„Chaos kannst du nicht verteidigen“

Neuer erklärt durch die Blume seinen Fauxpas

Der Bayern-Kapitän erlebt im Topspiel der Champions-League beim FC Arsenal einen gebrauchten Abend. Auch seine Aussagen im Nachgang wirken etwas unklar.

London – Bayern-Torwart Manuel Neuer hat seine misslungene Rettungsaktion im Champions-League-Spiel beim FC Arsenal mit Pragmatismus erklärt. „Wenn du zurückliegst, ist es einfach so, dass man ein bisschen mehr Risiko gehen muss“, sagte der 39-Jährige nach dem 1:3 – der Ticker zum Nachlesen. Vor dem dritten Gegentreffer war Neuer weit aus seinem Tor, aber nicht an den Ball gekommen. Gegenspieler Martinelli hatte freie Bahn und traf ins verwaiste Tor.

Manuel Neuer kann nur hinterher schauen, wenig später trifft Martinelli.

Er habe gesehen, dass Arsenal ohnehin zu einer Großchance gekommen wäre, sagte Neuer. Ohne sein Eingreifen wäre Martinelli ins Laufduell mit Joshua Kimmich gekommen. „Ich sag mal, dass er schneller ist als Jo“, äußerte Neuer, der deshalb eine Eins-Gegen-Eins-Situation auf sich zukommen sah. „Das war mir schon klar, ich habe versucht, das vorher zu beseitigen.“

Bayern-Kapitän Neuer versucht, seinen Ausflug zu rechtfertigen

Martinelli nahm den Ball perfekt mit und legte ihn am heraneilenden Neuer vorbei. Der erste Kontakt des Brasilianers sowie der Pass zuvor seien entscheidend gewesen, sagte der Bayern-Torwart. „Da komme ich am Ende nicht mehr hin, wobei ich wusste, dass ich großes Risiko gegangen bin.“ Nach dem Tor knapp eine Viertelstunde vor Schluss war das Spiel entschieden.

Auch beim ersten Gegentreffer hatte Neuer nicht glücklich agiert. Jurriën Timber setzte den Ball in der 22. Minute nach einer Ecke per Kopf an Neuers Händen vorbei in Tor. Der Bayern-Torwart war unmittelbar zuvor aber von dem Niederländer angerempelt worden. Sportvorstand Max Eberl nannte das Verhalten der bei Standardsituationen sehr erfolgreichen Arsenal-Profis „Chaos, und Chaos kannst du nicht verteidigen“.

Bayern-Noten gegen Arsenal: Es hagelt Vieren – drei Stars kassieren sogar die Fünf

Manuel Neuer: Wurde lange nicht gefordert und lenkte dann einen strammen Schuss von Leverkusens Tella stark am Tor vorbei (52.). War da, wenn man ihn brauchte. Note: 2
Konrad Laimer: Hatte auf der linken Seite viel Offensivdrang. Defensiv zudem tadellos. Note: 2
Dayot Upamecano: Ließ zu Beginn die Chance aufs 1:0 liegen, verteidigte dafür fehlerfrei und gewann mit seinen aggressiven Tacklings zahlreiche Bälle. Note: 2
Jonathan Tah: Entschied die wichtigen Duelle für sich und hielt Leverkusens Stürmer souverän in Schach. Note: 3
Bayern-Noten gegen Arsenal: Es hagelt Vieren – drei Stars kassieren sogar die Fünf

Neuer erklärte: „Er bringt mich natürlich aus der Balance, das ist klar, und dann habe ich eine andere Position, als ich gerne gehabt hätte und komme vorne nicht mehr so hin.“ Er sei aber kein Torwart, „der sich hinschmeißt“. Grundsätzlich müsse man so lange weitermachen, bis der Schiedsrichter pfeift. Der Bayern-Kapitän kassierte dafür Note 5 – hier die weiteren Noten zur Bayern-Niederlage. (rele)

Rubriklistenbild: © IMAGO/Bernd Feil/M.i.S.

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