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Während Woltemade glänzt, trumpft ein DFB-Youngster in seinem Schatten auf
Nick Woltemade dominiert die U21-Europameisterschaft. Abseits des Rampenlichts brilliert noch ein anderer Youngster der DFB-Auswahl.
Mönchengladbach – Dass Stürmer im Fußball die größte Anerkennung erhalten, liegt auf der Hand. Schließlich sind sie diejenigen, die für das Toreschießen verantwortlich sind – und darauf kommt es am Ende auch an.
Woltemade ist der Star der U21-EM
Die Schlagzeilen über die in der Slowakei stattfindende U21-Europameisterschaft drehen sich deshalb primär um Nick Woltemade. Der Angreifer des VfB Stuttgart erzielte beim 3:0-Sieg des DFB-Nachwuchses im Halbfinale gegen Frankreich seinen sechsten Turniertreffer und ist im Begriff, zum Torschützenkönig gekrönt zu werden. Ein- oder überholt werden kann Woltemade im Finale gegen England realistisch nur von Harvey Elliott (vier Tore) oder DFB-Kollege Nelson Weiper (drei Tore).
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Weiper war es auch, der am Mittwochabend den Torreigen gegen Frankreich eröffnete. In der Entstehung hatte Woltemade seine Finger im Spiel, zu verdanken war der Führungstreffer aber einem Spieler, der in der zweiten Reihe naturgemäß weniger Aufmerksamkeit genießt.
Gladbach-Star trumpft im Schatten von Woltemade auf
Rocco Reitz setzte nach einem Pass von Frankreich-Verteidiger Soungoutou Magassa einen cleveren Nadelstich, eroberte den Ball im Vorwärtsverteidigen und steckte diesen instinktiv auf Woltemade durch.
Mit dieser Szene setzte Reitz ein erstes Highlight, dem er eine engagierte Leistung gegen den Ball folgen ließ. Der Mittelfeldmotor von Borussia Mönchengladbach verlor gegen die Équipe Tricolore nur einen Zweikampf, war mit drei abgefangenen Bällen und fünf Tacklings ein Abräumer.
Dass Reitz auch mit dem Ball am Fuß einiges kann, weiß vor allem Woltemade zu schätzen. Im zweiten Gruppenspiel gegen Tschechien (4:2) versenkte der VfB-Angreifer eine maßgeschneiderte Flanke seines Nationalmannschaftskollegen per Kopf, im Viertelfinale gegen Italien (3:2 n.V.) ließ Reitz eine Eckballvorlage auf Woltemade folgen.
Reitz sammelt bei U21-EM wichtige Pluspunkte
Sammelt da jemand Punkte, um perspektivisch für die A-Nationalmannschaft infrage zu kommen?
Reitz ist kein Unbekannter für Julian Nagelsmann, gemeinsam mit Brajan Gruda wurde das Gladbach-Juwel ins Trainingslager vor der Heim-Europameisterschaft 2024 eingeladen. Beide bleiben sogar bis zum Ende der Vorbereitung im Kreise der Top-Stars.
Damals hatte Reitz erst ein Bundesliga-Jahr in den Knochen, sammelte anschließend in der Saison 2024/25 mit Borussia weitere Erfahrungen und festigte seinen Platz in der U21. Die Leistungen während der Nachwuchs-EM dürften Nagelsmann kaum verborgen bleiben.
Spannend wird die mittelfristige Umstrukturierung der DFB-Zentrale allemal. Pascal Groß feierte am 15. Juni seinen 34. Geburtstag, Robert Andrich verlor bei Bayer Leverkusen an Boden und verbrachte im Final-Four-Turnier der Nations League lediglich 14 Spielminuten auf dem Rasen. An Leon Goretzka scheiden sich indes die Geister, obgleich sich der Star des FC Bayern im Endspurt der abgelaufenen Saison rehabilitierte.
Kommt Reitz nicht um einen Gladbach-Abschied herum?
Aleksandar Pavlović, Angelo Stiller und Tom Bischof gelten als vielversprechendste Kandidaten für die Zukunft der deutschen Nationalmannschaft, nicht zu vergessen ist außerdem Felix Nmecha.
Um sich in der DFB-Elf festzuspielen, stellt sich für Reitz daher eine durchaus unbequeme Frage: Muss er trotz seiner Verbundenheit zu Gladbach den nächsten Karriereschritt anstreben?
Auch bei Mittelstürmer Tim Kleindienst ist darüber diskutiert worden, denn im Bundesliga-Mittelfeld wird es auf Dauer schwer, sich für höchste Aufgaben zu empfehlen – auch wenn Nagelsmann einen stärker leistungsorientierten Ansatz verfolgt als seine Vorgänger Hansi Flick und Joachim Löw.
Reitz schuf im Mai Fakten und verkündete seinen Verbleib bei Borussia. Aus seinen Ambitionen macht der 23-Jährige allerdings kein Geheimnis, und wenn er diese nicht am Niederrhein erfüllen kann, wird er um einen Vereinswechsel nicht herumkommen. Dass im Dezember Manchester City und Inter Mailand mit ihm in Verbindung gebracht wurden, deutet zumindest an, dass das Top-Regal kein unerreichbares Ziel ist.
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