Kolumne vom Meteorologen Dominik Jung

Wetter-Wahnsinn im Februar: Wärmewelle überrollt Europa – erste Sommertage mit bis zu 27 Grad möglich

Während Europa ungewöhnliche Wärme erlebt und Rekorde fallen, verschärft sich im Hintergrund eine gefährliche Entwicklung. Eine Wetter-Kolumne von Dominik Jung.

Europa erlebt derzeit eine außergewöhnliche Wärmephase, wie sie Ende Februar nur selten vorkommt. Besonders in Frankreich wurden am Mittwoch (25. Februar) regional Höchstwerte von bis zu 27 Grad gemessen – bereits der zweite Sommertag in Folge in einigen Regionen. Damit fehlten nur wenige Grad bis zum ersten Hitzetag des Jahres mit mindestens 30 Grad.

Die Temperaturanomalien am Dienstag (3. März). Es ändert sich nicht. Die extrem warme Wetterlage bleibt Europa erhalten.

Ursache ist eine stabile Wetterlage mit südlicher Strömung, die ungewöhnlich warme Luftmassen aus dem Mittelmeerraum weit nach Norden transportiert. Für die Jahreszeit liegen die Temperaturen vielerorts mehr als 10 bis 15 Grad über dem langjährigen Mittel. Gleichzeitig zeigt sich ein klarer Trend: Der Februar wird im Durchschnitt immer wärmer. Schon jetzt liegt der Februar 2026 über den Temperaturen des Februars 2025.

Deutschland vor außergewöhnlichem Wetter-Höhepunkt im Februar

Auch in Deutschland erreicht die ungewöhnliche Wärme nun ihren vorläufigen Höhepunkt. Besonders im Südwesten werden am Freitag (27. Februar) Spitzenwerte um 23 Grad erwartet. Damit fehlen nur noch wenige Grad bis zum ersten Sommertag des Jahres – ein Ereignis, das normalerweise erst deutlich später im Jahr vorkommt. Selbst für Ende Februar sind solche Temperaturen bemerkenswert. In vielen Regionen fühlt sich das Wetter bereits wie früher Frühling an, während typische Winterkälte praktisch nicht mehr auftritt. Der Februar 2026 gehört damit erneut zu den ungewöhnlich milden Spätwintermonaten der letzten Jahre.

Wetterprognose schürt auch Sorge: Trockenheit könnte im Frühling zum Problem werden

Noch besorgniserregender als die Wärme ist jedoch die anhaltende Trockenheit. Nach einem der trockensten Winter seit Beginn der Messungen im Jahr 1881 fehlt in vielen Regionen bereits jetzt Wasser im Boden. Auch in den kommenden 10 bis 14 Tagen ist kaum nennenswerter Niederschlag in Sicht. Sollte diese Entwicklung anhalten, könnte sich die Situation im Frühling deutlich zuspitzen. Schon früh im Jahr drohen dann sinkende Grundwasserstände und ausgetrocknete Böden. Die aktuelle Wetterlage könnte sich damit als Vorbote einer möglichen Frühjahrsdürre erweisen – mit Folgen, die erst in einigen Wochen vollständig sichtbar werden könnten.

Rubriklistenbild: © METEORED/www.daswetter.com

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare