„Sind in den letzten Zügen“

Industriestrompreis kommt ab Januar 2026 – Reiche kündigt Entlastung an

Industriestrompreis wird umgesetzt: Katherina Reiche hat den Beginn der staatlich geförderten Strompreishilfe offiziell für den 1. Januar 2026 angekündigt.

München/Berlin – Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) hat den lange angekündigten Strompreisplänen der Bundesregierung den Start des Industriestrompreises zum 1. Januar 2026 angekündigt. Energieintensive Betriebe sollen dann maximal fünf Cent pro Kilowattstunde zahlen. Ein Konzept der Deutschen Energieagentur zeigt: Das Programm könnte 4,5 Milliarden Euro kosten und soll vor allem der kriselnden Stahl- und Chemieindustrie helfen.

Nach monatelangen Verhandlungen steht fest: Der Industriestrompreis kommt. Katherina Reiche kündigte den Start der staatlich subventionierten Strompreishilfe zum 1. Januar 2026 an.

Auf dem gemeinsamen Pressestatement mit Stéphane Séjourné, dem Vizepräsidenten der Europäischen Kommission, im Rahmen der Konferenz „Friends of Industry“ in Berlin erklärte Reiche: „Ich gehe davon aus, dass wir den Industriestrompreis zum 1.1.2026 einführen werden“. Weiter erklärte die CDU-Politikerin am Montagmorgen (3. November) in Berlin: „Wir sind in den letzten Zügen der Verhandlungen mit der Europäischen Kommission.“

Wie das Handelsblatt berichtet, hat die Deutsche Energieagentur (Dena) gemeinsam mit den Denkfabriken Epico Klima-Innovation und Agora Energiewende bereits ein detailliertes Konzept vorgelegt. Demnach sollen energieintensive Betriebe so subventioniert werden, dass sie bei Erfüllung bestimmter Richtlinien auf den Zielpreis von fünf Cent pro Kilowattstunde kommen. Die Wirtschaft würde ab 2027 rückwirkend von der Regelung profitieren.

Reiche kündigt Industriestrompreis ab 1. Januar an: maximal fünf Cent pro Kilowattstunde

Die Ankündigung kommt nur wenige Tage vor dem für Donnerstag (6. November) angekündigten „Stahlgipfel“ mit Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU). Erklärtes Ziel der Veranstaltung ist, „gemeinsam Lösungen zur Steigerung von Wettbewerbsfähigkeit und zu Zukunftsperspektiven der deutschen Stahlindustrie zu diskutieren“. Nach Angaben von Eurostat, dem Statistischen Amt der EU, weist Deutschland unter allen europäischen Ländern seit Juli 2023 den höchsten Strompreis pro Kilowattstunde (kWh) auf.

Reiche bezeichnete den Industriestrompreis als „wichtigen Baustein für die Wettbewerbsfähigkeit der Stahlbranche“. Noch wichtiger sei es jedoch, die sogenannte Strompreiskompensation über 2030 hinaus zu verlängern. Auch dazu gebe es „gute Signale“ der EU-Kommission.

Neue Wirtschaftsministerin Katherina Reiche: Hinter den Kulissen war sie die ganze Zeit dabei

Katherina Reiche (M.) ist schon lange dabei. 1998 kam sie erstmals in den Deutschen Bundestag und wurde 2002 von Edmund Stoiber (r.) als Expertin für Familienpolitik zusammen mit Angela Merkel ins Team geholt.
Im Wahlkampf 2005 unterstützte Reiche die Kandidatur von Angela Merkel, die daraufhin Kanzlerin wurde.
Katherina Reiche heiratete Sven Petke, der ebenfalls CDU-Abgeordneter war und der Vater ihrer drei Kinder ist. Seit Jahren sind die beiden aber getrennt.
Katherina Reiche und Sven Petke
Neue Wirtschaftsministerin Katherina Reiche: Hinter den Kulissen war sie die ganze Zeit dabei

Wirtschaftsministerin Reiche: Niedrigerer Strompreis für die Industrie ab Januar 2026

Nach bisher bekannten Informationen erhalten die Unternehmen bis zu 50 Prozent Rabatt auf den Großhandelsstrompreis, allerdings nur für die Hälfte ihres Jahresverbrauchs. Eine Bedingung der EU-Kommission ist, dass der Strompreis 50 Euro je Megawattstunde nicht unterschreiten darf – das entspricht genau den fünf Cent je Kilowattstunde.

Reiche versprach, dass die Nachweise der Unternehmen „so bürokratiearm wie möglich“ erfolgen sollen. Der Industriestrompreis ist ein Kompromiss zwischen den Forderungen der Industrie und den fiskalischen Möglichkeiten des Staates. Mit maximal fünf Cent pro Kilowattstunde und Kosten von bis zu 4,5 Milliarden Euro ist es ein milliardenschweres Hilfsprogramm.

Zuletzt gab die Bundesregierung bekannt, Zuschüsse in Höhe von 6,5 Milliarden Euro zur Finanzierung der Übertragungsnetzkosten zu planen. Damit könnten Netzbetreiber die Gebühren für Verbraucher und Verbraucherinnen um bis zu einem Viertel senken. Gewerbe- und Industriekunden profitierten laut Bundesnetzagentur jedoch deutlich mehr von den erheblich sinkenden Netzentgelten ab 2026.

Rubriklistenbild: © Daniel Bockwoldt/Andreas Hoenig/dpa (Montage)

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