Auftaktspiel gegen Polen

Verletzungsdrama bei EM-Auftakt: DFB-Kapitänin Gwinn unter Tränen ausgewechselt

Ein schlimmer Rückschlag für die deutschen Frauen bei der EM. Im Auftaktspiel gegen Polen muss Kapitänin Giulia Gwinn unter Tränen noch vor der Halbzeitpause raus.

Update, 23.05 Uhr: Die Matchwinnerin fühlt mit der verletzten Kapitänin. Jule Brand im ARD-Interview zur Verletzung von Giulia Gwinn: „Giuli ist eine sehr wichtige Spielerin für uns. Auf dem Platz mit ihrer Leistung, aber auch mit ihrer Mentalität. Ich glaube, man hat schon auch einen kleinen Knick bemerkt bei uns. Jetzt ist erstmal das Wichtigste, dass es hoffentlich bei ihr nicht so schlimm aussieht.“

Erstmeldung, 4. Juli: St. Gallen – Was für ein bitterer Auftakt für die deutsche Frauen-Nationalmannschaft bei der EM in der Schweiz. Im Auftaktspiel gegen Polen muss die Wück-Elf noch in der ersten Hälfte einen bitteren Schock verkraften: Kapitänin Giulia Gwinn verletzt sich.

Bei einer Rettungstat im eigenen Strafraum ist der Bayern-Star hellwach und klärt mit einer Grätsche gegen Polens Topstürmerin Pajor. Dabei verdreht sich Gwinn allerdings unglücklich das linke Knie. Besonders in der Wiederholung ist die schmerzhafte Aktion deutlich zu erkennen.

DFB-Kapitänin Giulia Gwinn verletzt sich bei Frauen-EM-Auftakt gegen Polen

Bundestrainer Wück nominiert Kader für EM 2025: Diese 23 Spielerinnen sind dabei

Nach dem Rücktritt von Merle Frohms im Jahr 2024, etablierte sich Ann-Katrin Berger etwas überrascht als neue Nummer 1. Seitdem konnte die 34-Jährige nicht mehr verdrängt werden. Ihre Erfahrung und Stärke auf der Linie geben dem deutschen Team Sicherheit. Im Aufbau, kann sie noch etwas zulegen.
Ihre Vertreterin wird die 25-jährige Stina Johannes sein. In der Bundesliga machte sie sich bei Eintracht Frankfurt einen Namen. Für die A-Nationalmannschaft durfte sie bereits drei Mal zwischen den Pfosten stehen.
Ebenfalls mit dabei ist Ena Mahmutovic. Die 21-Jährige gilt als äußerst talentiert und wird aller Voraussicht nach die zweite Ersatzkeeperin im Kader von Christian Wück.
Natürlich ist auch Giulia Gwinn dabei. Die 25-Jährige übernahm nach dem Rücktritt von Alexandra Popp die Kapitänsbinde beim DFB-Team. Gwinn gilt als unangefochtene Stammkraft auf der rechten Abwehrseite. Neben der Defensivarbeit schaltet sie sich immer wieder auch in Offensivaktionen ein.
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Gwinn muss sich von zwei Betreuern behandeln lassen und humpelt vom Platz. Die 26-Jährige versucht es zwar noch einmal für wenige Sekunden, dann sinkt sie aber im Mittelkreis erneut zu Boden. Tränen kullern der deutschen Leistungsträgerin übers Gesicht, dann zeigt sie an: Es geht nicht mehr weiter.

Bundestrainer Christian Wück muss daraufhin improvisieren. Für Gwinn kommt in der 40. Minute Carlotta Wamser von Eintracht Frankfurt in die Partie. Die DFB-Frauen zeigen sich in der Folge überraschend nur wenig geschockt von der Verletzung ihrer Kapitänin, spielen sich bis zur Halbzeit noch die größte Chance der Partie heraus. Dennoch geht es mit 0:0 in die Kabinen. Noch vor der Partie gedachten die DFB-Frauen dem verstorbenen Fußball-Star Diogo Jota mit einer besonderen Geste.

DFB-Kapitänin Gwinn bei EM-Auftakt unter Tränen ausgewechselt: Böse Erinnerungen werden wach

Nun heißt es Daumen drücken für Giulia Gwinn. Die musste in ihrer noch jungen Laufbahn bereits zwei schwere Knieverletzungen verkraften. Im September 2020 ereignete sich während des EM-Qualifikationsspiels gegen Irland der erste Kreuzbandriss im rechten Knie. Gwinn sagte damals: „Das war ein Moment, da hat es mir wirklich den Boden unter den Füßen weggezogen.“

Musste noch in der ersten Halbzeit unter Tränen ausgewechselt werden: DFB-Kapitänin Giulia Gwinn.

Sie kämpfte sich zurück und stand bei der EM 2022 wieder im Stammpersonal der Nationalmannschaft. Das Schicksal schlug wenige Jahre später erneut zu: Im Oktober 2022 verletzte sich Gwinn erneut bei der Nationalmannschaft, dieses Mal im Training. Erneut ein Kreuzbandriss, nun im linken Knie. Gwinn zur erneuten Verletzung: „Es ist vielleicht schlimm, weil man genau weiß, was auf einen wartet. Aber es hilft auch, weil man vertraut ist mit dem Thema.“ Nach 322 Tagen konnte sie schließlich ihr Comeback für den FC Bayern feiern. Bleibt zu hoffen, dass es die DFB-Kapitänin nicht erneut so schlimm erwischt hat … (rele)

Rubriklistenbild: © IMAGO/BEAUTIFUL SPORTS/Wunderl

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