Nach IOC-Entscheidung
Boykott-Debatte droht: FIFA prüft wohl Rückkehr von russischen Teams
Die FIFA spricht wohl über die Rückkehr aller russischen Nationalteams. Damit würde sie sich dem IOC anschließen. Ein erster Schritt wurde bereits vollzogen.
Da ist Kritik schon vorprogrammiert. Wie das britische Portal Sky News aus FIFA-Kreisen erfahren hat, beschäftigt sich der Verband mit der Rückkehr aller russischer Nationalmannschaften auf die Fußball-Weltbühne. Vorausgegangen war die Entscheidung des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), Sanktionen gegen alle russischen Sportlerinnen und Sportler aufzuheben. Daran wolle man sich nun auch bei der FIFA orientieren.
Ein Vertreter des Fußball-Weltverbandes soll gesagt haben, dass man über die mittlerweile öffentlich verkündete Entscheidung des IOC informiert worden sei: „Die FIFA wird die Entscheidung analysieren, bevor sie in Abstimmung mit den relevanten Interessengruppen über die nächsten Schritte entscheidet.“ Ob geplant war, die Diskussion während der laufenden Weltmeisterschaft publik zu machen, ist nicht bekannt.
FIFA-Abstimmung über Rückkehr russischer Nationalteams steht wohl bevor
Dass sämtliche russischen Nationalteams bald wieder an FIFA-Wettbewerben teilnehmen könnten, hat sich bereits abgezeichnet. Schon im Februar dieses Jahres hatte FIFA-Präsident Gianni Infantino eine Prüfung der Sanktionen ins Spiel gebracht und davon gesprochen, dass das Teilnahmeverbot „nichts bewirkt“ habe, es sogar „nur zu mehr Frustration und Hass geführt“ hätte.
Wenn auch nicht unbedingt Hass, so doch zumindest Frustration dürfte es an der ein oder anderen Stelle auch geben, sollten die Nationalmannschaften Russlands wieder in die internationalen Wettbewerbe integriert werden. Aus nicht wenigen Nationalverbänden wird es wohl Kritik geben. Zudem wird dann aller Voraussicht nach auch über einen Boykott der Spiele gegen russische Teams diskutiert. Ob das dann auch umgesetzt wird, steht hingegen auf einem anderen Blatt.
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Nachdem die Katze nun aus dem Sack ist, dürfte bereits in den nächsten Tagen die ein oder andere Kritik aus der Politik zu vernehmen sein. So gab es bereits Ende Juni erhebliche Kritik aus dem EU-Parlament, als der russischen U15-Juniorennationalmannschaft der Jungen erlaubt wurde, an der Weltmeisterschaft im Oktober teilzunehmen.
Dass der Aufschrei unter den FIFA-Mitgliedsverbänden aber nicht zu gleichen Teilen laut sein wird, haben schon die vergangenen Jahre gezeigt. Denn untätig waren die Nationalmannschaften Russlands nicht. Wenn auch nicht bei UEFA- oder FIFA-Wettbewerben, spielten sie doch Freundschaftsspiele – unter anderem gegen Serbien, China und Mali – und bei Einladungsturnieren.
Sollten die russischen Teams nun bald wieder an FIFA-Wettbewerben teilnehmen dürfen, würden sie zwar bei der Nations League und der WM-Qualifikation spielen, bei der Europameisterschaft 2028 sind sie aber weiterhin außen vor. Dort regelt die UEFA die Geschäfte und von deren Seite ist noch kein Einlenken zu vernehmen. Das gilt auch für den fortbestehenden Ausschluss russischer Vereinsteams von der Champions League, Europa League und Conference League. (sch)
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