Deutliche Flaute
Plötzlich ist Kleindienst in Gladbach ein Sorgenkind
Auf Tore von Tim Kleindienst konnte sich Borussia Mönchengladbach zuletzt nicht mehr verlassen. Gerardo Seoane nimmt die Mitspieler in die Pflicht.
Mönchengladbach – Über weite Strecken der Saison hat Tim Kleindienst die Fans von Borussia Mönchengladbach mit Toren verwöhnt. Aktuell erlebt der Stürmer jedoch einen Durchhänger.
Torhungriger Kleindienst hat einen Durchhänger
In seinen vergangenen sieben Bundesliga-Einsätzen erzielte Kleindienst nur einen einzigen Treffer. Beim 4:2-Erfolg gegen Werder Bremen am 15. März besiegelte er in der 81. Minute den Endstand – und flog kurz darauf mit Gelb-Rot vom Platz (90.+1).
Noch zwischen dem 18. Januar und 15. Februar hatte Kleindienst in fünf aufeinanderfolgenden Partien getroffen. Immerhin: Der Gladbacher Leuchtturm blieb bisher nicht länger als drei Bundesligaspiele am Stück torlos, demnach wäre gegen Holstein Kiel (Samstag, 15.30 Uhr) ein Treffer fällig.
Die Team-Ausbeute von 13 Toren in den vergangenen acht Partien ist im Liga-Vergleich manierlich. Nur der SC Freiburg (14 Tore), Bayer Leverkusen (15), der VfB Stuttgart (16), Borussia Dortmund (20) und der FC Bayern (22) haben häufiger gejubelt. Dennoch ist Gladbach nach den schwachen Spielen gegen den FC St. Pauli (1:1), Freiburg (1:2) und Dortmund (2:3) mehr denn je auf Kleindienst angewiesen.
Gladbach-Stars gefordert, Kleindienst besser zu bedienen
„Es gibt Stürmertypen, die die Qualität haben, sich fallen zu lassen und über Kombinationen zu Torchancen zu kommen. Das ist Tim nicht, er ist auf die Mannschaft angewiesen und wir auf ihn. Es ist der Auftrag, dass wir ihn wieder mehr in Szene setzen können und dass er, wenn die Bälle wie gewünscht kommen, präsent ist“, nahm Gerardo Seoane die übrigen Spieler am Donnerstag in die Pflicht, Kleindienst wieder stärker ins Spiel einzubinden.
Flanken waren zuletzt Mangelware, bei der Pleite gegen den BVB fielen zudem die großen Abstände zwischen dem Mittelstürmer und den übrigen Mannschaftsteilen auf. Das gilt es zu ändern.
„Von seiner Charakteristik her ist er der Typ Mittelstürmer, der beliefert werden muss. Er braucht Flanken, gute Standards, viele Situationen im Sechzehner“, betonte Seoane in Bezug auf Kleindienst, an dem keinerlei Zweifel herrschen – auch, weil er mehr als ein Torjäger ist: „Das ist nur ein Teil der Leistung. Bei Tim wissen wir, dass der Beitrag für die Mannschaft viel höher einzustufen ist.“
Grundsätzlich kann Kleindienst schon jetzt stolz auf seine persönliche Saisonleistung sein. Zufriedenheit ist beim 29-Jährigen gefühlt aber ein Fremdwort. Dementsprechend wird er selbst alles daran setzen, den Ball wieder über die Linie zu drücken. Den Jahrtausendrekord von Marco Reus (18 Tore in 2011/12) dürfte Kleindienst jedenfalls fest im Blick haben.
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