2. Spieltag der WM-Gruppe B
Edel-Joker aus der Bundesliga zaubert Schweiz zum Sieg
Bosnien-Herzegowina zieht lange Zeit ein Bollwerk auf, dann zündet aber ein Schweizer Traum-Duo in einer turbulenten Schlussphase. Der Ticker zum Nachlesen.
Fazit: Erst lange Zeit ideenlos, dann mit Wucht dank der Super-Joker: Die Schweiz hat dem Druck dank Johan Manzambi standgehalten und bei der WM Kurs auf die K.-o.-Runde genommen. Die Eidgenossen gewannen ihr zweites Gruppenspiel gegen Bosnien-Herzegowina um Schalke-Torjäger Edin Dzeko mit 4:1 (0:0).
Freiburgs Juwel Manzambi (74./90.) küsste die Schweizer mit einem Doppelpack nach seiner Einwechslung wach. Die Nati hat mit vier Punkten nun beste Karten für das Weiterkommen, doch auch die Bosnier mit erst einem Punkt haben angesichts der abschließenden Partie gegen Außenseiter Katar noch Chancen auf das Sechzehntelfinale.
Neben Manzambi trafen auch der einstige Augsburger Ruben Vargas (84.) und Kapitän Granit Xhaka (90.+7, Foulelfmeter) in Los Angeles für die Mannschaft von Trainer Murat Yakin, die bei einer WM-Endrunde zum vierten Mal in Folge die K.o.-Phase erreichen will und in der Schlussphase in Überzahl agierte. Bosniens Tarik Muharemovic (80.) sah nach einer Notbremse die Rote Karte, Ermin Mahmic (90.+3) gelang in der Nachspielzeit dennoch der Ehrentreffer.
Update vom 18. Juni, 19.50 Uhr: Die Aufstellungen sind da. Und Tatsache: Edin Dzeko darf an. Hier Bosnien-Herzegowinas Startelf: Vasilj – Kolasinac, Muharemovic, Katic, Dedic – Alajbegovic, Tahirovic, Sunjic, Memic – Dzeko, Demirovic. Für die Schweiz beginnen: Kobel – Rodriguez, Akanji, Elvedi, Widmer – Freuler, Xhaka, Aebischer – Rieder, Embolo, Ndoye.
Erstmeldung vom 18. Juni: Inmitten der Spekulationen über ein negatives Umfeld hat Mittelfeldspieler Remo Freuler die gute Atmosphäre bei der Schweizer Fußball-Nationalmannschaft hervorgehoben. Den Berichten, wonach die von Kapitän Granit Xhaka geübte Kritik nach dem Patzer zum WM-Auftakt gegen Katar zu harsch gewesen sein soll, widersprach der 34-Jährige. Am Donnerstag geht es nun gegen Bosnien-Herzegowina (Anstoß 21 Uhr – alle TV-Infos hier).
Freuler deutlich: „Wir müssen auch kritisch sein. Wenn man erwartet, dass man gegen Katar gewinnt und dann nur 1:1 spielt, dann müssen wir auch hart mit uns selbst ins Gericht gehen.“ Man müsse nach so einem Spiel auch „seine Meinung sagen und die Meinung von jedem akzeptieren können“, erklärte er.
Schweiz muss bei der WM gegen Bosnien-Herzegowina liefern
„Ich denke, dass haben wir auch gemacht. Schlussendlich ist die Stimmung noch gut, aber wichtig ist auch, dass man seine eigenen Fehler erkennt, die man im Spiel gemacht hat und im nächsten besser macht“. Generell müsse man Dinge ansprechen können. „Wenn man ein Problem damit hat, dann ist man im Fußball ein bisschen am falschen Platz“, sagte der Profi vom FC Bologna. Wenn man immer nur über die guten Sachen spreche, „dann kommt man nicht vorwärts“.
Kurz nach dem ersten Spiel der Schweizer Auswahl hatte ein Bericht der Boulevardzeitung Blick für Aufsehen gesorgt. Demnach sollen laut „mehreren Quellen“ einige Spieler der Eidgenossen aufgrund der strengen Ansagen des Anführers „verunsichert sein oder sich nicht wohlfühlen im Camp“, laut Blick gehe es zudem in eine „toxische Richtung“. Schon nach der WM-Generalprobe gegen Australien (1:1) hatte Xhaka Kritik geübt, sich selbst dabei aber nicht ausgenommen.
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Bosnien-Herzegowinas Trainer Sergej Barbarez ließ sich derweil mit Blick auf einen Einsatz von Edin Dzeko nicht in die Karten schauen. Die sehr direkte Nachfrage eines Journalisten, ob der 40 Jahre alte Torjäger von Bundesliga-Aufsteiger Schalke 04 in der Startelf stehe, brachte den Coach zum Lachen. „Ich weiß es nicht, fragen Sie mich morgen noch mal. Es tut mir leid“, sagte Barbarez am Mittwoch amüsiert.
Beim Auftakt gegen Co-Gastgeber Kanada (1:1) hatte der Profi von Schalke 04 über die komplette Spieldauer auf der Bank gesessen. Egal ob auf oder neben dem Feld wissen seine Mitspieler Dzeko aber zu schätzen. „Er ist einer der besten Stürmer der letzten Jahrzehnte“, sagte Abwehrspieler Nikola Katic. Dzeko sei „wirklich ein unglaublicher Spieler“, der „so präsent in jedem einzelnen Training, bei jeder einzelnen Mahlzeit, bei jedem Treffen“ sei.
Im Duell mit der Schweiz, die nach dem Remis gegen Katar (1:1) ebenfalls einen Zähler in der Gruppe B auf dem Konto hat, will Barbarez mit oder ohne Dzeko „um drei Punkte spielen“. Wenn seine Mannschaft 100 Prozent gebe, „wird es ein großartiges Spiel und dann sind wir zuversichtlich, dass wir ein gutes Ergebnis erzielen“. Alle Spiele und Ergebnisse finden Sie in unserem WM-Spielplan. (rele)
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