Gladbach-Juwel
Reitz tritt auf Euphoriebremse und spricht über die Zukunft
Nach der Euphorie zum Trainingsstart von Borussia Mönchengladbach tritt Rocco Reitz auf die Bremse. Der Youngster spricht auch über die Zukunft.
Mönchengladbach – Alle Beteiligten von Borussia Mönchengladbach sind gewillt, Wiedergutmachung für die schwache Saison 2023/24 zu betreiben.
In Gladbach weht ein frischer Wind
Die Fohlen-Elf soll laut Gerardo Seoane mutigeren und aktiveren Fußball spielen als im Frühjahr, das ängstliche Verbarrikadieren des Strafraums der Vergangenheit angehören. Auch soll ein einstelliger Tabellenplatz her, statt ein zweites Jahr in Folge um den Klassenerhalt bangen zu müssen.
Reitz tritt auf die Bremse: „Tag für Tag hart arbeiten“
Bei den Fans steigt die Euphorie seit dem Trainingsauftakt, die forschen Ansagen der Verantwortlichen haben ebenso etwas bewirkt wie die Verpflichtungen von Philipp Sander, Kevin Stöger und Tim Kleindienst. Mittelfeldspieler Rocco Reitz lässt sich davon aber noch nicht anstecken, wie er im Interview mit dem Sportbuzzer betont.
„Ich möchte gar kein Ziel, etwa einen Tabellenplatz, ausgeben oder irgendwelche Versprechen machen“, sagt Reitz, der nach seinem Durchbruch in der vergangenen Saison mit der Teilnahme am Trainingslager der deutschen Nationalmannschaft im Mai belohnt wurde. „Es kommt in der Vorbereitung erst mal darauf an, sich darauf zu konzentrieren, Tag für Tag hart zu arbeiten, physisch, taktisch, technisch und auch mental.“
Die Vorfreude auf die kommende Saison sei „bereits sehr groß“, allerdings werde Gladbach erst nach vier Wochen wissen, „wo wir stehen“. Insofern lässt sich zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch keine verlässliche Aussage darüber treffen, ob die Hoffnung auf eine sorgenfreie Spielzeit berechtigt ist.
Nachfolger von Herrmann und Jantschke? Reitz bleibt zurückhaltend
Ein Punkt, an dem die Verantwortlichen in diesem Sommer ansetzen, ist Leadership. Neue Führungsspieler sollen ausgebildet und gefördert werden, zudem haben mit Tony Jantschke und Patrick Herrmann zwei langjährige Säulen der Fohlen-Elf ihre Karrieren beendet. Die Fans hoffen, Reitz bald in ihren Fußstapfen zu sehen – doch auch in diesem Punkt fällt der Youngster mit einer bodenständigen Perspektive auf.
„Verneinen würde ich das gewiss nicht. Aber ich kann natürlich nicht in die Zukunft schauen“, antwortet Reitz auf die Frage, ob er sich künftig eine solche identifikationsstiftende Rolle vorstellen könne. „Man muss verletzungsfrei bleiben, muss immer fit und immer da sein“, betont Reitz, der entscheidend ergänzt: „Auf jeden Fall hoffe ich, dass unser gemeinsamer Weg so lange wie möglich ist. Deshalb habe ich meinen Vertrag ja kürzlich bis 2028 verlängert.“
Reitz ist längst ein wichtiger Faktor für Gladbach
Mit 22 Jahren ist der Youngster gewiss noch am Beginn seiner Karriere, dennoch übernahm er schon vergangene Saison Verantwortung. „Mir wurde es auch leicht gemacht“, erläutert Reitz: „Ich habe einen Trainer, der mir immer geholfen und mich an die Hand genommen hat. Zudem hatte ich Führungsspieler, wie zum Beispiel Julian Weigl, an meiner Seite, die immer ein offenes Ohr hatten. Und wenn du dann Woche für Woche spielen darfst und ab und zu auch noch ein Tor schießt, dann fällt es leichter, die Mannschaft und die Fans mitzunehmen.“
Er selbst zähle sich noch nicht zu den Führungsspielern, doch in einigen Jahren dürfte Reitz genau in diese Rolle schlüpfen. Als Gladbacher Eigengewächs und unermüdlicher Kämpfer im zentralen Mittelfeld bringt er dafür alles mit. Allerdings will Reitz mit Taten überzeugen, statt vor den Mikrofonen Ansprüche zu erheben.
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