WM-Achtelfinale
Elf Minuten Nachspielzeit, zwei Elfer – England zerstört Gastgeber-Träume
Ein überragender Jude Bellingham trifft binnen einer Minute und 38 Sekunden doppelt. Mexiko kämpft bis zum Schluss. Der Ticker zum Nachlesen.
Fazit: Nach Abpfiff des WM-Achtelfinals zwischen England und Mexiko löst Thomas Tuchel das Viertelfinalticket mit den Three Lions. Dabei war die Partie lange Zeit recht ausgeglichen. Der zwischenzeitliche Doppelschlag durch Jude Bellingham wurde prompt von den Mexikos Quinones verkürzt. In der zweiten Halbzeit traf erst Kane vom Punkt, ehe Raul Jimenez ihm gleichtat. Nach 54 Minuten flog Englands Quansah mit einer roten Karte vom Platz.
Bis zum Schluss warf Mexiko in Überzahl alles nach vorn, doch die englische Defensive verteidigte mit den allerletzten Körnern die Ausgleichsversuche. Während nach dem Schlusspfiff und der elfminütigen Nachspielzeit die Three Lions zu Wonderwall jubelten, flossen bei Mexiko die Tränen. Die Heim-WM endet im Achtelfinale. Für England geht es im Viertelfinale gegen Norwegen weiter.
Erstmeldung vom 5. Juli: Bei der Ankunft am Teamhotel in Mexiko-Stadt wurden Thomas Tuchel und die englische Nationalmannschaft mit Buhrufen und „Mexiko!“-Sprechchören empfangen, an weitere nächtliche Störfeuer der Heimfans vor dem Achtelfinale der Fußball-WM im Aztekenstadion (Montag, 2.00 Uhr MESZ – alle TV-Infos gibt es hier) glaubte der deutsche Teammanager allerdings nicht.
„Ich gehe davon aus, dass wir gut schlafen werden. Die FIFA hat sich um die Situation gekümmert, und rund um das Hotel gibt es entsprechende Sicherheitsmaßnahmen“, sagte Tuchel am Samstagabend: „Da wir erst um 18 Uhr spielen, hätten wir am späten Vormittag auch noch Zeit, um etwas Schlaf nachzuholen, falls nötig. Ich möchte aber nicht über Probleme sprechen, die gar nicht existieren.“
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Generell habe er die Stimmung beim Co-Gastgeber als „sehr respektvoll“ empfunden: „Die Menschen waren emotional, aber gleichzeitig unserer Mannschaft gegenüber sehr freundlich.“ Es sei „sogar noch schöner, als ich erwartet hatte“, so Tuchel: „Wir sind an einem ikonischen Ort, in einem ikonischen Stadion. Es wird ein riesiges K.-o.-Spiel gegen Mexiko im Azteca – das ist eine besondere Bühne. Wir spüren das.“
Bemerkbar hatte sich nach der Ankunft auch die ungewohnte Höhenlage auf über 2000 Metern gemacht. „Ich selbst hatte leichte Kopfschmerzen und habe tagsüber im Hotel nicht so gut geschlafen wie sonst“, sagte Tuchel: „Aber das ist nichts, womit man nicht umgehen könnte. Ich denke, die Spieler haben die Höhe vor allem in den ersten Minuten des Trainings gespürt. Je länger die Einheit dauerte, desto besser kamen sie damit zurecht. Es ist einfach, wie es ist.“
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Routinier Jordan Henderson meinte scherzhaft: „Das Viagra hat geholfen.“ Ein mexikanischer Journalist hatte Tuchel zuvor gefragt, ob es stimme, dass England Viagra einsetze, um die Auswirkungen der Höhenlage in Mexiko-Stadt zu mildern. Tuchel verneinte dies. Auch beim Warmmachen am Spieltag werde man allerdings noch einmal merken, dass sich der Ball anders verhalte und man schneller außer Atem gerate, so Tuchel.
„Ich glaube, es ist kein Zufall, dass Mexiko seine Heimspiele meist sehr aggressiv und mit hohem Tempo beginnt. Die ersten 15 bis 20 Minuten werden vermutlich die schwierigsten für uns“, sagte Tuchel: „Wenn wir diese Phase überstehen, sind wir in einer guten Ausgangsposition.“ Mexikos Trainer Javier Aguirre misst dem vermeintlichen Höhenvorteil derweil keine Bedeutung bei.
„Darüber denke ich ehrlich gesagt nicht nach. Es sind elf gegen elf Spieler. Der Schiedsrichter sorgt dafür, dass alles fair abläuft“, sagte Aguirre. Mexikos Team ist die dünnere Luft gewohnt und schaltete in der Hauptstadt im Sechzehntelfinale zuletzt den deutschen Gruppengegner Ecuador (2:0) aus. (rele)
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