Die Protagonisten beim größten Deal der Vereinsgeschichte

Koa Eberl - Wirtz-Transfer Chefsache von Uli Hoeneß

Uli Hoeneß liefert bei den Transferbemühungen des FC Bayern um Florian Wirtz in der Öffentlichkeit derzeit ein Verwirrspiel – obwohl er in der Causa offenbar eine zentrale Rolle spielt.

München - Die SportBILD berichtet, dass es bereits Anfang März - noch vor dem Champions-League-Achtelfinal-Hinspiel des FC Bayern gegen Bayer Leverkusen - zu einem erneuten Treffen zwischen Uli Hoeneß und Hans Wirtz, dem Vater von Florian, gekommen sein soll. Dieses hätte im Haus des FCB-Patrons in Bad Wiessee am Tegernsee stattgefunden.

Hoeneß wie zu besten Zeiten als Klubmanager und -Präsident

Anders als der Ehrenpräsident des FC Bayern das Treffen zuletzt öffentlich beschrieben hat, soll dabei ein möglicher Wechsel des 21-jährigen Nationalspielers an die Säbener Straße ein sehr konkretes Thema gewesen sein. Auf Nachfrage wollten sich dazu aber weder der Verein noch Hans Wirtz äußern. Dennoch berichtet das Boulevardblatt, dass der 73-jährige Hoeneß in den Deal so tief wie zu aktiven Zeiten als Manager oder Vereinspräsident involviert sein soll. Es war definitiv nicht das erste Treffen zwischen Hoeneß und der Wirtz-Familie am Tegernsee.

Uli Hoeneß und Max Eberl auf der Ehrentribüne der Allianz Arena.

Der Ausnahmespieler des noch amtierenden Meisters Bayer Leverkusen soll nicht nur sportlich in die Fußstapfen von Thomas Müller treten, sondern auch zum neuen Gesicht des Rekordmeisters werden. Laut SportBild soll dafür auch das bisherige Gehalt Müllers von jährlich 17 Millionen Euro in das Wirtz-Paket fließen – inklusive Ablöse und Gehalt könnte der 5-Jahres-Deal bis zu 250 Millionen Euro teuer werden.

Der mächtige Aufsichtsrat hat dem Deal wohl schon zugestimmt

Für dieses gewaltige Projekt sollen die Grundvoraussetzungen bereits geschaffen worden sein: Die Genehmigung durch den Aufsichtsrat gilt laut SportBILD als Formsache. Herbert Hainer, Präsident und Aufsichtsratsvorsitzender, wie Aufsichtsrat Karl-Heinz Rummenigge unterstützen Hoeneß nach Kräften, um den Supertechniker nach München zu holen.

FCB-CEO und nicht Sportvorstand bei den Gesprächen involviert

Es wird auch berichtet, dass FCB-CEO Jan-Christian Dreesen eine wichtige Rolle in den anstehenden Verhandlungen mit dem Werksverein spielen könnte. Anders als Sportvorstand Max Eberl, dessen Verhältnis zu Bayer-Sportchef Simon Rolfes und Geschäftsführer Fernando Carro nach den schwierigen Verhandlungen um Jonathan Tah als angespannt gilt, ginge der Vorstandsvorsitzende unbelastet in die Gespräche. Eberl könnte damit bei dem geplanten Mega-Deal außen vor bleiben, was ihm vielleicht nach den öffentlichen Beleidigungen durch Carro im letzten Jahr nicht so ganz unrecht ist.

Der nun geschilderte Sachverhalt ist vor dem Hintergrund der jüngsten Medienmeldungen, dass der FC Bayern in Wirtz´ Zukunftsplänen hinter Real Madrid und Manchester City nur die dritte Position einnimmt, durchaus überraschend. Nicht die Tatsache, dass der Ehrenpräsident stark involviert ist, sondern dass die Verhandlungen schon so weit fortgeschritten sein sollen und die Aufgabenteilung so sehr konkretisiert ist.

Die Rolle von FCB-Anteilseigner Adidas

Neben der erwünschten sportlichen Verstärkung geht es dabei nicht zuletzt auch um riesige Marketingeffekte: Bekanntermaßen steht Wirtz – wie Jamal Musiala – beim FCB-Anteilseigner Adidas unter Vertrag, für den Sportartikelhersteller hinsichtlich weltweiter Trikotverkäufe von großem Interesse.

Wo schlägt der FC Bayern zu? Die aktuellen Transfergerüchte im Überblick

Schon im Januar wurde der FC Bayern intensiv mit Christopher Nkunku in Verbindung gebracht. Sportvorstand Max Eberl soll mit dem Spielerlager schon kurz vor einer Einigung gestanden haben. Eines der Hauptprobleme blieb die hohe Preisvorstellung des FC Chelsea. Jüngsten Medienberichten zufolge könnte der Ex-Leipziger im Sommer allerdings deutlich günstiger werden – und womöglich „nur“ 40 bis 45 Millionen Euro kosten.
Dass die Bayern Florian Wirtz (li.) unbedingt verpflichten wollen, ist längst kein Geheimnis mehr. Die Klub-Bosse wollen das Duo Wirtz/Musiala nicht nur in der Nationalmannschaft, sondern auch auf Vereinsebene sehen. Die Münchner wären wohl bereit, tief in die Tasche zu greifen, um das Supertalent am liebsten schon in diesem Sommer von Ligakonkurrent Bayer Leverkusen loszueisen.
Nick Woltemade steht bei den Bayern weit oben auf der Stürmer-Wunschliste. Der U21-Nationalspieler wechselte erst im vergangenen Sommer von Werder Bremen zum VfB Stuttgart, überzeugte seitdem die Bayern-Bosse von seinen Fähigkeiten. Sein Vertrag läuft noch bis 2028 – und beinhaltet keine Ausstiegsklausel.
Und noch ein deutscher Stürmer: Mit seiner überragenden Saison bei Mainz 05 spielte Jonathan Burkardt sich bereits in die deutsche Nationalmannschaft. Logisch, dass das auch den Rekordmeister auf den Plan ruft. Ex-Bayern-Profi Nils Petersen riet Burkardt aber jüngst, einen Bayern-Wechsel aufgrund geringer Einsatzchancen gut zu überdenken.
Wo schlägt der FC Bayern zu? Die aktuellen Transfergerüchte im Überblick

Es wird in diesem Kontext auch gemunkelt, dass Adidas zur Finanzierung des Wirtz-Deals seine bisherigen Anteile von 8,33 Prozent an der FC Bayern AG um weitere fünf Prozent erweitern könnte, für einen dreistelligen Millionenbetrag. Auch in diesem Fall wäre Dreesen, ehemals FCB-Finanz-Vorstand, viel eher der geeignete Ansprechpartner als Sportvorstand Max Eberl.

Rubriklistenbild: © IMAGO

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