Ausnahmespieler mit unterschiedlichen Standings
Nagelsmanns Plädoyers für die WM-Teilnehmer Musiala und Sané
Neben der WM-Nominierung von Manuel Neuer gehören auch die seines FCB-Teamkollegen Jamal Musiala und seines Ex-Kollegen Leroy Sané zu den viel diskutierten Themen.
Das heißeste Thema auf der Pressekonferenz zur offiziellen Bekanntgabe des deutschen WM-Kaders in Frankfurt war natürlich das sensationelle Comeback von Manuel Neuer als Nummer 1 im Tor der DFB-Elf. Aber auch die „WM-Tauglichkeit“ anderer Spieler wurde zuletzt heiß diskutiert – aus unterschiedlichen Gründen und unterschiedlich heftig. Zu diesen nun nominierten Nationalspielern zählen der FCB-Edeltechniker Jamal Musiala und Tempodribbler Leroy Sané, der vor einem Jahr vom deutschen Rekordmeister zu Galatasaray Istanbul gewechselt war.
Bei Musiala, der sich nur sehr langsam nach seiner schweren Unterschenkelverletzung, die er bei der Klub-WM Anfang Juli 2025 gegen PSG erlitten hatte, in der Saison zurückgekämpft hatte, machte Bundestrainer Julian Nagelsmann auf der PK kein Geheimnis daraus, dass der 23-Jährige für ihn weiterhin ein absoluter Schlüsselspieler bleibt: „Jamal ist immer besser in Fahrt gekommen. Er wird immer besser und immer mehr zu dem Spieler, der er mal war.“
Musiala „einer der außergewöhnlichsten Spieler“ der Welt
Besonders beeindruckt zeigt sich der 38-Jährige weiterhin von Musialas außergewöhnlichen Fähigkeiten am Ball: „Er ist einer der außergewöhnlichsten Spieler, die dieser Planet hat.“ Außerdem sei der Münchner „auch noch robuster geworden, das ist auf jeden Fall ein Vorteil“, so Nagelsmann.
Während FCB-„Chefkritiker“ Didi Hamann Musiala nicht zum Turnier in die USA, Kanada und Mexiko mitnehmen würde, wird beim DFB intern positiv bewertet, dass Musiala zuletzt wieder deutlich stabiler wirkte und zunehmend Vertrauen in seinen eigenen Körper zurückgewann. Der Bundestrainer verdeutlichte in diesem Kontext, dass der Edeltechniker selbst dann einen enormen Einfluss auf das deutsche Spiel haben könne, wenn er noch nicht wieder bei hundert Prozent sein sollte: „Selbst mit 90 oder 95 Prozent ist er noch ein sehr, sehr wertvoller Spieler, der uns sehr viel geben kann.“
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Die WM-Nominierung des Ex-Bayern-Spielers Sané wird in Fußball-Deutschland noch kritischer gesehen. Nagelsmann ist sich jedoch sicher, den Türkei-Legionär zu Höchstleistungen „kitzeln“ zu können. Zunächst sieht er ihn aber in einer „Herausforderer-Rolle“. Die Kritik an Sanés verbesserungswürdigen Scorerwerten in der Türkei nimmt der Bundestrainer an: Sieben Tore und neun Vorlagen in 43 Pflichtspielen seien „generell zu wenig“.
Aber Nagelsmann weist auch ausdrücklich auf die starken Leistungen seines Schützlings in den letzten vier Länderspielen hin. Die beiden Tore und drei Vorlagen bewertet er mit „sehr, sehr gut“. Er kenne den 30-Jährigen schon aus seiner FCB-Zeit sehr gut, dieser sei ein Spieler, „der sehr kontrovers diskutiert“ werde. „Er ist ein Spieler, wo man immer mehr sieht, was er nicht bringt, weil er manchmal leider eine gewisse Ausstrahlung hat.“
Nagelsmann erklärt Sanés Pluspunkte
Allerdings genießt Sané laut Nagelsmann auch „eine extrem hohe Anerkennung innerhalb der Mannschaft“ und habe eine „extrem enge Bindung“ zu vielen Kollegen. Und auch fußballerisch bringt Sané das „gewisse Etwas“ mit: „Er hat nach wie vor etwas ganz Besonderes im engen Raum. Er ist ein Spieler, der gerade gegen tiefe Gegner oder wenn ein Gegner müde ist, mit seinem Speed und seiner Technik im Kombinationsspiel was auslösen kann.“
Nagelsmann schließt sein Plädoyer für Sané mit dem Versprechen: „Ich traue mir zu, den Spieler so zu kitzeln, dass am Ende der WM deutlich mehr positive Stimmen entfallen werden als negative.“
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