„Ein unvernünftiger Schritt“
US-Stadt trotzt Iran und Ägypten mit Pride-Spiel bei WM – Partie wird zu Politikum
Seattle hat als einer der Gastgeberstädte der WM 2026 im Vorfeld ein Pride-Spiel angekündigt. Die Auslosung der Partie führt nun zu Widerstand.
Seattle – Die Metropole Seattle gilt als eine der weltoffensten Städte der USA. Der Bezirk Captiol Hill ist etwa eines der Zentren für die LGBTQ+-Community im Land. 1974 fand erstmals ein Event des Seattle Pride statt. Das jährliche Pride-Wochenende Ende Juni erinnert an die ersten Proteste der queeren Gemeinschaft gegen Diskriminierung durch die Polizei. Diese Stadtidentität wird auch mit in die Austragung der WM 2026 getragen.
Seattle ist einer der Spielorte. In diesen Zusammenhang wird am 26. Juni, dem Wochenende des Pride Festivals in Seattle, auch ein Pride-WM-Spiel gefeiert. Nach der Auslosung ist nun klar, dass es sich bei dem Pride-Spiel um das Aufeinandertreffen des Iran und Ägypten handelt. Das führt zu Kontroversen.
Iran und Ägypten stellen sich gegen Pride-Spiel bei der WM 2026
Der iranische Fußballverbandschef Mehdi Taj bezog bereits Stellung zur Namensgebung des Pride-Spiels seiner Nationalmannschaft. „Sowohl wir als auch Ägypten haben Einspruch erhoben. Es war ein unvernünftiger Schritt, der den Eindruck erweckte, eine bestimmte Gruppe zu begünstigen. Wir werden diese Angelegenheit definitiv klären“, sagte er laut der Nachrichtenagentur Wada.
Auch Hana Tadesse, eine der WM-Organisatorinnen der Stadt, hat sich gegenüber der Deutschen Presse-Agentur geäußert. „Wir haben keinen Einfluss darauf, was auf dem Spielfeld oder im Stadion passiert – das ist Sache der FIFA. Was wir jedoch beeinflussen können, ist, wie Seattle die Welt während des Pride-Wochenendes willkommen heißt“, so die Vertreterin entschlossen. Dazu betonte Tadesse, dass das Pride Game „eine Initiative des lokalen Organisationskomitees und kein Programm der FIFA“ sei.
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Im Iran sind homosexuelle Handlungen strafbar und führen teilweise zur Todesstrafe. Auch in Ägypten werden queere Menschen unter dem Deckmantel sogenannter „Moralbestimmungen“ mit mehrjährigen Haftstrafen bedroht und sind teilweise sogar Folter von ägyptischen Polizeibeamten ausgesetzt, wie Human Rights Watch 2020 berichtete. Die FIFA hat noch nicht reagiert. Auch ein Einschreiten von Donald Trump ist denkbar. Vor Wochen hatte er der Stadt Seattle bereits gedroht.
„Wenn wir glauben, dass es in Seattle Probleme geben wird, wo eine sehr, sehr liberale, fast schon kommunistische Bürgermeisterin ist (...) Gianni, kann ich dann sagen, dass wir die Veranstaltung verlegen werden?“, so das Staatsoberhaupt damals auf einer Pressekonferenz im Weißen Haus. Das Pride-Spiel Iran gegen Ägypten wird zum Politikum mit vorerst offenem Ausgang. (jsk)
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