Vor dem Flamengo-Match

Abschiedstournee Müller: Wie geht die FC-Bayern-Legende damit um?

Der Müller-Countdown läuft: Bei der Klub-WM könnte jedes Spiel sein letztes für den FC Bayern sein. Doch der Routinier gibt sich optimistisch.

Orlando – Ein Abschiedsgeschenk von den Orthopäden gab es schonmal (siehe Foto), ansonsten bleibt die Vorstellung surreal: Jedes verbleibende Spiel des FC Bayern bei der Klub-WM in den USA könnte das letzte von Thomas Müller sein – im Bayerntrikot ohnehin, vielleicht sogar in seiner gesamten Karriere.

Tränen, Trauer und Unmut: Die emotionalsten Abschiede beim FC Bayern München

Am 23. Mai 2015 absolvierte Bastian Schweinsteiger gegen Mainz 05 sein letztes Pflichtspiel für den FC Bayern. Es war gleichzeitig sein 500. Bundesligaspiel.
Rund drei Jahre später wurde Schweinsteiger dann auch mit einem offiziellen Abschiedsspiel verabschiedet. In einem Freundschaftsspiel trat der FCB gegen Schweinsteigers damaliges Team Chicago Fire an.
Gleich mehrere Bayern-Abschiede erlebte Claudio Pizarro. Der Peruaner verließ den FCB 2017 nach sechs Jahren in Richtung FC Chelsea. Nach einem Zwischenstopp in Bremen kehrte er 2012 zum FC Bayern zurück.
2015 war dann aber endgültig Schluss. Nach mehr als 200 Spielen und 87 Toren sagte Pizarro den Bayern-Fans „adios“.
Tränen, Trauer und Unmut: Die emotionalsten Abschiede beim FC Bayern München

Den Startschuss für den Müller-Countdown macht am Sonntag (22 Uhr, DAZN und SAT.1) das Achtelfinale gegen Flamengo Rio de Janeiro. Wenn es gut läuft, sprich der FC Bayern weiterkommt, könnten darüber hinaus maximal drei weitere Partien anstehen: Ein Viertel- und Halbfinale sowie das Endspiel in New York.

„Wenn‘s vorbei ist, ist‘s vorbei“.

Wie geht die Vereinslegende damit um? „Das weiß ich ja schon länger, aber das ist mir wurscht“, erklärte Müller in seiner gewohnt humorvollen Art: „Mir macht das Spielen ja trotzdem Spaß. Wenn‘s vorbei ist, ist‘s vorbei.“

Wie schnell es vorbei ist, hängt aber auch von Müllers Leistung und der seiner Teamkollegen ab. Gegen Benfica Lissabon, wo er zunächst im Sturmzentrum und später als Zehner hinter Harry Kane auflief, erwischte auch Müller keinen guten Tag. „Man kann auch ab und zu einfach mal ein schlechtes Spiel machen, das ist manchmal einfach so in einem Menschen drin“, erklärte der Routinier später: „Die Reaktion in der zweiten Halbzeit war so, dass wir uns überhaupt keine Sorgen machen müssen. Wir haben den Gegner müde gespielt. Es hätte genauso gut 4:1 ausgehen können.“ 

Mit dieser Analyse hatte Müller recht. Allerdings stellt sich die Frage, wie die Münchner sicherstellen wollen, gegen Flamengo nicht auch einen schlechten Tag zu erwischen – sondern bestenfalls wieder einen guten: „Wir behalten unser Selbstvertrauen“, gab sich Müller kämpferisch. „Wir sind eine homogene und gut funktionierende Mannschaft. Wir wissen, worum es geht.“

Müller scherzt: „Wir sind hier nicht beim Fußball-Manager“

Gegen Flamengo dürfte es zunächst darum gehen, den emotionalen Südamerikaner zu trotzen. Spielerisch ist der deutsche Rekordmeister ziemlich sicher überlegen – dabei kommt auch der neue Spielort gelegen: Im Hard-Rock-Stadium von Miami erwartet den FCB ein leicht milderes Klima und ein besserer Rasen. Manuel Neuer beschwerte sich beispielsweise nach dem Benfica-Spiel, dass der Ball in Charlotte stockte und kaum aufprallte: „Das war, wie wenn ich jetzt hier meine Badelatsche fallen lasse.“

Thomas Müller

Und: Müller ist– genau wie Neuer – nach vier WM-Teilnahmen ein wahrer Turnier-Experte. „Das Turnier nimmt jetzt voll Fahrt auf. Natürlich sind diese „win-or- go-home“-Spiele kribbelig. Aber wir sind überzeugt, dass wir noch eine Weile hier sind“, erklärte der 35-Jährige. Auch trotz des möglichen Viertelfinals gegen PSG blieb der Routinier optimistisch. Man sei nicht beim „Fußball-Manager“ (Computerspiel, Anm. d. Red.), wo man jeden Spielausgang vorhersehen könne. Müller meinte damit, dass auch ein Achtelfinale gegen Chelsea zum Stolperstein hätte werden können, bevor man überhaupt das Viertelfinale erreicht.

„Natürlich ist Paris nicht leicht, aber gegen PSG haben wir auch schon gewonnen“, gab sich der Routinier kämpferisch. Davor steht allerdings das Achtelfinale gegen Flamengo an – es könnte Müllers letztes Spiel im Bayerntrikot sein.

Wir sind eine Mannschaft, die funktioniert.

Thomas Müller

Millionen-Investment in Kindermöbel

Noch ist seine aktive Karriere nicht vorbei – doch Thomas Müller kümmert sich intensiv um sein Leben nach dem Fußball. Jüngster Coup des 35-Jährigen: Er investiert gemeinsam mit einer Investorengruppe eine siebenstellige Summe in ein Kindermöbel-Start-up aus dem niederösterreichischen Traiskirchen.

Der Weltmeister von 2014 in einer Presseerklärung: „Poptop denkt Kindermöbel neu – mit Stil, Funktion und Verantwortung. Die glücklichen Kunden, der riesige Markt und das starke Team sprechen für sich. Hier kann was richtig Großes entstehen, und ich freue mich sehr, dabei zu sein.“ Das Unternehmen spezialisiert sich auf höhenverstellbare Kinderschreibtische.

Rubriklistenbild: © IMAGO

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