Mit acht Weltmeistern

Legendärer FC Bayern München in historischem Spiel

Vor über einem halben Jahrhundert fand im Münchner Olympiastadion das „beste Bundesligaspiel aller Zeiten“ statt. Es war eine dramatische Partie mit zahlreichen Legenden.

München - Am 8. Dezember 1973 kam es zum Abschuss der Hinrunde der 11. Bundesliga-Saison zum Spitzenspiel zwischen dem FC Bayern und Borussia Mönchengladbach. Für die Jahreszeit damals ungewöhnlich war die Partie mit 70.000 Zuschauern im Münchner Olympiastadion fast ausverkauft.

Gerd Müller (Bayern) gegen Berti Vogts (Gladbach): 7 Monate später gemeinsam Fußball-Weltmeister.

Diese durften sich für ihr Kommen beglückwünschen, sollten sie doch Zeugen eines spektakulären Matches werden, welches der heutige deutsche Rekordmeister mit 4:3 gewann. Als Lohn für die außergewöhnlich starke Leistung gewann die Mannschaft von Cheftrainer Udo Lattek die Herbstmeisterschaft, weil zeitgleich Tabellenführer Eintracht Frankfurt patzte.

Deutsche Weltmeister-Trainer begeistert

Fünf der sieben Tore fielen bereits in den ersten 23 Minuten: 1:0 Franz Bulle Roth (4.), 1:1 Herbert Hacki Wimmer (5.), 1:2 Henning Jensen (18.), 2:2 Gerd Müller (20.), 3:2 Rainer Zobel (23.). Danach blieb das Spiel weiterhin hochklassig (besser ausgedrückt höchstklassig), auch wenn die Tore nicht mehr so regelmäßig fielen: Uli Hoeneß in der 64. Minute zum scheinbar vorentscheidenden 4:2, Rainer Bonhof in der 88. Minute zum Endstand von 4:3. Zu spät für die Fohlenelf, denn zu jenen Fußballzeiten war eine ausgiebige Nachspielzeit absolut unüblich.

Nach der Partie prasselten von allen Seiten Lobeshymnen auf die Akteure ein. Alt-Bundestrainer Sepp Herberger sah zu seiner Begeisterung ein „großartiges Spiel“. Sein Nachfolger, der damals aktuelle Bundestrainer Helmut Schön jubelte: „Was für ein Nachmittag!“ Die ersten beiden deutschen Weltmeistertrainer (von 1954 und 1974) konnten schlichtweg nicht falsch liegen.

Festival-Organisator, Marketing-Direktor und U17-Coach – Das machen die Weltmeister von 2014 heute

Manuel Neuer ist mit 39 Jahren noch immer Stammtorhüter beim FC Bayern München und hat seinen Vertrag bis 2026 verlängert. Nach der Heim-EM 2024 beendete er jedoch seine Nationalmannschaftskarriere.
Ron-Robert Zieler hat im Sommer 2025 überraschend Hannover 96 verlassen und ist zu seinem Jugendverein 1. FC Köln zurückgekehrt. Der 36-jährige Weltmeister von 2014 unterschrieb bei den „Geißböcken“ einen Zweijahresvertrag bis 2027.
Roman Weidenfeller arbeitet heute als offizieller BVB-Markenbotschafter und repräsentiert den Verein weltweit bei Partnern, Fanclubs und Fußballschulen, außerdem ist er als Kassenprüfer in einer Vereinsfunktion tätig. Parallel dazu ist er seit 2018 TV-Experte für RTL und RTL Nitro bei der UEFA Europa League und engagiert sich privat für Kinderrechte sowie als Botschafter für die Stadt Dortmund.
Benedikt Höwedes arbeitet heute als TV-Experte für Amazon Prime Video bei der Champions League und war zuvor kurzzeitig im Teammanagement der deutschen Nationalmannschaft unter Hansi Flick tätig. Der ehemalige Schalke-Kapitän und Weltmeister von 2014 beendete 2020 seine aktive Laufbahn und absolvierte anschließend ein Management-Studium bei der UEFA.
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Fast genau sieben Monate später wurde Schöns Nationalmannschaft an gleicher Stelle Weltmeister in einem dramatischen Finale gegen die Niederlande: Acht Mann, die im WM-Endspiel über 90 Minuten auf dem Platz stehen sollten, standen sich an jenem Frühwinter-Nachmittag gegenüber: Auf Seiten der Bayern waren dies Sepp Maier, Franz Beckenbauer, Hans-Georg Katsche Schwarzenbeck, Paul Breitner, Uli Hoeneß, Gerd Müller – bei den Fohlen Rainer Bonhof und Berti Vogts. Im 1974er-WM-Kader des „Mannes mit der Mütze“ Schön standen zudem noch Jupp Kapellmann (FCB), die 1972-Europameister Jupp Heynckes und Herbert Wimmer wie auch Wolfgang Kleff (alle Gladbach).

Bis heute kein Nachfolger für das „beste Bundesligaspiel aller Zeiten“

Auch die Medien und Fans jubelten nach jener außergewöhnlich rasanten und hochklassigen Partie. Euphorisch wurde das Spiel damals als „das beste Bundesligaspiel aller Zeiten“ bezeichnet. Die Bundesliga war damals gerade einmal zehn Jahre und eine Hinserie jung und niemand wollte dieser Einschätzung widersprechen. Im Gegenteil: Auch in den Folgejahren wurde dieses Spiel wiederholt so tituliert und es sollte sich seitdem kein Bundesligaspiel mehr finden, welches diese Partie als das beste aller Zeiten abgelöst hätte.

Rubriklistenbild: © IMAGO / Sven Simon

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