Nächster Abschied bahnt sich an

Transfer von FCB-Flop naht: Kader-Maßnahme des FC Bayern lässt tief blicken

Nach nur einer Saison geht es für Bayern-Transferflop Joao Palhinha wohl wieder zurück nach England. Unter Vincent Kompany spielt er keine Rolle mehr.

München – Es war ein deutliches Signal, das der FC Bayern vor dem Testspiel gegen Olympique Lyon sendete. Während sich die Mannschaft von Vincent Kompany auf die Partie vorbereitete, fehlte ein prominenter Name auf der Kaderliste: Joao Palhinha. Der portugiesische Mittelfeldspieler wurde wegen laufender Transfergespräche freigestellt – ein klares Indiz dafür, dass sein Abschied aus München unmittelbar bevorsteht.

Bayern-Flop Joao Palhinha (2. v. r.) steht offenbar vor einer Rückkehr nach England – Tottenham lockt mit der Champions League.

Die Zeichen verdichten sich, dass es den 30-Jährigen zurück auf die Insel zieht. Noch am Wochenende könnte er seinen Medizincheck bei Tottenham Hotspur absolvieren. Was als Millionen-Investment begann, entwickelt sich zu einem der kostspieligsten Fehlgriffe der jüngeren Bayern-Geschichte.

Transfer von FCB-Flop Joao Palhinha steht kurz bevor: Ihn zieht es zurück auf die Insel

Die Verhandlungen zwischen den Münchnern und den Spurs stehen offenbar kurz vor dem Abschluss. Tottenham sichert sich demnach eine einjährige Leihe mit einer Kaufoption für den Sommer 2026 für rund 25 Millionen Euro plus mögliche Bonuszahlungen. Die Leihgebühr soll zwischen fünf und sechs Millionen Euro inklusive Boni betragen, zudem übernimmt der Europa-League-Sieger das komplette Gehalt des Portugiesen in Höhe von rund zehn Millionen Euro brutto.

Für Palhinha dürfte die Qualifikation Tottenhams für die Champions League durch den Europa-League-Triumph ein entscheidender Faktor bei der Vereinswahl gewesen sein. Laut tz-Informationen war auch der FC Everton am Mittelfeldspieler interessiert, doch die Aussicht auf die Königsklasse gab letztendlich den Ausschlag für London.

Millionenfresser und Bankwärmer: Die größten Flop-Transfers des FC Bayern München

Breno, von Januar 2008 bis 2012 beim FC Bayern, 12 Millionen Euro Ablöse, 33 Spiele für den FC Bayern. 
Im Winter 2008 kam der hochtalentierte Innenverteidiger für eine beachtliche Ablösesumme vom FC São Paulo nach München. Schwere Knieverletzungen warfen den Brasilianer immer wieder zurück. Nachdem er unter Alkohol- und Medikamenteneinfluss 2011 sein Haus in Grünwald in Brand setzte, wurde er zu 3 Jahren und 9 Monaten Haft verurteilt. Nach seiner frühzeitigen Haftentlassung kehrte Breno zu seinen Jugendverein São Paulo zurück.
Edson Braafheid, von 2009 bis Januar 2011 beim FC Bayern, 2 Millionen Euro Ablöse, 19 Spiele für den FC Bayern.
Als Wunschtransfer von Louis van Gaal an die Säbener Straße gekommen, fand sich der Niederländer meistens auf der Bank wieder. Wurde 2010 für ein halbes Jahr an Celtic Glasgow verliehen und verließ Anfang 2011 München ablösefrei in Richtung Hoffenheim.
Danijel Pranjić, von 2009 bis 2012 beim FC Bayern, 7,7 Millionen Euro Ablöse, 85 Spiele für den FC Bayern. 
Für eine satte Ablöse wechselte der Kroate vom SC Heerenveen an die Säbener Straße. Genauso wie Braafheid ein Wunschtransfer von Louis van Gaal. Kam Pranjić unter dem Niederländer noch regelmäßig zum Einsatz, änderte sich dies in der Saison 2011/12 unter Jupp Heynckes. Der Vertrag wurde nicht verlängert und der Außenverteidiger verließ ablösefrei den Verein zu Sporting Lissabon. Ein sattes Minusgeschäft für den FC Bayern.
Landon Donovan, von Januar bis März 2009 beim FC Bayern, ausgeliehen, 7 Einsätze (kein Tor) für den FC Bayern.
Ausgeliehen von LA Galaxy während der Klinsmann-Ära, konnte der US-Boy auch im zweiten Anlauf in Deutschland nicht durchstarten (zuvor bei Bayer Leverkusen). Die Verantwortlichen in München waren froh, dass sie keiner festen Verpflichtung zugestimmt hatten und so trennten sich die Wege schnell wieder. In den folgenden Jahren wurde Donovan von Los Angeles zweimal zum FC Everton ausgeliehen. Auch hier blieb es bei Kurzbeschäftigungen.
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Palhinha nur eine Saison beim FC Bayern

Erst im vergangenen Sommer war Palhinha bekanntlich für 51 Millionen Euro vom FC Fulham an die Isar gewechselt. Die Hoffnungen auf einen robusten Sechser, der dem Bayern-Spiel mehr Stabilität verleihen sollte, erfüllten sich jedoch nie. Unter Vincent Kompany hat der Nationalspieler praktisch keine Perspektive, da seine Stärken im Zweikampf nicht zu dem spielerischen System des belgischen Trainers passen. Logisch also, dass er auch beim Testspiel gegen Lyon für Kompany keine Rolle mehr gespielt hat.

In der vergangenen Saison kam Palhinha wettbewerbsübergreifend lediglich in 25 Pflichtspielen auf magere 986 Minuten Spielzeit. Bei der Klub-WM in den USA stand er sogar nur 45 Minuten auf dem Platz – ein deutliches Zeichen für seinen Status als Reservist.

Der bevorstehende Abgang Palhinhas verdeutlicht die Transferpolitik-Probleme der Bayern. Selbst Leon Goretzka, der zeitweise als Verkaufskandidat galt, hatte unter Kompany ein besseres Standing als der Portugiese. Die ursprüngliche Investition von 51 Millionen Euro wird sich bei einem Verkauf für 25 Millionen Euro als kostspieliger Fehlgriff erweisen – ein Verlust von über 20 Millionen Euro nach nur einer Saison. (kus)

Rubriklistenbild: © IMAGO/Frank Hoermann/SVEN SIMON

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