Kleiner Rückschlag
Weckruf für Gladbach: St. Pauli hält den Fohlen den Spiegel vor
Borussia Mönchengladbach liefert gegen den FC St. Pauli eine schwache Vorstellung ab. Die Fohlen können lediglich mit einem Punkt zufrieden sein.
Mönchengladbach – Wenn die Verantwortlichen von Borussia Mönchengladbach betonen, man müsse in der Bundesliga an jedem Wochenende an die Grenze gehen, dann ist das keine Floskel.
Gladbach verpasst Sieg auf St. Pauli
Der FC St. Pauli hat den Fohlen am Sonntagnachmittag den Spiegel vorgehalten. Die Kiezkicker waren trotz des 15. Tabellenplatzes die dominante Mannschaft, drückten Gladbach über 90 Minuten in die eigene Hälfte und ließen selbst nach Ballverlusten wenig zu.
War der Gladbacher Führungstreffer durch Ko Itakura (45.+1) noch als glücklich einzustufen, so war der Ausgleich durch Oladapo Afolayan (85.) die Konsequenz eines pomadigen Auftritts der Gäste. Borussia erlitt viele Ballverluste, gewann kaum zweite Bälle, schuf nie Entlastung. Die nachfolgenden Erkenntnisse können Cheftrainer Gerardo Seoane kaum zufriedenstellen.
Pereira Cardoso ist Gladbachs Lichtblick
Der einzige Lichtblick am Millerntor war Tiago Pereira Cardoso. Das Torwart-Talent kassierte zwar sein erstes Gegentor, war bei Afolayans Distanzschuss aber machtlos.
Abgesehen davon bot Pereira Cardoso eine überzeugende Leistung. Trotz seines jungen Alters strahlt der Luxemburger eine große Ruhe und Souveränität aus. Die aggressive Herangehensweise des FC St. Pauli sorgte nur für wenige Schweißperlen auf seiner Stirn. Sowohl auf der Linie als auch bei Flanken und mit dem Ball am Fuß wirkte Pereira Cardoso nicht wie jemand, der erst zum dritten Mal in einer Bundesliga-Startelf stand.
Zwischen den Pfosten können die Gladbacher Verantwortlichen somit trotz der Ausfälle von Moritz Nicolas und Jonas Omlin entspannt bleiben.
Gladbach zeigt fast die Eigenschaft eines Top-Teams
Borussia hat indes in der ersten Halbzeit eine Eigenschaft unter Beweis gestellt, die in der Regel Spitzenmannschaften zugeschrieben wird: Effizienz.
Obwohl St. Pauli von Beginn an die überlegene Mannschaft war, brauchte es lediglich den Eckball in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit, um das Spiel – scheinbar – auf seine Seite zu ziehen. Itakura veredelte eine mustergültige Flanke von Honorat.
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Dass Gladbach aber kein Top-Team ist, machte sich in der zweiten Halbzeit bemerkbar. Der Führungstreffer beflügelte die Mannschaft nicht, vielmehr ließ sie sich erneut vom aggressiven Anlaufen der Hamburger beeindrucken. Es blieb eine Zitterpartie, daran änderten auch die defensiven Wechsel nichts.
Der Punktgewinn ist primär der dürftigen Entscheidungsfindung im letzten Drittel und Präzision des FC St. Pauli zu danken. Gegen einen entschlosseneren Gegner mit mehr Qualität im Abschluss wäre ein Punkt unwahrscheinlicher gewesen.
Kleindienst am Millerntor tor- und sieglos
Zu den Spielern, die einen dürftigen Arbeitstag erlebt haben, zählt auch Tim Kleindienst. Der 29-Jährige fühlt sich am Millerntor selten wohl.
Kleindienst hat sechs Auswärtsspiele gegen St. Pauli bestritten, in diesen kein Tor erzielt und keinen Sieg gefeiert. In den Saison 2019/20 und 2022/23 sprang jeweils ein 0:0-Remis heraus, das war aber das höchste der Gefühle.
Auch mit Gladbach hat der deutsche Nationalspieler am Kiez kein Glück. Weder konnte Kleindienst Akzente im Pressing setzen oder lange Bälle festmachen, noch fiel er mit gefährlichen Torchancen auf.
Für Kleindienst und seine Mannschaftskollegen gilt es nun, das Spiel abzuschütteln. Mit 44 Punkten hat Gladbach den sechsten Tabellenplatz inne und die große Überraschung weiter in der eigenen Hand. Und selbst wenn es am Ende nicht für Europa reichen sollte, kann Borussia schon jetzt von einer positiven Saison sprechen.
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