Parallelen zur Schande von Gijón

Rangnick gibt vor Algerien-Spiel heikles WM-Versprechen

Viel wird über eine Wiederholung der Schande von Gijón spekuliert. Österreich-Trainer Ralf Rangnick lässt mit offener Rhetorik aufhorchen.

Österreichs Nationaltrainer Ralf Rangnick hat vor dem entscheidenden WM-Spiel der Gruppe J gegen Algerien ein Versprechen abgegeben. Einer viel befürchteten Absprache zum Unentschieden erteilte er eine Absage. Denn: Beiden Teams würde ein Unentschieden zum Vorrücken in das Sechzehntelfinale der Weltmeisterschaft reichen. „Das wird keinen Einfluss auf das Spiel haben“, sagte Rangnick auf der Pressekonferenz vor der Partie.

Absolut hautnah. Absolut fundiert: Absolut Fussball berichtet für euch von der WM 2026. Unsere Reporter sind in Amerika vor Ort und versorgen euch mit News, Videos und exklusiven Einblicken.

Dass eine definitive Absage an ein Unentschieden Rangnick im Nachgang aber auf die Füße fallen könnte, dürfte dem erfahrenen Trainer bewusst sein. Und so fing er seine Aussage sogleich ein. Zwar könne man „nicht in ein Spiel gehen und sagen, du spielst auf Unentschieden“, doch „wie das in den letzten fünf Minuten sein wird“, das werde man sehen. Also eine Schande von Gijón light?

Wiederholt sich bei Österreich gegen Algerien die Schande von Gijón bei der Fußball-WM 2026?

Rangnick hält sich vor dem Spiel gegen Algerien zumindest alle Möglichkeiten offen. Seine Aussagen sind als Versprechen gegen eine Schande von Kansas City interpretierbar, doch seine Absicherung, zu sehen, was „in den letzten fünf Minuten“ sein werde, wird die Spekulationen über einen Nichtangriffspakt kaum zum Verstummen bringen.

Denn immerhin spielte man auch bei der Schande von Gijón gegen Westdeutschland zu Beginn durchaus ernsthaft. Erst zum Ende der ersten Halbzeit verflachte das Spiel. Da führte die BRD schon durch das 1:0 von Horst Hrubesch in der 11. Minute. Nach der Pause nahm die Schande dann mit lächerlichem Ballgeschiebe ihren Lauf. Ob es, wie in Gijón, eine ganze Halbzeit sein muss oder ob fünf Minuten Nichtangriffspakt zur WM-Schande reichen, könnte bald munter diskutiert werden.

Von Papst-Kostüm bis Pyrotechnik: Die besten Fan-Bilder von der WM 2026

Auch die Familie Beckham hatte sich am 15. Juli in Atlanta eingefunden, um England ins WM-Finale einziehen zu sehen. So groß der Jubel nach dem 1:0 auch war: Am Ende blieben Frust und Trauer über das Ausscheiden zurück.
Dieser englische Fan zeigte vor dem WM-Halbfinale gegen England an: Seit 1966 wartet die gesamte Nation schon auf ein Endspiel. Leider wurde es auch 2026 nichts, nach zwei späten Gegentoren verloren die Three Lions mit 1:2 gegen Argentinien.
Ein Baguette als Glücksbringer? So ganz wollte der Plan dieses französisches Fans leider nicht aufgehen. Die 0:2-Niederlage gegen Spanien sorgte für das WM-Aus im Halbfinale.
Die spanischen Fans waren voller Hoffnung vor dem WM-Halbfinale gegen Frankreich. Am Ende wurden sie belohnt, ihr Team zog mit einem 2:0-Sieg ins Endspiel ein.
Von Papst-Kostüm bis Pyrotechnik: Die besten Fan-Bilder von der WM 2026

Immerhin versprach Rangnick, keinen seiner Spieler im Duell mit Algerien schonen zu wollen. „Rotation ist kein Thema“, betonte der Teamchef. Das gelte auch mit Blick auf mögliche Sperren. Drei österreichische Stammspieler sind mit einer Gelben Karte vorbelastet: Konrad Laimer, Marcel Sabitzer und Stefan Posch. Eine weitere Verwarnung würde eine Sperre für das Achtelfinale bedeuten. (sch)

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa/APA | Georg Hochmuth

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare