Ungültige Tickets

Fake-Shop-Betrug mit Deutschlandtickets: Bei Kontrolle drohen Strafen

Einige Reisende des öffentlichen Nahverkehrs könnten derzeit mit ungültigen Deutschlandtickets unterwegs sein. Dahinter verbirgt eine Betrugsmasche.

München – Seit seiner Einführung im Jahr 2023 ist das Deutschlandticket äußerst populär. Bis zum 22. Februar 2024 wurde es laut der Bundesregierung etwa 74,6 Millionen Mal verkauft. Doch viele Reisende erleben im Nahverkehr derzeit böse Überraschungen, weil sie mit ungültigen Tickets unterwegs sind.

Das dürfte bei vielen für Frust gesorgt haben. Schließlich hatten sie 58 Euro, den seit dem 1. Januar 2025 geltenden Preis des Deutschlandtickets, bezahlt. Dass das Ticket dann nicht gültig sein sollte, sorgte für Unverständnis. Was die Fahrgäste nicht wissen: Sie hatten ihre Tickets über die Webseite d-ticket.su erworben und waren somit einem Betrug aufgesessen, wie sich herausstellte.

Wer sein Deutschlandticket auf d-ticket.su gekauft hat, ist wohl Betrügern aufgesessen. (Symbolbild)

Betrug mit Deutschlandtickets: Lizenz von seriösem Anbieter „geklaut“

Die Betrugsmasche kam laut bild.de ans Licht, als die „Vetter GmbH“, ein kleiner Verkehrsbetrieb aus Sachsen-Anhalt, entdeckte, dass ein anderer Shop Tickets unter seiner Lizenz verkaufte. Nur autorisierte Händler dürfen das Deutschlandticket anbieten.

Das Portal d-ticket.su galt laut Heise.de lange als Geheimtipp, da es Deutschlandtickets für den aktuellen Monat günstiger anbot, indem es die bereits vergangenen Tage anteilig vom Preis abzog. Offiziell ist das Ticket jedoch nur im Abonnement für 58 Euro pro Kalendermonat erhältlich, unabhängig vom Fortschritt des Monats.

Fake Shop bietet von virtueller Büroadresse ungültige Deutschlandtickets an

Recherchen von Heise.de legen nahe, dass der hinter d-ticket.su steckende Anbieter RouteVibe Limited ein unseriöses Unternehmen ist. Dessen Firmensitz in London sei lediglich eine virtuelle Büroadresse und auch das Eisenbahnunternehmen Metronom listet d-ticket.su unter „Fake Shops“. Laut bild.de laufen inzwischen mehrere Strafanzeigen gegen den betrügerischen Verkäufer.

Überraschenderweise äußerte sich RouteVibe Limited selbst zu den Vorfällen. Man sei kürzlich „mit schwerwiegenden Problemen konfrontiert“ gewesen, die „außerhalb unseres direkten Einflusses“ lagen. Das Unternehmen sprach mysteriöserweise von „zwei hochrangigen Personen aus einem renommierten Mobilitätsunternehmen in Bayern“, mit denen es beim Ticketverkauf zusammengearbeitet habe. Konkrete Beweise oder Details wurden jedoch nicht vorgelegt.

Deutschlandticket-Betrug: Firmensitz habe „außerhalb Deutschlands“ liegen müssen

Diese Personen hätten darauf bestanden, dass d-ticket.su seinen Firmensitz „außerhalb Deutschlands“ habe. RouteVibe Limited sei „aus rechtlichen Gründen“ noch nicht in der Lage, den Namen des Unternehmens zu nennen, in dem die beiden Unbekannten tätig sind.

Wer mit ungültigen Tickets von d-ticket.su erwischt wurde, muss die Geldstrafe wohl akzeptieren. Um beim Kauf des Deutschlandtickets sicherzugehen, empfiehlt die Verbraucherzentrale den Erwerb über die DB-App oder die App eines lokalen Verkehrsbetriebs. Mit Hilfe des stets aktualisierten „Fake Shop Finder“ der Verbraucherzentrale können Bürger zudem Angebote im Internet überprüfen.

Auch bei vermeintlichen Mitteilungen von der Telekom sollten Nutzer vorsichtig sein, da sich dahinter ebenfalls Betrugsmaschen verbergen könnten. Dem Deutschlandticket droht indes möglicherweise bald das Aus, da die Finanzierung nur bis Ende des Jahres gesichert ist. (BeBau)

Rubriklistenbild: © Boris Roessler/dpa

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