Attacke wegen Woltemade
„Sch*** für deutschen Fußball“: Kult-Trainer ledert heftig gegen den FC Bayern
Der Poker um Stuttgart-Star Woltemade zieht immer weitere Kreise. Bayerns Bosse basteln am Transfer des Stürmers – und werden nun arg kritisiert.
München – Der ehemalige Bundesliga-Trainer Ewald Lienen (71) hat mit einer scharfen Wutrede gegen den FC Bayern München für Aufsehen gesorgt. Anlass für seine Kritik sind die Gerüchte um einen möglichen Transfer von Nick Woltemade (23) vom VfB Stuttgart zu den Münchnern.
In seinem Podcast „Der Sechzehner“ ließ der frühere Coach von Klubs wie Borussia Mönchengladbach, Hannover 96, dem 1. FC Köln und dem FC St. Pauli seinem Ärger freien Lauf. „Wenn hier in Deutschland irgendwo jemand auftaucht, der den Ball stoppen kann und der so überragend spielt wie Woltemade, dann den Arm zu heben und zu sagen: ‚Jetzt will ich ihn aber haben‘ – davor habe ich nicht nur keinen Respekt, das widert mich an“, polterte Lienen.
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Der 71-Jährige sieht in Bayerns Vorgehen einen „Schlag ins Gesicht für alle seriösen Vereine“ und für diejenigen, „die sich den Arsch aufgerissen haben, um diese Leute auszubilden“. Lienen ging noch weiter und kritisierte die grundsätzliche Transferpolitik des Rekordmeisters.
Kult-Trainer Ewald Lienen schießt gegen Bosse des FC Bayern
Dabei nahm er absolut kein Blatt vor den Mund: „Bayern München hat über Jahrzehnte hinweg einen Scheiß für den deutschen Fußball gemacht, wenn es um die Ausbildung von Spielern ging.“ Die Bayern hätten immer nur darauf gewartet, dass andere Vereine Spieler ausbilden, um sie dann für viel Geld zu verpflichten.
Nick Woltemade, einer der Überflieger der deutschen U21-Nationalmannschaft, steht nach seinen starken Auftritten bei der U21-EM im Fokus der Bayern. Sport-Vorstand Max Eberl hatte das Interesse bereits öffentlich bestätigt und sogar über mögliche Ablösesummen gesprochen. Der VfB Stuttgart soll angeblich jedoch Forderungen von bis zu 100 Millionen Euro stellen. Lienen zeigt sich überzeugt, dass ein Wechsel trotz der hohen Forderungen kaum zu verhindern sei: „Die Bayern, der Spieler, der Berater werden so lange Druck machen, bis es irgendeine Art von Lösung gibt.“
Tatsächlich habe das Wegkaufen von Top-Spielern anderer Liga-Konkurrenten bei den Bayern Tradition, so Lienen. Demgegenüber darf aber durchaus gestellt werden, dass beim deutschen Rekordmeister auch immer mal wieder Top-Stars aus den eigenen Reihen geboren werden: Philipp Lahm, Bastian Schweinsteiger, Thomas Müller, David Alaba und nun auch Jamal Musiala sind die Namhaftesten. Doch auch das konnte Ewald Lienen nicht besänftigen. (rele)
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