Im DFB-Pokal

Schalke-Star Antwi-Adjei berichtet über rassistische Beleidigungen

Christopher Antwi-Adjei hat nach dem 1:0-Sieg des FC Schalke 04 im DFB-Pokal gegen Lok Leipzig rassistische Beleidigungen der Zuschauer angeprangert.

Update vom 18. August 2025, 10.29 Uhr: Per Vereinsmitteilung hat der FC Schalke 04 kommuniziert, dass Christopher Antwi-Adjei den Vorfall im Rahmen des Pokalspiels gegen Lok Leipzig zur Anzeige gebracht hat. Die Polizei habe die Ermittlungen aufgenommen. Der Klub stehe „fest an Christophers Seite“, wird Sportvorstand Frank Baumann zitiert.

„Wir verurteilen dieses Verhalten aufs Schärfste und hoffen, dass derjenige ausfindig gemacht wird“, so Baumann weiter. „Die Fans und Mitglieder von Schalke 04 haben sich in Satzung und Leitbild klar und unmissverständlich zum Kampf gegen Diskriminierung und Rassismus bekannt, als Verein und Vorstand vertreten wir diese Werte mit aller Deutlichkeit.“

Erstmeldung vom 17. August 2025: München – Nach 120 Minuten hatte der FC Schalke 04 seine Pflicht erfüllt. Der Zweitligist setzte sich am Sonntag in der ersten Runde des DFB-Pokals gegen Lok Leipzig dank des Treffers von Bryan Lasme in der 107. Minute mit 1:0 durch. Allerdings waren das Spiel und das Resultat für die königsblauen Profis nach dem Abpfiff nebensächlich.

Christopher Antwi-Adjei ist laut eigener Aussage im Spiel des FC Schalke 04 gegen Lok Leipzig rassistisch beleidigt worden.

Nach 13 Minuten wurde die Partie kurzzeitig unterbrochen, weil Christopher Antwi-Adjei dem Linienrichter am Rande eines Schalker Einwurfs geschildert hat, rassistisch beleidigt worden zu sein. Diesen Vorwurf äußerte der 31-Jährige auch im Interview mit Sky Sport. „Ganz einfach, das war Rassismus“, sagte Antwi-Adjei über die Äußerungen von den Rängen.

Schalke-Kapitän Karaman stellt sich hinter Antwi-Adjei

„Ich will gar nicht die Worte nennen, die gefallen sind, aber es ist enttäuschend, dass man das in der heutigen Zeit immer noch vorfindet“, so der S04-Profi, der ergänzte: „Es sind immer vereinzelte Personen im Stadion, die meinen, sie können sich etwas erlauben oder wären etwas Besseres. Ich wollte aus der Geschichte nichts Großes machen, es aber auch nicht tolerieren.“

Schalke-Kapitän Kenan Karaman stellte sich im Interview mit dem Bezahlsender demonstrativ hinter Antwi-Adjei. „Das überschattet das ganze Spiel. Ich habe dem Schiedsrichter direkt signalisiert, dass wir so nicht weitermachen, wenn das nicht aufhört“, sagte Karaman. „Das hat im Sport nichts zu suchen. Ich bin froh, dass Christopher gut damit umgegangen ist.“

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Auch Cheftrainer Miron Muslic äußerte sich unmissverständlich. Man wisse genau, welche Worte gefallen seien. Antwi-Adjei sei „nicht nur ein Sportsmann, sondern ein glaubwürdiger und ehrlicher Mensch“, so der 42-Jährige. „Solche Äußerungen kotzen mich an. Ich frage mich, was das in unserer Gesellschaft verloren hat. Wir müssen darüber reden, das können wir nicht einfach ad acta legen.“

Zur Halbzeitpause bezog Lok-Pressesprecher Carsten Maschulle am Sky-Mikrofon Stellung. Der Klub habe die rassistischen Beleidigungen zunächst nicht verifizieren können. „Wir haben einen Mitarbeiter, der ist Rollstuhlfahrer, der sitzt fast genau an der Stelle, an der der Spieler gestanden hat, er hat nichts gehört. Wir haben rumgefragt, es hat niemand etwas gehört“, so Maschulle.

Der Linienrichter habe ebenfalls „wohl nichts gehört“. Der Klub ließ dennoch eine Stadiondurchsage folgen. „Auf dem Fußballplatz haben Rassismus und Diskriminierung nichts zu suchen“, schloss Maschulle seine Stellungnahme ab, „das ist als Verein unser Standpunkt.“

Schiedsrichter hat Beleidigungen gegen Antwi-Adjei nicht wahrgenommen

Schiedsrichter Max Burda bestätigte die fehlende Wahrnehmung des Schiedsrichterteams, das dennoch auf den Drei-Stufen-Plan des Deutschen Fußball-Bundes für den Umgang mit rassistischen Beleidigungen zurückgegriffen und die Durchsage veranlasst hat.„Wir nehmen das sehr ernst und stellen uns schützend vor den Spieler“, sagte Burda.

Das Gespann habe Antwi-Adjei mehrfach zugesichert, „dass wir die zweite Stufe auslösen werden, wenn wieder etwas sein sollte.“ Im Zuge dessen wäre das Spiel unterbrochen worden und beide Mannschaften hätten sich für wenige Minuten in die Kabine zurückgezogen. Als letzte Möglichkeit hätte Burda das Spiel abbrechen können.

Rubriklistenbild: © IMAGO/KROEGER/RHR-FOTO

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