Konkurrenzkampf der E-Autos

„Wie ein kitschiger Weihnachtsbaum“: Mercedes gegen BMW – der neue SUV stößt im Netz auf Ablehnung

Der GLC soll Mercedes bei der E-Mobilität voranbringen. Doch der Markt ist hart umkämpft, und die Optik polarisiert die Nutzer im Internet stark.

München – Mercedes kämpft im Elektromarkt um Aufhol-Chancen: Nur 9,3 Prozent des Gesamtabsatzes seien im vergangenen Jahr reine Elektrofahrzeuge gewesen, so electrive.net. Jetzt soll ein vollelektrischer SUV die Wende bringen und den Stuttgarter Konzern im Premium-Elektrosegment nach vorn katapultieren: Der GLC, präsentiert auf der IAA in München, soll die Käufer davon überzeugen, dass auch Daimler die Zukunft des vollelektrischen SUV-Segments mitgestalten kann. Das Fahrzeug tritt in den direkten Konkurrenzkampf mit dem BMW iX3. Und ausgerechnet die Münchner haben den Elektroauto-Absatz 2024 dominiert.

Mercedes hat seinen GLC auf der IAA in München vorgestellt.

Im direkten Vergleich wird der unterschiedliche Charakter der beiden Premiumhersteller klar sichtbar. BMW verfolgt beim iX3 einen eher zurückhaltenden Ansatz: schlichte Linien, vertraute Bedienelemente und ein konservatives Cockpit ohne große Experimente. Mercedes hingegen setzt beim GLC stärker auf Emotionen – mit weitläufigen MBUX-Hyperscreens, aufwändigem Ambiente und vollständig digitalisierten Steuerungen, die ein futuristisches Ambiente schaffen.

Mercedes‘ Elektro-SUV ein „Alt-Herren-Auto?“ Facebook-Nutzer machen sich über GLC-Design lustig

Anstatt begeisterte Zustimmung zu finden, teilt der neue GLC bereits jetzt die Meinungen der Fans. Auf Facebook äußern sie ihre Enttäuschung über das Aussehen des Fahrzeugs. Ein Nutzer würde dem Autobauer ja gerne Lob für sein „mutiges Design“ aussprechen, doch der Wagen wirke „immer wie ein Alt-Herren-Auto“.

Einige Kritiker empfinden die Innenraumgestaltung als zu überladen, insbesondere durch das aufwendige Lichtkonzept und die prunkvollen Displays, die eher an einen „kitschige(n) Weihnachtsbaum“ oder ein „rollendes Farbdisplay“ erinnerten als an ein hochwertiges Luxusfahrzeug. „Wenn man den peinlichen Auftritt mag, dann ist man mit dieser Bling-Bling-Kiste genau richtig“, bilanziert ein Nutzer. Nicht nur der Look des Fahrzeugs sorgt für Hähme, sondern auch eine Panne vom Mercedes-Boss auf der IAA.

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Mercedes GLC gegen BMW iX3 im technischen Duell

Der neue Mercedes GLC EQ setzt auf die aktuelle MB.EA-Plattform und soll dank einer 94-kWh-Batterie eine Reichweite von mehr als 700 Kilometern ermöglichen. BMW begegnet diesem Anspruch mit dem iX3, der über eine noch größere Batterie mit 108,7 kWh verfügt und im besten Fall bis zu 805 Kilometer weit kommt. Bei Kälte büßen Elektroautos übrigens häufig an Reichweite ein.

Beim Thema Laden zeigt sich ein klarer Unterschied: Der BMW überzeugt mit einer maximalen Ladeleistung von 400 kW. Laut bmw.de lassen sich damit innerhalb von nur zehn Minuten rund 372 Kilometer Reichweite nachladen. Der Mercedes muss sich hier mit 330 kW und einer entsprechenden Reichweite von 303 Kilometern zufriedengeben. Beide Premium-SUVs setzen auf die moderne 800-Volt-Technologie, die schnelle Ladezeiten ermöglicht.

Auch BMW hat einen vollelektrischen Mittelklasse-SUV am Start.

Auch in Sachen Leistung liefern sich die Rivalen ein enges Rennen. Mit 489 PS liegt der GLC laut mercedes-benz.de knapp vorne, während der BMW 469 PS auf die Straße bringt. Beim Platzangebot hingegen zeigt der GLC deutliche Vorteile. Sein Kofferraum fasst 570 Liter, damit 50 Liter mehr als der iX3. Zusätzlich bietet Mercedes mit einem vorderen Stauraum von 128 Litern mehr als doppelt so viel Platz wie BMW, der vorne 58 Liter bereithält.

Einen bemerkenswerten Vorsprung kann sich jedoch der iX3 beim Thema autonomes Fahren sichern. Er wird schon direkt zum Marktstart in der Lage sein, Autobahnfahrten komplett ohne menschliches Eingreifen zu absolvieren. Das lässt der Mercedes, die trotz des neuen Fahrzeugs auch weiterhin auf Verbrenner setzten, noch vermissen. (Quellen: Electrive/Facebook/BMW/Mercedes-Benz) (jaka)

Rubriklistenbild: © Frank Hoermann / SVEN SIMON/IMAGO

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