Ex-FCB-Keeper CL-Finalist

Didi Hamann lästert über Bayern - und blamiert sich dabei selbst

Yann Sommer bringt Inter Mailand mit seinen Paraden ins CL-Finale, welches ausgerechnet in München stattfindet. Für den FC Bayern hagelt es in diesem Zusammenhang Kritik und Spott.

Mailand / München - Nach dem spektakulären 4:3-Sieg nach Verlängerung gegen den FC Barcelona wurde der frühere FCB-Torwart und Schweizer Nationalkeeper Yann Sommer zum „Man of the Match“ gewählt. Inter Mailand qualifizierte sich dank seiner Paraden für das CL-Finale, welches am 31. Mai in der Münchner Allianz Arena ausgetragen wird.

Sommers vorzügliche Leistung wurde natürlich auch in Fußball-Deutschland diskutiert, vor allem der FC Bayern stand dabei im Mittelpunkt. Der 36-Jährige war im Januar 2023 vom deutschen Rekordmeister für neun Millionen Euro von Borussia Mönchengladbach verpflichtet worden, nachdem sich Stammtorwart Manuel Neuer bei einem Skiunfall einen komplizierten Unterschenkelbruch zugezogen hatte. In einer „schwierigen Saison“ wurde er am Ende zwar zum ersten Mal in seiner Karriere Deutscher Meister, bekam aber auch jede Menge Kritik ab. Vor allem wurde in der Öffentlichkeit über seine Körpergröße debattiert, die mit 1,83 für einen Keeper kein Gardemaß bedeutet.

Hamanns vernichtende Kritik an FCB-Keeper Sommer

Einer der schärfsten Kritiker des Schweizer Keepers in seiner FCB-Zeit war TV-Experte Didi Hamann. So im April 2023, nach Bayerns 0:3 im Viertelfinal-Hinspiel bei Manchester City bei Sky: „Für mich war der Torwart heute heillos überfordert. Was er für Bälle gehalten hat – mir braucht ihr das nicht zu zeigen, das ist mir Wurscht, dafür wird er bezahlt. Der Torwart hat heute maßgeblich, und nicht nur heute, in den letzten Wochen, maßgeblich die Mannschaft verunsichert.“

Der 51-Jährige legte sogar noch nach: „Ich dachte, als er kam: Der packt das.“ Aber: „Ich muss mich revidieren und sagen: Er hat das nicht geschafft. Ich glaube nicht, dass er eine Option ist für nächstes Jahr bei den Bayern im Tor zu stehen, weil er einfach in den letzten Wochen zu oft in diesen großen Spielen überfordert war.“

Sky-Experte und Ex-FCB-Spieler Didi Hamann.

Sommer verlässt FC Bayern auf eigenen Wunsch

Und so kam es auch: Als sich im Sommer 2023 ein zeitnahes Comeback des fünfmaligen Welttorhüters Manuel Neuer abzeichnete, wollte der damalige Nati-Keeper den sportlichen Wettkampf an der Säbener Straße nicht aufnehmen und bevorzugte einen Wechsel zu Inter Mailand. Der FC Bayern war ihm dankbar, dass er in dieser schwierigen Phase eingesprungen war, legte ihm folglich keine Steine in den Weg, machte bei einer Ablöse von kolportierten 6,9 Millionen Euro sogar ein kleines Verlustgeschäft.

Wo schlägt der FC Bayern zu? Die aktuellen Transfergerüchte im Überblick

Schon im Januar wurde der FC Bayern intensiv mit Christopher Nkunku in Verbindung gebracht. Sportvorstand Max Eberl soll mit dem Spielerlager schon kurz vor einer Einigung gestanden haben. Eines der Hauptprobleme blieb die hohe Preisvorstellung des FC Chelsea. Jüngsten Medienberichten zufolge könnte der Ex-Leipziger im Sommer allerdings deutlich günstiger werden – und womöglich „nur“ 40 bis 45 Millionen Euro kosten.
Dass die Bayern Florian Wirtz (li.) unbedingt verpflichten wollen, ist längst kein Geheimnis mehr. Die Klub-Bosse wollen das Duo Wirtz/Musiala nicht nur in der Nationalmannschaft, sondern auch auf Vereinsebene sehen. Die Münchner wären wohl bereit, tief in die Tasche zu greifen, um das Supertalent am liebsten schon in diesem Sommer von Ligakonkurrent Bayer Leverkusen loszueisen.
Nick Woltemade steht bei den Bayern weit oben auf der Stürmer-Wunschliste. Der U21-Nationalspieler wechselte erst im vergangenen Sommer von Werder Bremen zum VfB Stuttgart, überzeugte seitdem die Bayern-Bosse von seinen Fähigkeiten. Sein Vertrag läuft noch bis 2028 – und beinhaltet keine Ausstiegsklausel.
Und noch ein deutscher Stürmer: Mit seiner überragenden Saison bei Mainz 05 spielte Jonathan Burkardt sich bereits in die deutsche Nationalmannschaft. Logisch, dass das auch den Rekordmeister auf den Plan ruft. Ex-Bayern-Profi Nils Petersen riet Burkardt aber jüngst, einen Bayern-Wechsel aufgrund geringer Einsatzchancen gut zu überdenken.
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Hamann lobt Inter-Keeper Sommer und stichelt gegen Bayern

Ex-Bayern-Profi Didi Hamann nun zwei Jahre nach seiner harschen Sommer-Kritik bei Sky Austria über den Schweizer nach dessen Glanzleistung gegen Barcelona: „... Das ist für mich die Antwort eines Champions. Der kritisiert wird, der sagt: ‚Okay, ich schaue, dass ich die Leute eines Besseren belehre‘. Und das hat er gemacht, weil er dieses Jahr herausragend gehalten hat, in der letzten Runde schon super gehalten gegen Bayern, heute wieder. Und wenn’s dumm geht, dann wird er jetzt Meister bei Inter und wird Champions-League-Sieger – und die Bayern schauen in die Röhre.“

Eine - leider - typische Hamann-Aktion: Über einen aktiven FCB-Spieler verbal herfallen, um dann seinen Ex-Verein zu verspotten, tadeln und kritisieren, wenn derselbe Spieler woanders starke Leistungen bringt. In München wurde Yann Sommer übrigens weder von den Fans noch vom Verein derart in die Mangel genommen, wie dies derzeit zum Teil dargestellt wird.

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Wie konnte der FC Bayern Sommer gehen lassen?

Angesichts der famosen Leistung Sommers wird aktuell etwas provokativ an den FC Bayern gerichtet die Frage gestellt, warum man den Schweizer 2023 hatte ziehen lassen. Das ist grundsätzlich problemlos zu beantworten bzw. wurde im Beitrag schon beantwortet: Es war Sommers ausdrücklicher Wunsch.

Zum anderen - weit abseits der unprofessionellen Größendebatte: Sommer hatte schon im Borussia-Dress überragende Leistungen gegen den FCB gezeigt, zum Teil sogar besser als nun für Inter gegen Barcelona, im Herbst 2022 stellte er beim 1:1 in der Allianz Arena sogar einen BL-Rekord für die Paradenanzahl auf. Beim Rekordmeister waren und sind aber auch andere Skills gefragt. Der dominante FCB-Spielstil erfordert nicht zuletzt ein ausgezeichnetes Aufbauspiel des eigenen Schlussmanns. Manuel Neuer hatte da im Weltfußball neue Maßstäbe gesetzt - und sein designierter Nachfolger, der erst 21-jährige Jonas Urbig ist mit dem Ball am Fuß schon jetzt eine Klasse besser als Yann Sommer - mindestens.

Bei den Bayernfans ist der sympathische Schweizer trotzdem in bester Erinnerung geblieben, obwohl seine Leistungen in München außerhalb des Platzes beeindruckender waren als zwischen den Torpfosten.

Rubriklistenbild: © IMAGO/Ulrich Wagner

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