„Er hat es vergeigt“

Florian Plettenberg zählt Julian Nagelsmann nach WM-Debakel exklusiv an

Das blamable WM-Aus von Deutschland ist natürlich auch bei der WM-WG ein heißes Thema. Reporter Florian Plettenberg nimmt dabei kein Blatt vor den Mund.

Aus im Sechzehntelfinale. Gegen Paraguay. Im Elfmeterschießen. Der Schock über das WM-Debakel der deutschen Nationalmannschaft sitzt noch immer tief. Am Tag eins nach der Schmach von Boston ist die Aufarbeitung der deutschen Turnier-Leistung bereits im vollen Gange. Im Fokus: die DFB-Stars und die Zukunft von Bundestrainer Julian Nagelsmann. Auch Sky-Reporter Florian Plettenberg findet deutliche Worte.

Sky-Reporter Florian Plettenberg und Marcell Jansen waren zu Gast in der aktuellen Folge „Die WM-WG“ von Absolut Fussball (powered by IPPEN.MEDIA).

„Aus Fansicht bin ich stocksauer. Ich bin total enttäuscht, ich bin wütend. Ich bin sehr angefasst. Es war eine sehr kurze Nacht. Und ich bin immer noch sprachlos“, erklärte Plettenberg in der Live-Show „Die WM-WG“ von Absolut Fußball (powered by IPPEN.MEDIA). „Es ist ja jetzt nicht so, dass wir sagen können, wir sind unglücklich ausgeschieden. Nein, das Wie hat nicht gepasst. Und das ist das, was mich nicht überrascht, was mich aber so traurig macht, weil es vermeidbar gewesen wäre.“

Plettenberg schießt nach WM-Debakel gegen Nagelsmann: „Er hat es vergeigt“

Tatsächlich bestand die große Hoffnung darin, dass die enttäuschende 1:2-Niederlage gegen Ecuador am letzten Gruppenspieltag ein Warnschuss für Nagelsmann und seine DFB-Stars war. In der K.o.-Runde wartete schließlich mit Paraguay erneut eine südamerikanische Mannschaft, die den Fokus auf defensive Stabilität, Konter- und Standardsituationen richtete.

Doch dem DFB-Team fehlte es auch gegen Paraguay an Lösungen – besonders in der Offensive. Erst in der zweiten Halbzeit schien die deutsche Mannschaft den Ernst der Lage realisiert zu haben und spielte in der Vorwärtsbewegung mit mehr Dynamik. „Wir müssen einfach konstatieren, dass wir auf vielen Positionen, wo wir glauben, Weltklasse zu haben oder Supertalente, dass wir sie nicht haben. Wir haben sie nicht“, betonte Plettenberg exklusiv in der aktuellen Folge der WM-WG.

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Manuel Neuer (Tor, Bayern München): Er beendete nach der EM 2024 zunächst seine Nationalmannschaftskarriere – nun kehrt er spektakulär zurück und wird Nagelsmanns Nummer 1 bei der WM. Mit 40 Jahren wird es wohl letztes großes Turnier werden. Seine Rückkehr ist die größte Überraschung der gesamten Kaderplanung.
Oliver Baumann (Tor, TSG Hoffenheim): Baumann hatte sich in der WM-Qualifikation als neue Nummer Eins etabliert und war von Nagelsmann lange öffentlich als Stammtorhüter bezeichnet worden. Trotz dieser bitteren Situation bleibt Baumann im Kader und wird als Nummer Zwei eine wichtige Backup-Rolle einnehmen.
Alexander Nübel (Tor, VfB Stuttgart): Nübel fährt als dritter Torhüter zur WM. Der VfB-Keeper hat beim Stuttgarter Vizemeister eine solide Saison gespielt und gilt als langfristige Perspektive im DFB-Tor.
Jonas Urbig (Tor, Bayern München): Urbig hat sich in München als designierter Neuer-Nachfolger in Stellung gebracht – in dieser Saison stand er in 18 Partien im Tor des Rekordmeisters, darunter Champions-League-Einsätze, und überzeugte dabei durchgehend.
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Plettenberg weiter: „Wir hatten jetzt viele Turniere, den Gegenbeweis zu erbringen. Und diesen Beweis sind sie einfach schuldig geblieben. Also ist es auch eine Generationenfrage. Auf der anderen Seite nehme ich auch den Bundestrainer mit rein in die Verantwortung. Denn er hatte die Heim-WM, er hatte die Nations League, er hatte jetzt dieses größte Turnier, das es jemals im Bereich Fußball gegeben hat, mit dieser Fußball-WM. Und er hat es vergeigt.“

Noch ist unklar, ob Nagelsmann weiterhin Bundestrainer bleiben wird. Über einen Kandidaten wird jedenfalls nicht erst seit heute als Nachfolger spekuliert. „Er muss sich die Frage gefallen lassen, warum er es nicht geschafft hat, die Mannschaft während des Turniers zu stabilisieren“, so Plettenberg. „Er hatte jetzt monatelang Zeit, die Mannschaft auf dieses Turnier vorzubereiten. Der größtmögliche Vorwurf, den ich ihm mache, ist, dass er es nicht geschafft hat – trotz Zeit – die Mannschaft von Ecuador auf Paraguay einzustellen. Zweimal Südamerika, zweimal ähnliche Elemente. Da muss man sich wirklich hinterfragen, warum das nicht geklappt hat.“ (kus)

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