayern 180 Millionen haben wollen. Warum darf dann Wirtz keine 150 Millionen oder Woltemade 80 bis 100 Millionen kosten?“

Zudem verweist er auf den hohen Marktwert von Spielern wie Jamie Bynoe-Gittens, der bei rund 60 Millionen Euro liegt, obwohl dieser keine überragende Saison gespielt hat und nicht für die Nationalmannschaft aufläuft.

Der Streit zwischen Lothar Matthäus und Uli Hoeneß geht in die nächste Runde.

Matthäus spricht auch Transfer-Fehler beim FC Bayern an

Für Matthäus liegt das eigentliche Problem beim FC Bayern: „Hoeneß sollte intern aufarbeiten: Wieso hat der FC Bayern mit seinen Scouts Woltemade nicht früher entdeckt?“ Stuttgart habe in Sachen Scouting und Spielerentwicklung schlicht besser gearbeitet. Als weiteren Kritikpunkt nennt Matthäus den Transfer von Joao Palhinha für rund 50 Millionen Euro, der bislang nur eine Nebenrolle spielt. „Das sind die Probleme, die Hoeneß bekämpfen sollte“, so Matthäus.

Ein rechtliches Nachspiel der Hoeneß-Aussage schließt Matthäus trotz der persönlichen Beleidigung aus: „Das bringt mir nichts, das bringt dem FC Bayern nichts und würde weitere Schlagzeilen produzieren.“ (BenHot)

Rubriklistenbild: © IMAGO/Marco Steinbrenner/DeFodi Images

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