Berater erhöht Druck auf Schwaben

Woltemade will zum FC Bayern - verpokert sich der VfB Stuttgart?

Der Poker um Nick Woltemade gewinnt an Schärfe. Sein Berater schaltet sich ein und zeigt in aller Öffentlichkeit großes Unverständnis über das Gebaren des VfB Stuttgart. Ein Kommentar.

München/Stuttgart – Nick Woltemades Berater Danny Bachmann äußert sich zur derzeitigen Situation seines Mandanten gegenüber der dpa: „Wenn ein Bundesliga-Rekordangebot von 55 Millionen Euro nicht einmal für ein persönliches Gespräch reicht, stellt sich die Frage, was der VfB eigentlich unter ‚außergewöhnlich‘ versteht“. Enttäuscht stellt er fest: „Das war nicht vorhersehbar.“

Sieben Spieler im letzten Vertragsjahr – Die Laufzeiten der Stars des FC Bayern

Torhüter Manuel Neuer hat hingegen noch einen gültigen Vertrag bis zum 30.06.2026.
Genau wie Nationalspieler Leon Goretzka. Dieser galt in der vergangenen Saison als möglicher Abschiedskandidat beim FCB, kämpfte sich jedoch zurück und war in der Meistersaison ein wichtiger Faktor.
Serge Gnabry hat ebenfalls einen gültigen Vertrag bis zum 30.06.2026. Der Flügelspieler lief in der abgelaufenen Saison jedoch seinen eigenen Erwartungen hinterher. (7 Tore, 8 Vorlagen)
Der flexibel einsetzbare Raphaël Guerreiro hat beim FC Bayern noch einen Vertrag bis zum 30.06.2026.
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Stuttgart lehnt bislang Gespräche mit dem FC Bayern ab

Anlass für Bachmanns Schritt in die Öffentlichkeit ist, dass der VfB Stuttgart bislang keine Anzeichen zeigt, auf die Angebote des FC Bayern einzugehen. Die Verantwortlichen des Rekordmeisters haben bislang zwei offizielle Offerten abgegeben, die letzte lag - inklusive Bonuszahlungen - bei 55 Millionen Euro. Die Schwaben lehnten erneut umgehend ab und betonten - dem FC Bayern würde man in so einem Fall wohl Arroganz nachsagen -, dass sie nicht an Gesprächen interessiert sind.

„Wir verhandeln nicht mit Bayern München“, so das Statement von VfB-CEO Alexander Wehrle. Nur falls „etwas Außergewöhnliches passieren sollte“, sei man professionell genug, sich an einem Tisch auszutauschen.

Rekordablösesumme nicht „außergewöhnlich“?

Die Woltemade-Seite hinterfragt nun kritisch, welche Summe in den Augen der VfB-Verantwortlichen denn „außergewöhnlich“ sei. Fakt ist, dass die Schwaben in ihrer Vereinsgeschichte nicht einmal ansatzweise eine Ablösesumme von 55 Millionen Euro für einen Spieler bekommen haben. Den bisherigen Vereinsrekord hält Benjamin Pavard, der 2019 für 35 Millionen Euro zum FC Bayern gewechselt war.

VfB-Nationalspieler Nick Woltemade will künftig im Trikot des FC Bayern auflaufen.

Auch innerhalb der Bundesliga gab es bislang nie einen Transfer in dieser Größenordnung. Rekord sind immer noch die 43 Millionen Euro, die der VfL Wolfsburg 2015 an Schalke 04 für Julian Draxler überwiesen hat.

Insgesamt gab es lediglich drei Spieler, für die ein Bundesligist, jedes Mal der FC Bayern, mehr Geld in die Hand genommen hat: 2023 für Harry Kane (Tottenham; 95 Millionen Euro), 2019 für Lucas Hernández (Atlético Madrid; 80 Millionen Euro) und 2022 für Matthijs de Ligt (Juventus Turin; 67 Millionen Euro). Umso größer ist die Verärgerung im Woltemade-Lager, dass die Schwaben angesichts der im Raum stehenden Summe nicht einmal für Gespräche bereit sind.

Woltemade-Berater erhöht Druck auf VfB-Verantwortliche

Es bleibt abzuwarten, wie der VfB Stuttgart auf die Aussagen des Beraters reagieren wird. Bachmann ist diesen Schritt sicherlich nicht ohne die Zustimmung von Woltemade gegangen. Dass dieser ab der kommenden Saison unbedingt im Trikot des Rekordmeisters Champions League spielen will, sollte den Vereinsbossen in der Schaben-Metropole bewusst sein.

Wahrscheinlich werden Jan-Christian Dreesen (der hier federführend sein soll), Max Eberl & Co seitens des FC Bayern noch einmal ein Angebot nachlegen. Fest steht jedoch bereits, dass durch Bachmanns Kommentar neue Schärfe in den Poker gekommen ist.

Jan-Christian Dreesen.

VfB Stuttgart könnte sich „verpokern“

Die VfB-Haltung wird bislang medial als konsequent gelobt, der Übergang zur Sturheit ist aber fließend. Was will ein Verein mit einem Spieler, dessen ausdrücklicher Wunsch es ist, den Verein zu wechseln? Die als fanatisch bekannten Stuttgart-Fans werden diese Haltung längst kritisch registriert haben. Wird der Torschützenkönig der U21-Europameisterschaft gezwungen, im Schwabenland zu bleiben und gerät dabei - wie es für jeden Sportler üblich ist - in eine Krise, brennt der Baum in Stuttgart.

Bislang wurde immer berichtet, dass der VfB Stuttgart aus vielerlei Gründen in der wesentlich besseren Verhandlungsposition als der Rekordmeister in München sei. Fakt ist, dass nun auch ganz sicher der Druck auf die Schwaben zunimmt. Dass auf „Zeit spielen“ bewährt sich ganz offensichtlich nicht. Sollte Nick Woltemade nach München wechseln dürfen, gilt für alle Beteiligten: Je früher desto besser. Auch der VfB benötigt einen Ersatz, für den er die Millionen aus dem Rekordverkauf verwenden wird.

Dieser Artikel entstand in einer Content-Partnerschaft mit fcbayerntotal.com

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Rubriklistenbild: © IMAGO/Frank Hoermann / SVEN SIMON

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