Offene und subtile Sticheleien
Sané bereitet Bayern-Fans mit einer Äußerung Schmerzen
Leroy Sané ist dabei, sich bei Galatasaray einzuleben. Dabei greift er zu emotionalen Worten und lässt die Bayern-Vergangenheit vergessen erscheinen.
Istanbul – Die Trennungsgeschichte von Leroy Sané und dem FC Bayern dominierte weite Teile der Sommerpause. Ein ständiges Hin und Her zwischen erneuerten Vertragsangeboten und einem Beraterwechsel mündete in seinem Abgang in die türkische Süper Lig. Bei seinem offiziellen Einstand bewies Sané, sich voll und ganz auf das neue Projekt einlassen zu wollen – und schickte eine letzte Spitze Richtung München.
Am Samstag (2. August) war Showtime angesagt am Bosporus. Galatasaray empfing Lazio zum hochkarätigen Härtetest, rund 34.000 Zuschauer waren zugegen. Bevor es auf dem Rasen jedoch losging, gehörte Leroy Sané die Bühne kurzzeitig allein – was er für ein emotionales Statement an alle Anwesenden nutzte.
Leroy Sané mit emotionalen Grußworten die Bayern-Fans zurücksetzt
Unter tosendem Applaus und Ankündigung des Stadionsprechers lief Sané mit der Rückennummer 10 ein und bestieg ein Podest, das er sich später mit einem weiteren Star-Einkauf, Victor Osimhen, teilen musste. Mit Mikrofon in der Hand, bedankte er sich für den herzlichen Empfang: „Ich bin sehr glücklich, hier zu sein. Ich freue mich schon, heute hier zu spielen – aber noch mehr, in dieser Saison vor euch großartigen Fans, den besten Fans der Welt, aufzulaufen.“
Somit wurde der Superlativ gesetzt, um den Jubel der anwesenden Anhänger noch einmal zu steigern. Und obwohl das Prädikat „beste Fans der Welt“ sogleich die Anhängerschaft in München zurücksetzt – bei Starspielern jedoch zur Willkommensfolklore gehört –, dürfte dem mitunter harsch kritisierten 29-Jährigen die positive Resonanz guttun.
Sportler-Familie, Freundin und Kinder – Bayern-Abgang Leroy Sané privat




In Istanbul ist er Teil einer großen, ambitionierten Shopping-Offensive – wobei Sané ablösefrei in die Metropole am Bosporus kam –, die den Fans Hoffnung für Liga und europäische Wettbewerbe machen soll. Keinerlei Diskussionen über seine Körpersprache und unterstellte Lustlosigkeit in Sicht. Beim 2:2 gegen die Italiener im anschließenden Spiel durfte er 63 Minuten lang die rechte Außenbahn bearbeiten.
Jedoch ist in seinen Worten möglicherweise Bitterkeit über die schwierige Zeit beim FC Bayern erkennbar. Manch einer interpretiert diesen gewollten Bruch auch in der Tatsache, dass Sané dem FC Bayern – im Gegensatz zu seinen Ex-Klubs Schalke und Man City – die Freundschaft in den sozialen Netzwerken entzog. Inwiefern seine Zeit in Istanbul von sportlichen Ambitionen und Erfolgen getragen wird, hat er jedenfalls wieder allein in der Hand. (nki)
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