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„Am Ende mehr Schulden, als er bezahlen kann“: Wo die Gefahren von Paypal und Klarna liegen

Einfach, schnell und beliebt: Online-Bezahldienste wie Paypal oder Klarna werden gerne genutzt. Doch wo liegen die Gefahren des Bezahlens auf einen Klick?

Kassel – Bestellt man einen Artikel im Internet, kann man beim Bezahlen außer Kreditkarte, Rechnung und Vorkasse meist auch Paypal oder Klarna wählen. Die Online-Bezahldienste sind einfach, schnell und beliebt. Nach der Studie „Online-Payment 2022“ des Kölner Handelsforschungsinstitut EHI ist Paypal im Jahr 2021 mit 28,2 Prozent die zweitbeliebteste Bezahlart bei Online-Käufen. Doch egal, ob Klarna oder Paypal: Auf einige Punkte sollten Verbraucher bei Nutzung der Online-Bezahldienste achten.

Klarna und Paypal: Einfach, schnell – und völlig kostenlos?

Bezahlt man Beträge sofort über Paypal, ist diese Leistung kostenlos. Auch für das Überweisen an Freunde erhebt der Dienst keine Kosten – solange es sich um eine Inlandstransaktion handelt. Gebühren fallen zum Beispiel bei geschäftlichen Transaktionen, bei persönlichen internationalen Transaktionen oder bei der Überweisung von Paypal auf das eigene Bankkonto an.

Was Klarna anbelangt, so geben Verbraucher auf der Webseite der Verbraucherzentrale an, versehentlich statt eines Rechnungskaufs den Ratenkauf ausgewählt zu haben. Ob aber unabsichtlich oder nicht: Wer den Ratenkauf wählt, der muss Zinsen zahlen. Bei Klarna ist das ein effektiver Jahreszins in Höhe von 14,79 Prozent – das macht also bei einer Kaufsumme von 499 Euro in sechs Monaten gut 20 Euro zusätzliche Kosten aus, wie der Online-Ratgeber Finanztip ausgerechnet hat. Bei Paypal kann man statt der Sofortbezahlung auch „Später bezahlen“ wählen. Auch hier ist es möglich, den Betrag in Raten zu unterteilen, was als Kredit gewertet wird. Paypal fordert 9,99 Prozent – in diesem Fall muss der Käufer im gleichen Zeitraum also 14 Euro mehr zahlen.

Schufa warnt: „Wer sich das nicht aufschreibt, hat am Ende mehr Schulden, als er bezahlen kann“

Oder man wählt einen Zeitraum, nachdem man die gesamte Summe bezahlt. Die Schufa warnt auf ihrer Seite übrigens vor diesen sogenannten „Buy now, pay later“-Angeboten, bei denen man die Ware zwar sofort erhält, aber erst später dafür zahlen muss.

Die Schufa zitiert dazu die deutschen Banken- und Finanzaufseher: „Buy-now-pay-later-Angebote fühlen sich nicht wie Geldausgeben an. Das ist das Verführerische.“ Außerdem wird ergänzt: „Wer solche Möglichkeiten öfter nutzt, braucht viel Disziplin, um den Überblick zu behalten. Wie hoch sind meine Ausgaben und wann muss ich was zahlen? Wer sich das nicht aufschreibt oder in einer App organisiert, hat am Ende mehr Schulden, als er bezahlen kann.“ Ein Vertreter von Klarna hebt hervor: „Auch wenn man eine Zahlung verpasst, erheben wir nur eine Mahngebühr von 1,85 Euro.“

Auf der Webseite Klarnas ist das Mahnverfahren im Fall von Pay Later 30, also dem Bezahlen nach 30 Tagen, im Überblick zu sehen: An Tag 28 erhält man eine Erinnerung per App, an Tag 31 per Mail. Am 36., 49. und 62. Tag folgt eine Mahnung per Mail bzw. am 62. zusätzlich per Brief, bei der jeweils die 1,85 Euro Mahngebühr anfallen. Circa an Tag 68 folgt eine weitere Erinnerung per App, wird dann nicht gezahlt, wird am 75. das Inkasso-Verfahren eingeleitet.

Schutz vor Überschuldung? Klarna und SCHUFA starten sechsmonatiges Pilotprojekt

Damit Menschen vor Überschuldung geschützt sind, haben Klarna und SCHUFA im Februar 2023 ein auf sechs Monate begrenztes Pilotprojekt gestartet. Die SCHUFA schreibt hierzu: „In der Vergangenheit haben sich Anfragen von Klarna nach Bonitätsinformationen der SCHUFA in geringem Maße auf den SCHUFA-Score [...] ausgewirkt. Im Rahmen des Pilotprojekts wird dieser Effekt auf den Score für die kommenden sechs Monate ausgesetzt.“

Außerdem überprüfen SCHUFA und Klarna, „welche kreditorischen Daten im Umfeld von Rechnungskauf und Ratenkauf effektiv und datenschutzkonform vor Überschuldung schützen“ und an die SCHUFA gesendet werden könnten.

Das Bezahlen mit Paypal und Co. birgt auch Gefahren.

Sicheres Passwort? Paypal und Klarna sind beliebtes Hacker-Ziel

Sowohl bei Klarna als auch bei Paypal ist ein weiteres Risiko gegeben, das Online-Konten jeglicher Art betrifft: die Sicherheit des Passworts. Bei den eigenen Finanzen sollte darauf extra geachtet werden. Sonst kann das eigene Konto leicht zum Opfer von Hackern werden, die dann auf fremde Kosten im Internet in einen Shoppingrausch verfallen könnten.

Auch sind Paypal- und Klarnanutzer beliebte Ziele für Phishing-Angriffe, bei denen die Cyber-Verbrecher täuschend echte Mails nach Vorlage Paypals oder Klarnas verschicken. Ebenso sollte man sich vor gefälschten Klarna-Seiten in Acht nehmen. In den USA helfen bereits Passkeys Paypal-Nutzern dabei, den Schutz ihres Kontos zu erhöhen.

Rubriklistenbild: © Lukas Schulze/dpa/Symbolbild

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