Nach WM-Aus
„Schmallippig“ und „dünnhäutig“: Nagelsmann wegen TV-Interview in der Kritik
Nach dem WM-Aus gegen Paraguay wurde nicht nur die Leistung der DFB-Elf diskutiert. Auch Julian Nagelsmanns TV-Auftritt spaltete die Expertenmeinungen.
Nicht nur das frühe WM-Aus der deutschen Nationalmannschaft gegen Paraguay wurde nach dem Abpfiff intensiv diskutiert. Auch Bundestrainer Julian Nagelsmann rückte mit seinem Verhalten im Fernsehen in den Fokus. Sein Auftritt am ZDF-Mikro unmittelbar nach dem verlorenen Elfmeterschießen wurde von den Experten im Studio unterschiedlich bewertet.
Vor allem die knappen und teilweise schroffen Antworten des Bundestrainers fielen auf. Moderatorin Katrin Müller-Hohenstein bezeichnete Nagelsmanns Auftreten im Anschluss als „ein bisschen schmallippig“. TV-Expertin Fritzy Kromp ging noch einen Schritt weiter und sprach von einem „dünnhäutigen“ Eindruck. Im Vergleich zu den Interviews mit den Nationalspielern habe sie dort eine andere Haltung wahrgenommen.
Nagelsmann-Auftritt im ZDF überraschte
„Da siehst du halt schon, dass wirklich eine Betroffenheit da ist, dass sie demütig sind. Dass es ihnen auch total leidtut“, sagte Kromp. Auch Weltmeister Christoph Kramer griff den Aspekt der Demut auf. „Ich will es dem Bundestrainer gar nicht unterstellen, dass er es nicht gezeigt hat, aber generell freue ich mich immer über eine Portion Demut. Nicht nur bei einer Niederlage, auch im Erfolgsfall“, erklärte der TV-Experte.
Gleichzeitig zeigte Kramer Verständnis für die Situation unmittelbar nach dem Ausscheiden und bezeichnete das Interview als „schwierige Situation“. Ex-Nationalspieler Per Mertesacker zog aus Nagelsmanns Auftreten ebenfalls seine Schlüsse. „Das zeigt, dass wir verdient ausgeschieden sind, finde ich.“
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Rückendeckung erhielt Nagelsmann dagegen immerhin von Christian Streich. Der langjährige Bundesliga-Trainer konnte die Reaktion des Bundestrainers nachvollziehen und erklärte, er selbst wäre nach einer solchen Niederlage wohl noch verschlossener gewesen. „Nach so einem Spiel wäre ich noch schmallippiger und noch dünnhäutiger gewesen“, sagte Streich.
Für einen Trainer sei die Enttäuschung nach einem solchen Aus besonders groß, weil man vor allem mit sich selbst hadere. „Wenn du dann gefragt wirst, dann hätte ich noch weniger gesagt“, ergänzte der 61-Jährige. Während die sportliche Aufarbeitung des erneuten frühen WM-Aus noch bevorsteht, zeigt die Debatte um Nagelsmanns Fernsehauftritt, wie genau nach einem Turnierende auch das Auftreten der Verantwortlichen beobachtet wird. (LF)
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