„Gewalttätiges Verhalten“

Heftige Vorwürfe gegen DFB-Star Rüdiger nach brutalem Einsteigen

Ein Gegenspieler wählt deftige Aussagen gegen Antonio Rüdiger: Hat der Real-Star ihn mit voller Absicht im Gesicht getroffen?

Plötzlich wurde es ganz ruhig im Bernabéu. In der ruhmreichen Spielstätte von Real Madrid war es nämlich soeben überhaupt nicht rühmlich zur Sache gegangen. Nach einem zuerst normalen Zweikampf mit Real-Profi Arda Güler ging Getafes Diego Rico bei der 1:0-Sensation in der 25. Minute zu Boden, ehe DFB-Nationalspieler Antonio Rüdiger heranrauschte. Der Rest: heftige Bilder.

Stand mal wieder im Blickpunkt: Antonio Rüdiger.

Zuerst waren in dem riesigen Stadion die Schreie Ricos deutlich zu vernehmen. Der 33-Jährige wurde von Rüdiger heftig mit dem Knie im Gesicht getroffen. Rico musste lange behandelt werden, es kam zu einer Rudelbildung – aber erstaunlicherweise zu keinerlei Karte. Ein möglicher Platzverweis für den deutschen Star wurde nicht einmal in Betracht gezogen, der VAR griff nicht ein, Schiedsrichter Alejandro Muniz Ruiz beließ es bei einer Ermahnung.

Ex-Schiedsrichter spricht nach Rüdiger-Foul von „gewalttätigem Verhalten“

Umstände, die Diego Rico überhaupt nicht wahrhaben wollte: „Kein anderer Profi würde mit solcher Boshaftigkeit auf einen am Boden liegenden Spieler losgehen und ihn mit dem Knie so brutal treffen, wenn der Ball gar nicht in diesem Bereich war“, so der Spanier gegenüber dem Radiosender Cadena Cope. Rüdiger habe ihn ganz deutlich „absichtlich gefoult“.

Im Vorfeld der Szene habe der Real-Star bereits auf ihn eingeredet. „Dann, gleich im nächsten Spielzug, kam der Ball zu mir, und man konnte sehen, wie er seinen Mitspieler praktisch aus dem Weg räumte, um mir das Gesicht einzuschlagen.“ Ricos Vermutung: „Wäre es andersherum gewesen, wäre ich für zehn Spiele gesperrt worden oder hätte in dieser Saison gar nicht gespielt.“

Fliegender Schweinekopf inklusive: Diese Fußballstars wechselten zum Erzrivalen

Reinhard „Stan“ Libuda: FC Schalke 04 ↔ Borussia Dortmund (1965/1968)

Libuda wechselte 1965 „schweren Herzens“ zum BVB, weil Schalke als Tabellenletzter abgestiegen war - was später durch Ligaaufstockung aufgehoben wurde. Der Wechsel war die „Mutter aller brisanten Transfers“ im Ruhrgebiet, erstmals fielen Begriffe wie „Judas“ und „Verräter“, sein Haus wurde beschmiert.
Lothar Matthäus: Borussia Mönchengladbach → Bayern München (1984)

Matthäus‘ Wechsel für 2,4 Millionen Mark sorgte für großen Wirbel, da er als Gladbacher Eigengewächs und Publikumsliebling zum verhassten Rivalen ging. Besonders bitter: Im DFB-Pokalfinale 1984 verschoss er für Gladbach ausgerechnet gegen seinen künftigen Verein Bayern den entscheidenden Elfmeter - sein Wechsel stand bereits fest.
Andreas Möller: Borussia Dortmund → FC Schalke 04 (2000)

Der deutsche Nationalspieler wechselte 2000 nach seiner Rückkehr aus Italien direkt von Borussia Dortmund zum Erzrivalen Schalke 04 und sorgte für einen der größten Skandale im Ruhrgebiet. Besonders schmerzhaft für BVB-Fans: Möller war 1997 Champions League-Sieger mit Dortmund geworden und galt als Vereinsikone, bevor er zu den „Knappen“ ging und dort sogar Kapitän wurde.
Jens Jeremies: TSV 1860 München → FC Bayern München (1998)

Der defensive Mittelfeldspieler wechselte 1998 vom Stadtrivalen 1860 zu Bayern München und sorgte damit für große Empörung bei den „Löwen“-Fans. Besonders schmerzhaft: Jeremies war bei 1860 Stammspieler und Publikumsliebling gewesen, bevor er für 4,5 Millionen Mark
Fliegender Schweinekopf inklusive: Diese Fußballstars wechselten zum Erzrivalen

Auch der ehemalige Schiedsrichter Eduardo Iturralde Gonzalez konnte es nicht fassen und sagte in der Sendung Carrusel Deportivo: „Der VAR muss ihn darauf hinweisen. Das ist eine rote Karte (…) In diesem Fall geht Rüdiger mit dem Knie nach unten und trifft ihn. Das ist eine Aggression. Das ist gewalttätiges Verhalten.“

Doch Antonio Rüdiger kam stattdessen mehr als glimpflich davon. Ein verfrühtes Geschenk, denn tags darauf (3. März) feierte er seinen 33. Geburtstag. Die Real-Kollegen gratulierten zahlreich via Instagram – und niemand redete mehr von dem brutalen Einsteigen. Zumindest nicht in Madrid … (rele)

Rubriklistenbild: © IMAGO/Ropero

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