Kein Wechsel zum FCB

Zu spätes Telefonat von Eberl: FC Bayern verpasst Transfer des Wunschspielers

Der FC Bayern München bleibt im Werben um Jamie Gittens erfolglos. Sportvorstand Max Eberl nahm zu spät Kontakt auf, um mit dem BVB zu verhandeln.

Dortmund/München – Der Transfer-Poker um Jamie Gittens ist entschieden – und der FC Bayern München geht leer aus. Der 20-jährige Flügelspieler von Borussia Dortmund wechselt für 65 Millionen Euro zum FC Chelsea, obwohl Bayerns Sportvorstand Max Eberl in letzter Minute noch versucht hatte, den Deal zu verhindern.

Bayern-Sportvorstand Eberl mit Last-Minute-Versuch bei Gittens

Wie die Bild in ihrem Podcast „Bayern-Insider“ enthüllte, meldete sich Eberl erst am vergangenen Wochenende beim BVB, um das Bayern-Interesse zu hinterlegen. Der Anruf bei Dortmunds Sportdirektor Sebastian Kehl kam am Samstag – zu einem Zeitpunkt, als Gittens bereits auf dem Weg nach London war, um den Medizincheck bei Chelsea zu absolvieren.

Bayern bot offenbar 55 Millionen Euro für den englischen Nationalspieler, während Chelsea bereits 65 Millionen Euro auf den Tisch gelegt hatte. „Gittens war ein Top-Kandidat auf der Eberl-Liste für die vakante Außenstürmer-Position“, berichtet die Bild. Warum der Bayern-Funktionär jedoch erst so spät aktiv wurde, blieb ungeklärt.

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Breno, von Januar 2008 bis 2012 beim FC Bayern, 12 Millionen Euro Ablöse, 33 Spiele für den FC Bayern. 
Im Winter 2008 kam der hochtalentierte Innenverteidiger für eine beachtliche Ablösesumme vom FC São Paulo nach München. Schwere Knieverletzungen warfen den Brasilianer immer wieder zurück. Nachdem er unter Alkohol- und Medikamenteneinfluss 2011 sein Haus in Grünwald in Brand setzte, wurde er zu 3 Jahren und 9 Monaten Haft verurteilt. Nach seiner frühzeitigen Haftentlassung kehrte Breno zu seinen Jugendverein São Paulo zurück.
Edson Braafheid, von 2009 bis Januar 2011 beim FC Bayern, 2 Millionen Euro Ablöse, 19 Spiele für den FC Bayern.
Als Wunschtransfer von Louis van Gaal an die Säbener Straße gekommen, fand sich der Niederländer meistens auf der Bank wieder. Wurde 2010 für ein halbes Jahr an Celtic Glasgow verliehen und verließ Anfang 2011 München ablösefrei in Richtung Hoffenheim.
Danijel Pranjić, von 2009 bis 2012 beim FC Bayern, 7,7 Millionen Euro Ablöse, 85 Spiele für den FC Bayern. 
Für eine satte Ablöse wechselte der Kroate vom SC Heerenveen an die Säbener Straße. Genauso wie Braafheid ein Wunschtransfer von Louis van Gaal. Kam Pranjić unter dem Niederländer noch regelmäßig zum Einsatz, änderte sich dies in der Saison 2011/12 unter Jupp Heynckes. Der Vertrag wurde nicht verlängert und der Außenverteidiger verließ ablösefrei den Verein zu Sporting Lissabon. Ein sattes Minusgeschäft für den FC Bayern.
Landon Donovan, von Januar bis März 2009 beim FC Bayern, ausgeliehen, 7 Einsätze (kein Tor) für den FC Bayern.
Ausgeliehen von LA Galaxy während der Klinsmann-Ära, konnte der US-Boy auch im zweiten Anlauf in Deutschland nicht durchstarten (zuvor bei Bayer Leverkusen). Die Verantwortlichen in München waren froh, dass sie keiner festen Verpflichtung zugestimmt hatten und so trennten sich die Wege schnell wieder. In den folgenden Jahren wurde Donovan von Los Angeles zweimal zum FC Everton ausgeliehen. Auch hier blieb es bei Kurzbeschäftigungen.
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Der FC Chelsea hatte bereits seit Wochen intensiv um Gittens geworben und dem Spieler einen lukrativen Vertrag bis 2032 angeboten. Gittens wollte zudem unbedingt in seine englische Heimat zurückkehren, was den Blues einen entscheidenden Vorteil verschaffte.

Rückschlag für Bayerns Transferpolitik

Trotz der Last-Minute-Bemühungen der Bayern war der Deal praktisch bereits besiegelt. Für den FC Bayern bedeutet der verpasste Gittens-Transfer einen weiteren Rückschlag in der aktuellen Transferperiode. Der Rekordmeister sucht weiterhin nach Verstärkungen für die Außenpositionen und muss sich nun nach Alternativen umsehen.

Bayern-Sportvorstand Max Eberl.

Der BVB kann sich hingegen über eine Rekordablöse freuen und diskutiert bereits über die Verwendung der 65 Millionen Euro. Wie die Ruhr Nachrichten berichten, plant Dortmund bereits eine „Hybrid-Lösung für die Offensive“, um den Abgang von Gittens zu kompensieren. Wen der BVB als Gittens-Ersatz an Land ziehen wird, ist derzeit noch unklar. Auf Sportvorstand Kehl kommt in jedem Fall viel Arbeit zu. (smr)

Rubriklistenbild: © IMAGO/Franziska Gora

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