Ancelotti-Nachfolger greift an

Xabi Alonso startet bei Real Madrid mit erster schwieriger Aufgabe

Xabi Alonso ist Nachfolger von Carlo Ancelotti und damit neuer Cheftrainer von Real Madrid. Die erste große Herausforderung steht unmittelbar vor ihm.

Madrid – Es schien nur eine Frage der Zeit zu sein, bis Xabi Alonso auf dem Cheftrainerstuhl von Real Madrid landet.

Als der Spanier im Rahmen einer Pressekonferenz seinen Abschied von Bayer 04 Leverkusen verkündete, wollte er sich allerdings noch nicht entlocken lassen, wohin die Reise geht.

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Am 23. Mai 2015 absolvierte Bastian Schweinsteiger gegen Mainz 05 sein letztes Pflichtspiel für den FC Bayern. Es war gleichzeitig sein 500. Bundesligaspiel.
Rund drei Jahre später wurde Schweinsteiger dann auch mit einem offiziellen Abschiedsspiel verabschiedet. In einem Freundschaftsspiel trat der FCB gegen Schweinsteigers damaliges Team Chicago Fire an.
Gleich mehrere Bayern-Abschiede erlebte Claudio Pizarro. Der Peruaner verließ den FCB 2017 nach sechs Jahren in Richtung FC Chelsea. Nach einem Zwischenstopp in Bremen kehrte er 2012 zum FC Bayern zurück.
2015 war dann aber endgültig Schluss. Nach mehr als 200 Spielen und 87 Toren sagte Pizarro den Bayern-Fans „adios“.
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Ob er ein Visum für die USA habe, wollte ein Journalist von Alonso wissen. Eine mutmaßlich raffinierte Frage, mit der sich der Reporter einen Hinweis darauf erhoffte, ob Alonso seinen neuen Arbeitgeber bereits bei der FIFA-Klub-Weltmeisterschaft 2025 betreuen werde.

„Ich habe keine Ahnung“, antwortete Alonso mit einem verschmitzten Lächeln. Inzwischen ist klar: Alonso hat die Einreiseerlaubnis für die USA erhalten und wird Real Madrid bereits bei der Klub-WM betreuen.

Xabi Alonso wurde bei Real Madrid mit einem Vertrag bis 2028 ausgestattet.

Für die Königlichen geht es in der Gruppenphase zunächst gegen Al-Hilal aus Saudi-Arabien (18. Juni, 21 Uhr), Pachuca aus Mexiko (22. Juni, 21 Uhr) und RB Salzburg aus Österreich (27. Juni, 3 Uhr).

Xabi Alonso beerbt Carlo Ancelotti bei Real Madrid

Alonso kehrt zurück zu dem Verein, dessen Trikot er bereits von 2009 bis 2014 als Mittelfeldspieler trug, und tritt bei Real Madrid in mächtige Fußstapfen. Carlo Ancelotti, der von 2013 bis 2015 und von 2021 bis 2025 insgesamt 15 Titel gewonnen hat und damit als erfolgreichster Real-Cheftrainer aller Zeiten gilt, hat auf der Trainerbank im Estadio Santiago Bernabéu Platz gemacht für seinen ehemaligen Schützling.

Ancelotti, der fortan die brasilianische Nationalmannschaft coacht und zum Weltmeister-Titel 2026 führen soll, war in der Saison 2013/14 für Alonso in Madrid zuständig, beide arbeiteten außerdem in der Saison 2016/17 beim FC Bayern zusammen. Ancelotti hinterlässt in der spanischen Hauptstadt einen Verein, der nach einem Neuaufbau lechzt.

Xabi Alonso (r.) tritt bei Real Madrid in die Fußstapfen von Carlo Ancelotti (l.).

Dem Italiener ist dabei allerdings nur bedingt ein Vorwurf zu machen. Vielmehr sind es die Kaderplaner um Präsident Florentino Pérez, die sich von der Verpflichtung Kylian Mbappés im Sommer 2024 haben blenden lassen und indes versäumt haben, die Abgänge von Abwehrchef Nacho Fernández und Mittelfeldregisseur Toni Kroos adäquat zu ersetzen. Das Resultat: Dem Kader fehlte zuletzt auf wichtigen Positionen, vor allem defensiv, die Tiefe, er wirkte unausgewogen.

Alonso mit Alexander-Arnold zur Klub-WM

Mit Trent Alexander-Arnold hat Alonso immerhin schon einen neuen Rechtsverteidiger, den er bei der Klub-WM direkt gebrauchen kann, erhalten. Um Alexander-Arnold bereits zum Turnierstart zur Verfügung zu haben, überwies Real Madrid kolportierte zehn Millionen Euro an den FC Liverpool, bei dem Alexander-Arnolds Vertrag am 30. Juni ausgelaufen wäre.

Obendrein hat Real Madrid einen weiteren vielversprechenden Transfer getätigt: Der 20-jährige Dean Huijsen, neuer Nationalspieler Spaniens, wechselte für knapp 60 Millionen Euro vom AFC Bournemouth zu den Königlichen und wirkt ebenfalls bereits bei der Klub-WM mit.

Was wird aus Rüdiger und Alaba bei Real Madrid?

Mit dem 22-jährigen Raúl Asencio, der in den vergangenen Monaten den Durchbruch landete, könnte Huijsen perspektivisch das neue Innenverteidiger-Duo bilden.

Was das für die beiden Routiniers Antonio Rüdiger und David Alaba bedeutet? Rüdiger und Alaba, beide 32, besitzen bei Real Madrid nur noch einen Vertrag bis 2026. Rüdiger war unter Ancelotti in der Innenverteidigung gesetzt, Alaba verlor seinen Stammplatz nicht zuletzt aufgrund seiner Knieverletzungen.

Mit Franco Mastantuono haben die Madrilenen unterdessen einen weiteren verheißungsvollen Deal unter Dach und Fach gebracht. Das 17 Jahre alte Supertalent, das im Mittelfeld sowohl in der Zentrale als auch auf dem Flügel spielen kann, wechselt nach der Klub-WM, wo er noch für den argentinischen Top-Klub River Plate auflaufen wird, für 45 Millionen Euro in die spanische Hauptstadt.

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Bellingham, Vinícius und Mbappé bleiben Reals Schlüsselspieler

Die drei Schlüsselspieler, um die sich auch bei der Klub-WM und in Zukunft bei Real viel drehen wird, sind derweil Jude Bellingham, Vinícius Júnior und Kylian Mbappé. Alonsos Auftrag lautet, eine Mannschaft rund um diese drei Superstars zu formen. Dass er imstande ist, ein erfolgreiches Team aufzubauen, hat Alonso in Leverkusen mit dem Meistertitel und dem DFB-Pokal-Sieg 2024 eindrucksvoll unter Beweis gestellt.

Champions-League-Sieger seit 1992/93 – bekommen Sie noch alle zusammen?

Champions-League-Sieger der Saison 1992/93: Olympique Marseille. Der deutsche Rudi Völler konnte als einer der ersten Spieler den „neuen“ Pokal in die Höhe recken. 1992 hieß der Wettbewerb zum ersten Mal „Champions League“.
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Champions-League-Sieger seit 1992/93 – bekommen Sie noch alle zusammen?

Nur ist Real mindestens eine Stufe höher zu bewerten, die Herausforderung eine noch größere. Viel Zeit hat Alonso nicht. Nach seiner Ankunft in Madrid ging es auch unmittelbar los in die USA. Und wie es sich für einen 15-maligen Champions-League-Sieger gehört, ist der Anspruch selbstredend der Titel.

Alonso soll die erfolgsverwöhnten Madridistas, die in dieser Saison zusehen mussten, wie ihr Klub die Meisterschaft, die Supercopa de España und die Copa del Rey an den FC Barcelona abgegeben hat, direkt mit dem ersten Pokal belohnen. Ob's gelingt, wird sich in den USA zeigen.

Rubriklistenbild: © IMAGO

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