Maßnahmen eingeläutet

Wasserknappheit auf Italien-Insel wird immer dramatischer: „Die Lage ist verzweifelt“

Nicht selten sind Regionen Südeuropas von Trockenheit betroffen. Früh im Jahr trifft es Sardinien besonders hart. Erwartet werden ein schwerer Frühling und Sommer.

Cagliari – Jedes Jahr kommt es in zahlreichen Regionen Südeuropas zu extremen Trockenperioden, und in Zeiten des Klimawandels werden sie nicht weniger. Folgen sind mitunter Waldbrände, wie sie sich im Sommer 2023 besonders heftig auf der griechischen Insel Rhodos ereigneten. Besonders betroffen sind aber auch Urlaubsländer wie Italien, Portugal, Spanien und neben Griechenland weitere Länder des südlichen Balkans. Doch Dürren können auch zu besorgniserregender Wasserknappheit führen, wie sie etwa auf Sizilien immer häufiger auftreten. Aktuell kämpft auch Italiens zweitgrößte Insel, Sardinien, mit einer ernsten Wasserknappheit infolge langanhaltender Dürre.

Sardiniens Wasserversorgung bedroht – Seen auf Italien-Insel sind nahezu ausgedörrt

Besonders schwer fällt der Wassernotstand auf Sardinien im Nordwesten der Insel aus, wie L’Unione Sarda berichtet. Von ihr betroffen sind vor allem die Seen Temo, Cuga und Bidighinzu und daran angeschlossene Versorgungssysteme. Aktuell beläuft sich ihre Kapazität lediglich auf 17,9 Millionen Kubikmeter, was lediglich einer Verfügbarkeit von nur 14 Prozent des üblicherweise nutzbaren Volumens entspricht. 

Ausgedörrter See bei Oristano auf Sardinien

Die Bewohnerinnen und Bewohner und vor allem die Landwirte der Insel befürchten einen dramatischen Frühling und Sommer für die sardische Landwirtschaft. Denn das verfügbare Wasser dürfte keineswegs ausreichen, um die reichlichen agrikulturellen Flächen Sardiniens ausreichend zu bewässern.

Wartungsarbeiten an Aquädukten verschärfen Sardiniens Wasserknappheit infolge von Dürre

So war der Wassernotstand auf Sardinien am Montag in Cagliari Mittelpunkt eines Krisentreffens unter dem Vorsitz von Sardiniens Gouverneurin Alessandra Todde. „Die Region unternimmt alle Anstrengungen, um durch verschiedene provisorische Mittel die Versorgung des notwendigen Wasserbedarfs zu decken“, erklärte Todde der L’Unione Sarda. Neben den ausgedörrten Seen im Norden Sardiniens sind es auch die geplanten langwierigen Wartungsarbeiten an den Aquädukten Coghinas I und II, die der Wasserversorgung der Insel zusehends zu schaffen machen.

Schwere Waldbrände wüten in Kanada – Fotos von den verheerenden Feuern 

Kanada brennt: Waldbrände in der Nähe des Downton Lake im südlichen Teil von British Columbia (Luftaufnahme).
Wayne Smith harrt mit seinem Hund und seinem Papagei auf einem Walmart-Parkplatz aus. Er und seine Tiere mussten am Sonntag (20. August) ihr Zuhause verlassen.
Der Evakuierte Wayne Smith aus dem nahe gelegenen Sunnybrae bleibt mit seinen Tieren, darunter sein Papagei auf der Schulter, auf dem Walmart-Parkplatz.
Extreme Waldbrände wüten in Kanada: In der kanadischen Provinz British Columbia ist am Freitag (18. August) der Notstand ausgerufen worden. Auf dem Highway 1 fährt der Verkehr am Sonntag (20. August) durch dichten Rauch.
Schwere Waldbrände wüten in Kanada – Fotos von den verheerenden Feuern 

Italienische Insel kämpft mit Wassernot: Sardiniens Bewohner und Landwirte hoffen auf Regen in dieser Woche

„Die Lage ist verzweifelt“, warnt Gavino Zirattu, Präsident von Anbi, der Vereinigung der Konsortien zur Landgewinnung der Insel. „Die letzte Hoffnung ist der für die nächsten Tage angekündigte Regen, aber ehrlich gesagt sind wir auch diesbezüglich nicht sonderlich hoffnungsvoll“, teilte Zirattu mit. 

Am Mittwoch sowie am Wochenende sind auf Sardinien laut wetter.net etwa rund um Alghero im Norden der Insel Regenschauer möglich. Doch an beiden Tagen liegt die Wahrscheinlichkeit für Niederschlag dem Wetterportal zufolge auch nur bei rund 50 Prozent. Wetter.com sagt der Mittelmeerinsel für Freitag einen Mix aus Schauern und starkem Wind voraus, der am Freitagabend in Gewitter übergehen und mehr Regen mit sich bringen könnte. Auch für Samstag sieht der Wetterdienst die Chance auf Regen in Sardinien gegeben. Bitter nötig hat ihn die Insel. (fh)

Rubriklistenbild: © IMAGO/Frank Bienewald

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