„Mit Werten des Vereins nicht vereinbar“
Neuhaus-Strafe führt zu hitziger Debatte unter Gladbach-Fans
Florian Neuhaus wird vorerst nicht mit den Profis von Borussia Mönchengladbach trainieren und zur Kasse gebeten. Wie ist die Strafe einzuschätzen?
Mönchengladbach – Am Sonntag geben die Profis von Borussia Mönchengladbach ihr Trainingscomeback. Florian Neuhaus wird dann nicht mit von der Partie sein.
Neuhaus trainiert bis Ende Juli bei der U23
Der Bundesligist verkündete am Mittwoch das Strafmaß gegen den zentralen Mittelfeldspieler, der seit Sonntagabend die Schlagzeilen bestimmt. „Mit einer hohen Geldstrafe“ ist Neuhaus belegt worden, obendrein wird er für vier Wochen nur mit der U23-Mannschaft trainieren dürfen.
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Als „vereinsschädigend und inakzeptabel“ wertet Geschäftsführer Dr. Stefan Stegemann die Äußerungen, die Neuhaus in dem zehnsekündigen Video tätigt, das den großen Wirbel ausgelöst hat. „Don Rollo gibt Florian Neuhaus eins, zwei, drei, vier Millionen“, sprach der frühere deutsche Nationalspieler im Gespräch mit Fans auf Mallorca über sein mutmaßliches Gehalt, das bei der Vertragsverlängerung 2023 mit Sport-Geschäftsführer Roland Virkus ausgehandelt worden ist.
Strafe für Mallorca-Video sorgt für Diskussionen unter Gladbach-Fans
Wie ist das Strafmaß einzuordnen? Die ersten Reaktionen in den sozialen Netzwerken fallen unterschiedlich aus. Manche Fans begrüßen Borussias Entscheidung, für andere fallen die Sanktionen milde aus.
So schreibt ein Nutzer auf ‚X‘: „Da kann Borussia ja froh sein, dass sie noch eine U23 haben. Nicht auszudenken, dass sie mal eine echte Entscheidung hätten treffen müssen.“
Eine Nutzerin geht noch weiter: „Weichgespült, lächerlich. Wohlfühloase Borussia. Friede, Freude, Eierkuchen muss erhalten bleiben. Da hat keiner die Eier, mal durchzugreifen, und das nicht nur im Fall Neuhaus.“
Ein Rausschmiss wäre auf rechtlicher Ebene wohl schwer umsetzbar gewesen, eine Begnadigung hätte nach außen hin ein schwaches Bild abgegeben. Schon im Mai reagierte Gladbach auffällig besonnen, als über eine Spieler-Revolte gegen Tomáš Čvančara berichtet worden war und der Stürmer seinem Frust in den sozialen Medien freien Lauf ließ – inklusive des Vorwurfs gegenüber der Klubführung, Versprechungen nicht eingehalten zu haben.
Neuhaus erlebt den Tiefpunkt seiner Karriere
Für Neuhaus ist die Geldstrafe inklusive Suspendierung zur U23 ein Denkzettel und blaues Auge zugleich. Auf der einen Seite bleibt er bei Borussia und bezieht – sollte kein Wechsel stattfinden – bis zum 30. Juni 2027 weiterhin sein Gehalt.
Auf der anderen Seite verpasst er einen Großteil der Vorbereitung bei den Profis und kann sich dort kaum für einen neuen Verein empfehlen, sollte er einen suchen. Nach seiner Wiedereingliederung in die erste Mannschaft dürfte der Kredit bei den Fans aufgebraucht sein, auch wenn es Stimmen gibt, die sich durch das Video in ihrer Kritik an Virkus bestätigt fühlen.
In Bezug auf seine Rolle im Profi-Kader ist derweil nicht davon auszugehen, dass Neuhaus nach seiner Rückkehr ein Schlüsselspieler unter Seoane wird. Die Bilanz von 368 Bundesliga-Minuten in der Saison 2024/25 war ein Zeichen, das deutlicher nicht hätte fallen können. Neuhaus wird nicht gebraucht – und die Lücke wird durch das Training bei der U23 noch einmal größer.
Der 28-Jährige hat den vorläufigen Tiefpunkt in seiner Karriere erreicht. Da stellen sich die Fragen, ob es einen Ausweg gibt, und ob Neuhaus einen solchen suchen wird.
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