Top-3-Kandidaten auf den WM-Titel?

Wird Deutschland Weltmeister? DFB-Legende lässt mit WM-Prognose aufhorchen

Die deutsche Nationalmannschaft träumt vom WM-Titel 2026. Für eine DFB-Ikone ist noch unklar, wie erfolgreich das Turnier tatsächlich verlaufen wird.

Die WM 2026 wirft ihre Schatten voraus. Während Rudi Völler sich zuletzt gegen einen Boykott aussprach (Ausrichter USA steht aus politischen Gründen in der Kritik), arbeiten Julian Nagelsmann und sein Trainerteam an den sportlichen Vorbereitungen. Der Titel ist das Ziel, doch ist die Nationalmannschaft schon stark genug dafür? Eine Frage, mit der sich auch Weltmeister Thomas Müller beschäftigt hat.

Thomas Müller wurde 2014 Weltmeister, verfolgt den weiteren Weg des DFB-Teams ganz genau.

Im großen kicker-Interview spricht der 131-malige Nationalspieler Deutschlands über die Erwartungshaltung bei der WM, die ab Mitte Juni in Mexiko, den USA und Kanada stattfindet. Seine Wahrheit klingt unbequem, denn: Mit dem Titelgewinn rechnet der 36-Jährige eigentlich nicht. „Wir haben genügend Qualität, um jede Top-Nation an einem einzelnen Tag zu schlagen. Aber ich sehe umgekehrt die Stabilität nicht, dass wir kaum zu schlagen wären“, mutmaßt er.

DFB-Legende Thomas Müller glaubt nicht an WM-Titel 2026

Er verdeutlicht: „Das ist ein Unterschied: Kann ich mal jemanden schlagen oder bin ich selbst ganz schwer zu besiegen? Deshalb sind wir keiner der engeren Favoriten.“ Grundsätzlich also traut er Deutschland zu, absolute Spitzennationen wie Argentinien oder Frankreich zu besiegen – gleichzeitig kann er aber auch Niederlagen gegen „kleinere“ Gegner nicht ausschließen.

In den letzten Jahren, angefangen bei der desaströsen Weltmeisterschaft 2018, hätte Deutschland es nicht geschafft, für eine Trendwende zu sorgen. Müller nimmt sogar das Wort „misslungen“ in den Mund. Was dem DFB-Team fehlt, sind „feste Größen in Teams, die regelmäßig im Halbfinale oder Finale der Champions League unterwegs sind.“ Der FC Bayern, Müllers Ex-Klub, könnte durch CL und DFB-Pokal bald in ein Termin-Chaos geraten.

Rückblick WM 2014 – Was können wir für 2026 lernen?

Zur Vorbereitung auf die WM wurden vier Freundschaftsspiele geplant, davon das letzte als Benefiz-Spiel. Zwischen dem zweiten und dritten Spiel fand vom 21. bis 31. Mai 2014 ein Trainingslager im Passeiertal in Südtirol statt.
Geschlossen, konzentriert, ohne Allüren – so startete Deutschland 2014 ins Turnier. Schon hier war zu spüren, dass Hierarchien klar verteilt waren. 2014 gewann kein Star das Turnier, sondern eine funktionierende Ordnung.
Thomas Müller eröffnete die WM mit brutaler Effizienz. Drei Tore erzielte der damals 24-Jährige im Auftaktspiel gegen Portugal mit Superstar Cristiano Ronaldo. Ein Turnierstart, den wir uns 2026 so auch wünschen würden.
Plötzlich geriet Deutschland ins Wanken. Im zweiten Gruppenspiel gegen Ghana war das DFB-Team gefordert. Gegen Prince Boateng und Co. kamen die Deutschen nicht über 2:2 hinaus. Ein Spiel, das den Charakter der deutschen Elf testete.
Rückblick WM 2014 – Was können wir für 2026 lernen?

Derzeit, so Müller, würde Deutschland nicht zu den Top-3-Kandidaten auf den WM-Titel gehören. Gleichzeitig forderte der Stürmer die Nationalspieler auf, „mit dem Mindset ins Turnier gehen, alles in die Waagschale zu werfen, um das Finale möglich zu machen.“ Trotz seiner pessimistischen Prognose würde er sich sehr über den fünften Stern auf dem Trikot mit dem Bundesadler freuen. Auch, wenn er diesmal keine Tore beisteuern kann. (is)

Rubriklistenbild: © imago sportfotodienst

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