Last-Minute-Wende?
Überraschend wieder im Rennen – BVB hat jetzt die besten Chancen auf die Champions League
Gelingt dem BVB in der Bundesliga eine Last-Minute-Wende? Drei Spieltage vor dem Saisonfinale wirkt die Champions League plötzlich wieder erreichbar.
Dortmund – Vor ein paar Wochen schien es noch so, als würde Borussia Dortmund mit dem internationalen Geschäft in der kommenden Saison womöglich überhaupt nichts zu tun haben. Jetzt sieht die Welt ganz anders aus. Nach einigen sehr erfolgreichen Wochen ist der BVB wieder mittendrin im Kampf um Europa – und hat drei Spieltage vor dem Saisonende sogar noch gute Chancen auf das Erreichen der Champions League.
Reicht ein später Aufschwung für die Champions League?
Als Niko Kovac Anfang Februar die Nachfolge des erfolglosen Nuri Sahin als Cheftrainer antrat, stellte sich nicht sofort die gewünschte Trendwende ein. Im Gegenteil: Kovac startete in der Bundesliga mit Niederlagen gegen den VfB Stuttgart und Kellerkind VfL Bochum. Der BVB rutschte so bis auf Platz elf ab und stand zwölf Spieltage vor Saisonende mit satten acht Punkten Rückstand auf die Champions-League-Ränge da.
Es dauerte noch einige Wochen, bis der BVB wieder in Schwung fand. Nach der Länderspielpause im März ging es dann endlich aufwärts. Beachtliche Siege gegen die direkte Konkurrenz aus Mainz (3:1) und Freiburg (4:1) entfachten erste Comeback-Gedanken, die nach dem 2:2 beim FC Bayern und weiteren Siegen gegen Gladbach und Hoffenheim (jeweils 3:2) in den letzten Wochen richtig an Traktion gewannen.
BVB muss nur drei Punkte aufholen
Jetzt ist der BVB zurück im Kampf um die Königsklasse. Die Kovac-Elf steht im Live-Ranking mit 48 Punkten auf Platz sechs. Einen Zähler davor rangiert RB Leipzig, beide jagen den SC Freiburg auf dem ersehnten CL-Platz vier, der aktuell 51 Punkte auf dem Konto hat. Nur drei magere Pünktchen trennen die Schwarz-Gelben also von einem versöhnlichen Saisonende, das die vielen Momente der Enttäuschung der vergangenen Monate vergessen machen könnte.
Mit einem Blick auf die Begegnungen der letzten drei Spieltage wird klar: Der BVB hat gute Karten, eben dieses Szenario Realität werden zu lassen. Das Restprogramm klingt im Vergleich zur Konkurrenz vielversprechend. Zunächst geht es daheim gegen den VfL Wolfsburg – hier ist ein Dreier Pflicht. Dann folgt ein schweres Auswärtsspiel bei Leverkusen, doch die Werkself ist nach zähen Wochen und ohne übrige Titelchancen verwundbar. Am letzten Spieltag empfängt Dortmund dann Holstein Kiel – eine weitere Pflichtaufgabe.
Schwieriger sieht das Programm von Leipzig und Freiburg aus. RB muss gegen den FC Bayern (Heim), Werder Bremen (Auswärts) und den VfB Stuttgart (Heim) ran. Den Breisgauern geht es ähnlich. Auf das Team von Julian Schuster warten Aufgaben gegen Bayer Leverkusen (Heim), Holstein Kiel (Auswärts) und Eintracht Frankfurt (Heim).
Nur vier CL-Startplätze für die Bundesliga
Klar ist: Der BVB muss in den kommenden Wochen seine Hausaufgaben machen. Weitere Ausrutscher sind nicht erlaubt. Doch die Westfalen haben Selbstvertrauen getankt und gehen mit guter Form in die entscheidende Saisonphase, in der es auch auf die Nerven ankommen wird.
Die schönsten Momente in der Karriere von Mats Hummels




Anders als im Vorjahr kann derweil keine der beteiligten Mannschaften auf einen fünften Champions-League-Startplatz für die Bundesliga hoffen. In Deutschland qualifizieren sich klassisch nur die ersten vier für die Königsklasse. Platz fünf spielt in der Europa League, Platz sechs in der Conference League. Dazu kommt der Europa-League-Startplatz für den DFB-Pokal-Sieger. Im Endspiel am 24. Mai stehen sich dort Drittligist Arminia Bielefeld und der VfB Stuttgart gegenüber. Die Chancen auf eine reguläre Qualifikation für Europa über die Liga stehen für die Schwaben indes verschwindend gering. (mbo)
Rubriklistenbild: © IMAGO/nordphoto GmbH / Bratic
