Änderung ab Dezember

Im schlimmsten Fall droht Kündigung: ING-Kunden bekommen Nachricht wegen höherer Gebühren

Die ING erhöht in einigen Bereichen die Gebühren. Betroffene Kunden der Direktbank bekommen eine Nachricht. Was das konkret bedeutet.

Hamm - Die ING, eine der führenden Direktbanken in Deutschland, ändert ihre Gebührenstruktur. Konkret geht es um die Bedingungen, wie lange das Girokonto für die Kunden kostenlos ist. Bisher war ein monatlicher Geldeingang von 700 Euro ausreichend, um das Konto kostenfrei zu führen. Diese Schwelle hebt die ING nun ab dem 1. Dezember 2024 auf 1000 Euro an. Kunden, die diesen Betrag nicht erreichen, zahlen dann eine monatliche Gebühr in Höhe von 4,90 Euro.

ING-Kunden erhalten Nachricht wegen höherer Gebühren – im schlimmsten Fall droht Kündigung

Neben der Anhebung des Mindestgeldeingangs für das kostenlose Girokonto steigen auch die Kosten für die Nutzung der Girokarte. Bisher lag die monatliche Gebühr bei 99 Cent, ab Dezember werden dafür 1,49 Euro fällig. Das entspricht einem Jahresbeitrag von 17,88 Euro, der ebenso von der Steuer absetzbar wäre wie zum Beispiel auch eine Kreditkarte.

Ebenfalls teurer wird der Einsatz der Girocard. Wer die Karte in Ländern innerhalb der Eurozone mit anderer Währung – darunter zählen zum Beispiel Polen oder Dänemark – zum Bezahlen benutzt, zahlt künftig ein Auslandseinsatzentgelt in Höhe von 2,2 Prozent des getätigten Umsatzes anstelle von 1,99 Prozent. Diese Konditionen gelten ebenfalls für den Einsatz der Visa-Debitkarte.

ING-Kunden erhalten Nachricht wegen höherer Gebühren – im schlimmsten Fall droht Kündigung

Wer ein Direkt-Depot bei der ING hat, muss sich auf höhere Gebühren für den Wertpapierhandel über den Xetra-Handelsplatz der Deutschen Börse einstellen. Diese steigen von derzeit 1,90 Euro auf 2,90 Euro pro Order. Immerhin: Bei Aktiensparplänen sinkt die Gebühr von 1,75 auf 1,5 Prozent des eingezahlten Volumens.

ING kontaktiert betroffene Kunden wegen Gebühren-Änderung

Die ING weist die betroffenen Kunden zeitnah auf die Änderungen hin. Dafür kontaktiert die Direktbank „alle Kundinnen und Kunden, die mindestens ein Girokonto, ein Basiskonto, ein Direkt-Depot oder ein Depot für die Online-Vermögensverwaltung (in Kooperation mit Scalable Capital) besitzen“, erläutert ein ING-Sprecher auf Nachfrage von wa.de.

Die Bank bittet diese Kunden dann beim Login ins Online-Banking um Zustimmung der Erhöhung der Gebühren – und damit der Allgemeinen Geschäftsbedingungen. Dies sei die Grundvoraussetzung „für unsere Geschäftsbeziehung mit den Kundinnen und Kunden“, erklärt der Sprecher: „Ausnahmen oder individuelle Absprachen sind nicht möglich.“

Stimmen Kunden nicht zu, werde die ING noch einmal Kontakt aufnehmen – mit der erneuten Bitte um Zustimmung. Eine Frist nannte die Bank nicht. „Danach behalten wir uns eine Kündigung der Girokonten, Depots oder der gesamten Geschäftsbeziehung vor“, so der Sprecher.

Die Änderungen bei der ING im Überblick

  • In Zukunft wird für die gebührenfreie Kontoführung ein Mindestgeldeingang von 1000 Euro anstelle von 700 Euro erforderlich sein. Kontoinhaber unter 28 Jahren sind weiterhin von Kontogebühren befreit.
  • Die optionale Girokarte wird monatlich 1,49 Euro statt bisher 0,99 Euro kosten.
  • Die Gebühren für Zahlungen mit der Girokarte in Fremdwährung steigen: Anstatt 1,99 Prozent werden nun 2,2 Prozent des Umsatzes als Gebühr erhoben – jedoch mindestens ein Euro pro Transaktion. 
  • Auch für die Visa-Debitkarte werden künftig 2,2 Prozent Auslandseinsatzgebühr für Zahlungen und Bargeldabhebungen erhoben, anstelle der bisherigen 1,99 Prozent (mindestens ein Euro pro Transaktion).
  • Wer Bargeld an einem Geldautomaten der ING einzahlt, muss zukünftig eine Gebühr von einem Prozent des eingezahlten Betrages entrichten: mindestens 2,50 Euro und höchstens 7,50 Euro. Bislang war dieser Service kostenlos.

ING erklärt Erhöhung der Gebühren mit gestiegenen Kosten

Die Bank begründet die Anpassung der Konditionen mit gestiegenen Kosten und veränderten Marktbedingungen. „Wie viele andere Unternehmen kommen auch wir nicht umhin, die in letzter Zeit allgemein gestiegenen Kosten in geringem Umfang weiterzugeben“, erklärt die ING.

Eine der größten Konkurrenten der ING im Bereich Direktbanken ist die DKB, eine Tochtergesellschaft der Bayern LB. Ob sie bei der Gebührenerhöhung nachzieht, stehe noch nicht fest. Ein Sprecher der DKB sagte der FAZ: „Bislang sind bei der Girocard keine Gebührenerhöhungen geplant.“ Die Bank beobachte jedoch den Markt. Die ING hat aktuell insgesamt rund 9,4 Millionen Kunden, die DKB kommt auf 5,7 Millionen Kunden.

Im digitalen Zeitalter mehren sich Betrugsmaschen – auch im Kontext von Banken. So sind jüngst auch ING-Kunden nicht vor einer Betrugswelle verschont geblieben.

Rubriklistenbild: © Bert Van Den Broucke/Imago

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