Fußballlegende teilt aus

Calmund nach PSG gegen Bayern: „Die Vollidioten, die Wichtigtuer“

Nach dem Champions-League-Topspiel zwischen Paris Saint-Germain und dem FC Bayern teilt Reiner „Calli“ Calmund auf unerwartete Weise gegen den Titelverteidiger aus.

Paris / München - Am 4. Spieltag der Fußball-Königsklasse erzielte der FC Bayern einen beeindruckenden 2:1-Sieg beim amtierenden Titelträger PSG. Dabei wurden die Pariser in der ersten Halbzeit vom deutschen Rekordmeister teilweise schwindelig gespielt, in der zweiten Halbzeit praktizierten die Münchner nach dem Platzverweis von Luis Díaz eine erfolgreiche Abwehrschlacht.

Reiner „Calli“ Calmund: Die Fußball-Funktionärslegende hat noch nie ein Blatt vor den Mund genommen.

Das freute auch die deutsche Fußball-Funktionärslegende Reiner Calmund:. „Wenn so ein Spiel wie gestern ist, dann bin ich deutscher Fußball-Fan und damit auch 100 Prozent Fan von Bayern München“, so der 76-Jährige im Sport1-„Fantalk“. Ein Sympathisant von PSG ist er allerdings überhaupt nicht, wie „Calli“ mehr als deutlich machte. Dabei erinnerte er an das Champions-League-Finale zwischen den Bayern und PSG im Jahr 2020.

Calmund amüsiert sich über den Siegtorschützen des CL-Endspiels 2020

„Was mich damals am meisten gefreut hat, wisst ihr, was das war?“, fragte der frühere Leverkusen-Manager in die Talk-Runde und ergänzte: „1:0 gewinnt Bayern München. Es gibt eine wunderbare Flanke von Kimmich. Und weißt du, wer den reinköpft?“ „Coman“, die prompte und natürlich richtige Antwort von Moderator Jochen Stutzky. „Und weißt du, wo der herkam?“, fragte Calmund weiter. „Aus Paris“, antwortete Stutzky mit einem Grinsen.

„Der hat in der Jugend früher bei Paris gespielt. Die Vollidioten, die Wichtigtuer haben den gehen lassen! Und der Jugendspieler köpft denen das 1:0 rein. Da hatte ich einen Spaß dran, wie bekloppt“, amüsierte sich Calmund auch mehr als fünf Jahre nach dem Endspiel, das damals wegen der Corona-Pandemie ohne Fans im Estadio da Luz in Lissabon ausgetragen werden musste.

Comebacks, Rekorde und Dramen: Historische Momente der Champions-League-Geschichte in Bildern

Die Nacht von München gehört bis heute zu den größten Momenten des deutschen Vereinsfußballs. Borussia Dortmund überraschte im Champions-League-Finale 1997 den großen Favoriten Juventus Turin und setzte sich im Olympiastadion mit 3:1 durch. Karl-Heinz Riedle traf doppelt, ehe Lars Ricken mit seinem ersten Ballkontakt den legendären Lupfer zum Endstand erzielte. Für den BVB war es der erste Triumph in der Königsklasse – ein Erfolg, der den Klub auf Europas Fußballthron katapultierte.
Das Endspiel von Barcelona gilt als eines der spektakulärsten Champions-League-Finals aller Zeiten – und aus Bayern-Sicht als die „Mutter aller Niederlagen“. Durch ein frühes Tor von Mario Basler führten die Münchner fast 90 Minuten lang, trafen zudem Pfosten und Latte – der Pokal schien sicher. Doch in der Nachspielzeit schlug Manchester United doppelt zu: Teddy Sheringham glich in der 91. Minute aus, Ole Gunnar Solskjær traf in der 93. Minute zum 2:1. Innerhalb von 120 Sekunden verloren die Bayern den sicher geglaubten Titel – ein Trauma, das bis heute nachwirkt.
Es war einer der schönsten Treffer der Champions-League-Geschichte: Im Finale zwischen Real Madrid und Bayer Leverkusen nahm Zinédine Zidane kurz vor der Pause einen hohen Ball direkt und schoss ihn mit einem linken Volley unhaltbar in den Winkel. Reals 2:1-Sieg im Hampden Park machte die „Königlichen“ zum Champion und Zidane zum Helden – sein Traumtor gilt bis heute als Inbegriff von Eleganz und Klasse im europäischen Fußball.
Im Viertelfinal-Rückspiel zwischen Real Madrid und Manchester United zeigte Ronaldo Nazário eine seiner größten Champions-League-Leistungen. Der brasilianische Stürmer erzielte im Old Trafford einen Hattrick, jeder Treffer auf seine Art ein Kunstwerk – kraftvoll, präzise, eiskalt. Obwohl United das Spiel 4:3 gewann, zog Real dank des 3:1 aus dem Hinspiel ins Halbfinale ein. Beeindruckend: Selbst die United-Fans erhoben sich nach seiner Auswechslung und spendeten Standing Ovations – eine der seltenen Szenen, in denen ein gegnerischer Spieler in Old Trafford gefeiert wurde.
Comebacks, Rekorde und Dramen: Historische Momente der Champions-League-Geschichte in Bildern

Der Sieg der Bayern in der CL-Ligaphase war nun weniger bedeutend, für die Bayern aber ein echter Achtungserfolg, ein Ausrufezeichen in Fußball-Europa. Calmund lobte den Auftritt in der ersten Halbzeit, in der die Bayern „super gespielt“ hätten. In der Abwehrschlacht der zweiten Halbzeit war „Callis“ großer Gewinner der fünffache Welttorhüter Manuel Neuer.

Rubriklistenbild: © IMAGO/Peter Back

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