Nachfrage nahezu verdoppelt

Zwangs-Entzug für Matcha-Fans: Ob die Ernten 2025 ausreichen, „ist derzeit noch offen“

Machen schlechte Wetterbedingungen in Japan der neuen Matcha-Ernte einen Strich durch die Rechnung? Die Frankfurter Rundschau hat beim Teeverband nachgefragt.

Immer wieder halten Influencer das Getränk in die Kamera: Matcha. Leuchtend grün, mit einem nussig bis grasigen Geschmack. Der geriebene Tee aus Japan hat es nicht nur in Großstädten in die Küchen, Cafés und Geschäfte geschafft. Insbesondere durch Social-Media-Plattformen wie Instagram und TikTok wurde Matcha so beliebt, dass es Ende März Sorge gab, dass die Ernte von 2024 nicht ausreicht. Die neuen Grüntee-Pflanzen von 2025 sollten die Nachfrage abfangen. Doch eine erste Bilanz aus Japan lässt darauf schließen, dass sich Verbraucher auf höhere Preise und Lieferengpässe gefasst machen müssen.

Matcha-Trend hält an: erste Erntemengen in Japan fallen unterdurchschnittlich aus

Dass die Beliebtheit des grünen Tees immer größer wird, merkt auch der Teeverband, wie Sprecherin Kyra Schaper der Frankfurter Rundschau im Gespräch sagt. Sie steht im Kontakt mit den japanischen Produzenten. „Die weltweite Nachfrage nach Matcha hat in den vergangenen Monaten erheblich zugenommen. In Deutschland hat sie sich im Vergleich zum Vorjahr nahezu verdoppelt.“

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Das sei auch abseits der traditionellen Teemärkte zu beobachten. „Neben etablierten Anbietern nehmen immer öfter auch Start-ups und Handelsketten Matcha in ihr Sortiment auf, wodurch das Angebot breiter aufgestellt ist als noch vor wenigen Jahren.“ Matcha steht etwa in Drogerie-Märkten wie dm, Rossmann oder Müller im Regal. „Auch in der Gastronomie ist Matcha inzwischen breit angekommen – Matcha-Getränke wie der Matcha-Latte sind vielerorts Standard und tragen zur Sichtbarkeit und weiteren Verbreitung des Trends bei“, schätzt Schaper.

Ob die neue Ernte von 2025 für den Bedarf ausreicht? „Die Wetterbedingungen in der ersten von drei Erntephasen in Japan waren außergewöhnlich ungünstig. Kälte und Spätfrost haben besonders die Ernte von Tencha, der empfindlichen Rohtee-Grundlage für Matcha, stark beeinträchtigt.“ Die Erntemenge liegt nach ersten Schätzungen deutlich unter dem Durchschnitt. „Ob die zweite und dritte Pflückung dies ausgleichen können, ist derzeit noch offen.“

Nicht genug Matcha: Lieferengpässe und teurere Preise für Verbraucher

Die steigende Nachfrage und die begrenzten Ernteerträge können zukünftig zu Engpässen im Lebensmitteleinzelhandel führen. „Ob und in welchem Ausmaß dies eintritt, lässt sich aktuell noch nicht abschließend beurteilen, da die Produktion stark von Wetterbedingungen für die verbleibenden Ernten abhängt“, sagt die Pressesprecherin. „Es ist davon auszugehen, dass das reduzierte Angebot und die weltweit steigende Nachfrage zu höheren Preisen in der Beschaffung führen werden.“

Dass Japan beim Matcha einen Exportstopp umsetzt, sei unwahrscheinlich. „Japan ist traditionell stark exportorientiert und pflegt langjährige Handelsbeziehungen – auch mit dem deutschen Markt, der nach den USA der zweitwichtigste Exportmarkt für japanischen Tee ist.“

Rubriklistenbild: © Depositphotos/Imago

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