Auswandern im Ruhestand

Immer mehr Renten werden ins Ausland überwiesen

In Deutschland erwerbstätig, für den Ruhestand auswandern: Immer mehr Menschen erhalten Rentenzahlungen im Ausland. Die meisten sind Nicht-Deutsche.

München – Die Rente in Deutschland kennt nur einen Weg: nach oben. Seit 2014 stieg sie um rund 37 Prozent, wie aus Zahlen der Rentenversicherung hervorgeht. Zum 1. Juli erhalten die gut 21 Millionen Bezieher zudem 3,74 Prozent mehr Geld. Gewachsen ist auch die Zahl der Renten, die ins Ausland gezahlt werden – und das deutlich.

Immer mehr Renten werden ins Ausland überwiesen

Die Deutsche Rentenversicherung zahlt eigenen Angaben zufolge jährlich rund 1,8 Millionen Renten an Menschen, die im Ausland leben. Das ist deutlich mehr als noch vor 20 Jahren. Damals seien es rund 1,4 Millionen gewesen, berichtete der Tagesspiegel unter Berufung auf aktuelle Zahlen der Rentenversicherung. Das bedeutet einen Anstieg um rund 23 Prozent.

Rente für Auswanderer: Die begehrtesten Länder für Deutsche im Ruhestand

Den ersten Platz belegt Österreich mit Zahlungen an knapp 29.000 deutsche Rentner.
An andere Berechtigte wurden 2023 rund 98.000 Zahlungen getätigt.
Die Schweiz ist mit rund 26.000 Zahlungen das zweitbeliebteste Land.
Zahlungen an andere ausländische Beteiligte sind jedoch im Vergleich zu anderen Ländern mit knapp 34.000 wenig.
Rente für Auswanderer: Die begehrtesten Länder für Deutsche im Ruhestand

Insgesamt wandern 6,5 Prozent aller Rentenzahlungen ins Ausland. Hauptgrund für die Zunahme sind Gastarbeiter, die in den 1960er- und 70er-Jahren nach Deutschland kamen, inzwischen in ihre Heimatländer zurückgekehrt sind, und sich die Rente dorthin überweisen lassen. Damals kamen viele Menschen aus der Türkei, Italien, Spanien, Griechenland, und dem ehemaligen Jugoslawien, und zahlten entsprechend in die Rentenkasse ein.

Nach Italien gehen die meisten Renten an Ausländer

„Das Europarecht und die mit vielen Staaten abgeschlossenen Sozialversicherungsabkommen stellen sicher, dass den Menschen keine Nachteile bei der Rente entstehen, wenn sie im Ausland leben und arbeiten“, sagt Hans-Werner Veen, Vorsitzender des Vorstands der Deutschen Rentenversicherung Bund, anlässlich einer Sitzung der Vertreterversammlung am 24. Juni in Münster.

Die meisten Renten an Ausländer gehen nach Italien.

Der Großteil – 1,23 Millionen Zahlungen – fließt in Länder der Europäischen Union. Ganz vorne liegt dabei Italien, es folgen Spanien und Österreich. Die Zahlen betreffen Ausländer, die lange in Deutschland gearbeitet haben. 14 Prozent der Auslandsrenten gehen an deutsche Auswanderer. Spitzenreiter hier ist Österreich, gefolgt von der Schweiz und Spanien. Beliebtes Ziel deutscher Rentner ist dort Mallorca. (mt)

Rubriklistenbild: © IMAGO / Bihlmayerfotografie

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