Posten des Sportvorstands in Gefahr?

Spannungen zwischen Eberl und Freund? Bayern-Boss bezieht Stellung

Trotz der Rekordserien von Kompanys Mannschaft gibt es regelmäßige Gerüchte über Zwist in der Führungsebene des FC Bayern. Nun meldet sich dazu CEO Jan-Christian Dreesen.

Das zweijährige Engagement von Sportvorstand Max Eberl beim FC Bayern ist eine Erfolgsgeschichte. Trotzdem sieht er sich permanent mit Negativgerüchten konfrontiert. Zuletzt wurde darüber berichtet, dass er im Zentrum von Unruhen innerhalb der Führungsetage des Rekordmeisters stehen soll. Infolgedessen soll er intern an Einfluss verloren haben, die Chancen für die Verlängerung seines 2027 auslaufenden Vertrags sollen nicht besser als fifty-fifty stehen.

Freund, Dreesen und Eberl ehren Jubilar Kane für sein 500. Pflichtspieltor.

Zu diesen wenig komfortablen Zukunftsperspektiven soll auch sein angeblich angespanntes Verhältnis zu Sportdirektor Christoph Freund beitragen. Zu diesen Gerüchten hat nun der Vorstandsvorsitzende des FC Bayern, Jan-Christian Dreesen, der im Zwist auf Freunds Seite positioniert sein soll, klare Stellung bezogen: „Ich kann sagen, dass die beiden sehr gut zusammenarbeiten. Der Rest ist nur Berichterstattung. Es gibt nichts weiter hinzuzufügen“, so der 58-Jährige unmissverständlich nach dem 4:3-Sieg gegen Real Madrid im CL-Viertelfinal-Rückspiel.

Hervorragende Zusammenarbeit aller Protagonisten beim FC Bayern

Der CEO des Rekordmeisters betonte außerdem, dass die Zusammenarbeit an der Säbener Straße reibungslos funktionieren würde und verwies dabei auch auf die sportlich extrem erfolgreichen Ergebnisse: „Entscheidend ist, wie wir zusammenarbeiten – und das ist hervorragend. Das sieht man auf dem Platz und abseits davon.“

Dreesen widerspricht damit ganz klar den zahlreichen Meldungen über mögliche Spannungen rund um Eberl. Diese berichteten, dass strategische Entscheidungen und Zuständigkeiten innerhalb der sportlichen Führung neu bewertet werden könnten. Dabei könnte Eberl entmachtet und Dreesen selbst zusammen mit Freund die neue sportliche Leitung des Rekordmeisters bilden.

Wieder ein neuer im Vorstand – Der ereignisreiche Bayern-Umbruch der letzten Jahre

Nun ist es also offiziell: Der FC Bayern München bekommt seinen neuen Wunsch-Vorstand. Rouven Kasper hat sich für einen Wechsel vom VfB Stuttgart zum FCB entschieden.
Das gab der Verein am Montag in einer Pressmitteilung bekannt. Ab dem 1. Januar wird der 43-Jährige das Amt als Vorstand für Marketing und Vertrieb beim FC Bayern übernehmen.
Bayern-Präsident Herbert Hainer zeigt sich zufrieden mit der Personalie: „Der Aufsichtsrat ist davon überzeugt, dass Rouven Kasper fachlich und persönlich die richtige Wahl ist, um mit ihm als Vorstand die ambitionierten Ziele des FC Bayern in den Bereichen Marketing und Vertrieb zu erreichen, zumal er unseren Club schon bestens kennt.“
Kasper war bereits von 2016 bis 2021 für den FCB tätig. In sein Hauptaufgabenfeld als „President Asia“ fielen die Markenaktivitäten in Asien. 2021 folgte dann der Wechsel zum VfB Stuttgart. „Unser gemeinsames Ziel ist es, mit voller Kraft an der Weiterentwicklung des FC Bayern zu arbeiten – dazu möchte ich meinen Beitrag leisten. Diese große Aufgabe ist für mich Ehre und Ansporn zugleich“, freut sich Kasper auf seine neue Aufgabe.
Wieder ein neuer im Vorstand – Der ereignisreiche Bayern-Umbruch der letzten Jahre

Einen wichtigen Termin stellt dabei die nächste Sitzung des mächtigen Aufsichtsrats u. a. mit Uli Hoeneß, Karl-Heinz Rummenigge und Herbert Hainer dar. Diese findet Ende Mai statt. Bislang sind keine Details über die angeblich großen Zwistigkeiten innerhalb der FCB-Führungsebene bekannt, lediglich zu den angeblichen Grüppchen-Bildungen. Dies dementiert CEO Dreesen nun vehement.

Sollten Eberl und Freund bei einzelnen Themen unterschiedlicher Meinung sein, jedoch dazu fähig sein, diese konstruktiv und zum Wohle des Vereins zu diskutieren, sei daran erinnert, dass dies das jahrzehntelange Erfolgsmodell des deutschen Rekordmeisters war: Die Alphatiere, Ex-Präsident Hoeneß und Ex-CEO Rummenigge, haben sich nach eigenen Worten bei vielen Angelegenheiten heftig gezofft. Herausgekommen ist dabei eine großartige Erfolgsstory.

Die aktuellen Bayern mit den Protagonisten Eberl, Freund, und natürlich auch Cheftrainer Vincent Kompany, sind gerade auf dem Weg dahin. Es wird derzeit spekuliert, dass Eberls Job (nur) durch ein Triple gerettet werden könnte. Das ist hoffentlich nicht die Idee des FC Bayern: Der Erfolgsweg soll langfristig eingeschlagen werden. Man befindet sich erst am Anfang, die Protagonisten sind die richtigen. Das bestätigt nun auch der Vorstandsvorsitzende.

Rubriklistenbild: © IMAGO/Michael Nibel

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