Bis zu 6000 Euro

E-Auto-Förderung: Deutsche Hersteller klare Favoriten – für Tesla bleibt „Musk schadhaft“

Die E-Auto-Förderung dürfte für einen Aufschwung der Elektromobilität in Deutschland sorgen. Eine neue Studie zeigt, welche Hersteller profitieren. Eine Analyse.

Berlin – Mit 3000 bis 6000 Euro sollen Privatleute beim Kauf eines Elektroautos bezuschusst werden. Darauf hat sich die Bundesregierung Anfang der Woche geeinigt. Die Förderung gilt rückwirkend für Käufe ab dem 1. Januar 2026. Mit einem Budget von drei Milliarden Euro sollen so rund 800.000 E-Autos bis 2029 gefördert werden.

Der Verkauf von Tesla-E-Autos ist 2025 eingebrochen, nachdem sich Elon Musk auch in die deutsche Bundestagswahl einmischte.

In einer neuen Studie haben sich das Institut der Deutschen Wirtschaft (IW) und die REXKLIMA-Gruppe der TU Dresden angeschaut, wie es um das deutsche Kaufverhalten von E-Autos steht. Dabei ließen sich je nach politischer Ausrichtung der Käufer Präferenzen feststellen. Etwas, das Tesla und seinem CEO Elon Musk zuletzt zum Verhängnis wurde. Matthias Diermeier, Ökonom am Institut der Deutschen Wirtschaft und Co-Autor der Studie, sieht wenige Chancen, dass Tesla durch das neue Förderprogramm in Deutschland nochmal aufholen kann.

Nicht nur als Trumps rechte Hand sorgte Tesla-CEO Elon Musk für schlechte Verkaufszahlen

„Grundsätzlich haben wir in der Vergangenheit gesehen, dass es extreme Absatzeinbrüche gab, wenn E-Auto-Prämien abgeschafft wurden. Etwa auch in Deutschland, als aufgrund von Finanzierungsschwierigkeiten im Bundeshaushalt die E-Auto-Prämie von 2023 auf 2024 abgeschafft wurde“, erklärt der Ökonom. 2025 habe sich der Markt wieder beruhigt. Die Anzahl der Neuzulassungen hat sich bei der gleichen Menge wie 2023 eingependelt, sagt Diermeier. Jetzt rechnet er mit einem Aufschwung: „Mit der Förderung wird die Anzahl der Neuzulassungen sicherlich zunehmen.“

Der Tesla-Absatz ist 2025 hingegen eingebrochen. „Das beliebte Model Y ist von Platz 1 auf Platz 12 der E-Autos in Deutschland gefallen.“ Laut dem IW-Experten geht das auf unterschiedliche Faktoren zurück: „Wie auf Musks politische Rolle in den USA, aber auch auf seine Wahlaufrufe zur AfD. Hierzulande, wo vor allem Grüne E-Autos kaufen, war Musk für Tesla kommerziell schadhaft.“

Tesla vor dem Niedergang: Wie Elon Musk den Ruf seines Goldesels zerstörte

„Ich hab das gekauft bevor Elon verrückt geworden ist“: Diese Aufkleber werden mittlerweile an Tesla-Fahrer verkauft, die sich für die einst so schillernden CEO schämen.
Entgegen vieler Behauptungen ist Elon Musk nicht der Gründer von Tesla, sondern kam erst 2008 als CEO dazu. Hier steht er neben seinem Vorgänger, Ze‘ev Drori.
Der Tesla Roadster war das allererste Elektroauto der US-Marke und kam 2008 auf den Markt.
Auch wenn der Roadster kein Durchbruch war, hatte Elon Musk sich damit als Visionär einen Namen gemacht. Und 2011 präsentierte er das nächste Model der Marke Tesla: Das Model S, das 2013 auf den Markt kam.
Tesla vor dem Niedergang: Wie Elon Musk den Ruf seines Goldesels zerstörte

Nach aktuellen Daten können sich rund 42 Prozent der Menschen in Deutschland nicht vorstellen, sich ein E-Auto zu kaufen. Trotzdem glaubt Diermeier, dass die Förderung einige Menschen vom E-Auto überzeugen könnte: „Viele Menschen, die ohnehin ein E-Auto kaufen wollten, freuen sich jetzt natürlich.” Regeln, bei welchem Anbieter die E-Autos gekauft werden müssen, gibt es keine. Ob VW, Mercedes, BYD oder eben Tesla – „da könnten deutsche Steuergelder auch nach China fließen oder bei Elon Musk in der Tasche landen“, sagt Diermeier.

Aufgrund der letzten Verkaufszahlen von E-Autos in Deutschland ist der Ökonom aber optimistisch: „Wir wissen, dass die Top-10-Modelle aus Deutschland kommen. Die deutsche Autoindustrie wird also größtenteils profitieren.“

Etwas, an dem der Experte zweifelt, ist die Wirksamkeit gestaffelter Förderung. Geringverdiener sollen den vollen Fördersatz von 6000 Euro bekommen. „Die Einkommensgrenzen, nach denen man zwischen 3000 und 6000 Euro bekommt, wurden eingeführt, um das Thema Elektromobilität tiefer in den Markt einzubringen“, erklärt Diermeier. Aber man dürfe nicht vergessen, dass in Deutschland rund 50 Millionen Autos auf den Straßen seien und der Gebrauchtwagenmarkt eine große Rolle spiele. „Menschen mit niedrigem Einkommen kaufen eher keine Neuwagen. Und bei gebrauchten E-Autos bestehen ganz viele Fragezeichen: Wie gut ist die Batterie? Wie lange hält der Wagen noch?“

Mit staatlich finanzierten Batteriechecks für gebrauchte E-Autos hätte der Staat hier ansetzen können, findet Diermeier. „Und natürlich wäre das staatliche Geld auch sinnvoller genutzt, wenn es zum Beispiel in Ladesäulen-Infrastruktur fließen würde. Das ist immer noch einer der Hemmnisgründe, wieso sich viele gegen ein E-Auto entscheiden.“ Mit einer besseren Infrastruktur würde man Elektromobilität für diejenigen, die kein eigenes Haus haben, attraktiver machen. (Quellen: Eigene Recherche, IW-Kurzbericht 3/2026, Gespräch Matthias Diermeier)

Rubriklistenbild: ©  IMAGO / ZUMA Press Wire / Jochen Eckel

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