Endspiel gegen England
Talente der U21 jagen den Titel: Der unterschätzte Held im Team
Nach bedeutenden Triumphen bekommen zumeist die Torschützen besondere Aufmerksamkeit. Dabei beeindruckt vor allem ein zentraler Mittelfeldspieler.
Mönchengladbach – Es war eine schallende Ohrfeige für die U21 von Frankreich! Im Halbfinale der Europameisterschaft unterlag das Team deutlich mit 0:3 gegen Deutschland. Nun ruft am Samstag das Endspiel in Bratislava gegen England.
Reitz führt die U21 bei der EM ins Finale
Doch zurück zum Duell gegen Frankreich: Nach Abpfiff der Partie schwärmten alle von Nick Woltemade und Nelson Weiper. Ein heimlicher Held war jedoch ein anderer: Rocco Reitz. Der Mittelfeldspieler von Borussia Mönchengladbach agiert bei diesem Turnier auf konstant höchstem Niveau. Er ist nicht nur ein fleißiger Arbeiter, sondern auch ein richtig feiner Techniker mit großem Spielverständnis.
Karl war der Letzte: Diese deutschen Nationalspieler feierten ihr Debüt unter Julian Nagelsmann




Markus Babbel lobte in seiner Rolle als Experte von ran: „Ich liebe diesen Spieler einfach. Rocco weiß, was er will und sagt das auch - gar nicht weichgespült. Sein Spielwitz, seine Technik. Das ist schon herausragend.“ Und genau diese Mixtur zeichnet den Mann, der gegen Frankreich überragende elf (!) von zwölf Zweikämpfen gewonnen hat, aus.
Reitz räumt nicht nur auf, er zeigt zudem in der Offensive Qualitäten. Als die Mannschaft von Nationaltrainer Antonio Di Salvo im Viertelfinale (3:2 n.V.) gegen Italien zurücklag, führte seine scharf getretene Ecke zum zwischenzeitlichen Ausgleich. Bereits in der Vorrunde trat er im zweiten Duell gegen Tschechien (4:2) als Assistgeber in den Vordergrund.
Vom schmächtigen zum „giftigen“ Spieler
Sein ehemaliger Coach Marco Rose, der ihm das Bundesligadebüt ermöglichte, lobte im Rahmen des Podcasts Spielmacher – Fußball von allen Seiten“ – von 360Media: „Rocco ist ein Junge, der sich wehrt, keine großen Gedanken macht und um seine Chance kämpft. Genau das gefällt mir bei jungen Spielern. Und das hatte Rocco.“
Der 23-Jährige musste sich dorthin erst entwickeln. Reitz verriet: „Als Jugendspieler war ich etwas kleiner und schmächtiger. Damals bin ich Zweikämpfen aus dem Weg gegangen. Ich habe aber gelernt, diese Duelle zu lieben. Ich haue mich rein und will die ersten Zweikämpfe führen, um Sicherheit zu kriegen.“ Er selbst sieht sich daher als „giftigen Spieler“.
Gemeinsam mit Kapitän Eric Martel bildet Reitz ein kaum zu knackendes Herzstück. Beide sind physisch sehr stark, laufen viel und ergänzen sich dadurch hervorragend. Reitz aber sticht mit seinen fußballerischen Fähigkeiten noch einmal besonders hervor. Es wird auch an ihm liegen, ob Deutschland das Finale gegen England für sich entscheiden kann.
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