Klare Ansage vom Chef
Zukunfts-Entscheidung um Türkei-Trainer nach WM-Blamage gefallen
Die Türkei schied als zweites Team bei der WM 2026 aus – ohne ein einziges Tor. Trainer Montella bleibt trotzdem weiter im Amt. Der Verbandschef hat gesprochen.
Zwei Spiele, zwei Niederlagen, kein einziges Tor: Die Türkei erlebte bei der WM 2026 in den USA, Kanada und Mexiko ein frühes Debakel. Schon nach dem zweiten Gruppenspiel war das Aus besiegelt – und die Frage nach der Zukunft von Nationaltrainer Vincenzo Montella stand im Raum. Doch die Antwort ließ nicht lange auf sich warten.
Verbandschef Ibrahim Haciosmanoglu stellte sich am Montag klar hinter seinen Coach. Der Italiener darf bleiben – trotz des blamablen Vorrundenaus, das in der Türkei für harsche Kritik gesorgt hatte. Auch Stars wie Arda Güler, Kenan Yildiz und Kapitän Hakan Calhanoglu mussten sich von Fans und Medien einiges anhören. Haciosmanoglu aber schützt die gesamte Mannschaft.
Montella bleibt Türkei-Trainer: Verbandschef Haciosmanoglu stellt sich schützend vor sein Team
„Wir werden sowohl zum Trainer dieser Mannschaft als auch zu den Spielern stehen“, sagte Haciosmanoglu. Und er legte nach: „Das hier ist kein Verein. Wenn man sich die Vereinsmannschaften ansieht, kommt es gerade wegen der mangelnden Kontinuität zu Misserfolgen. Man kann hier nicht einfach 15 Spieler wegschicken und 15 neue holen.“ Klare Worte, die jede Diskussion um einen Trainerwechsel im Keim ersticken sollen.
Dabei war die Ausgangslage für die Türkei vor dem Turnier durchaus vielversprechend. Montella, der vor dem WM-Aus noch mit einem Weltmeister-Spruch aufhorchen ließ, hatte die Mannschaft 2024 ins EM-Viertelfinale geführt und anschließend die erste WM-Qualifikation seit 2002 geschafft. Doch in der Gruppe mit Australien, Paraguay und Gastgeber USA lief gar nichts zusammen. Die 0:2-Auftaktniederlage gegen Australien war bereits ein Schock, das 0:1 gegen Paraguay trotz langer Überzahl dann der endgültige Tiefpunkt.
Die finalen Teilnehmer der WM 2026 – Mehrere Debütanten und historische Türkei




Haciosmanoglu betonte, man dürfe nicht nur auf das Scheitern blicken, sondern müsse das Gesamtbild sehen – einschließlich der erfolgreichen Qualifikation für das Turnier in Übersee. „Man kann den Trainer nicht entlassen und einen neuen holen. Man kann den Vorsitzenden nicht abberufen und einen neuen einsetzen. Deshalb stehen wir zu unseren Spielern“, ergänzte er. Und weiter: „Wir tauschen niemals diejenigen, mit denen wir gemeinsam den Weg gegangen sind, gegen andere ein, die wir unterwegs treffen.“
Der Blick des Verbandschefs richtet sich bereits auf die EM 2028 als nächstes großes Ziel. „Uns werden diese Männer wieder dieselben Erfolge bescheren“, zeigte sich Haciosmanoglu überzeugt. Zuvor wartet auf die Türkei noch das sportlich bedeutungslose Abschlussspiel gegen Gastgeber USA – für Montella und sein Team eine letzte Chance, wenigstens mit einem Achtungserfolg aus dem Turnier zu gehen. (ck)
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