Kolumne vom Meteorologen Dominik Jung

Hitze-Hammer und Gewitter-Chaos: So hoch ist die Unwetter-Gefahr bei der Fußball-WM 2026

Die WM startet am 11. Juni – das Wetter spielt schon jetzt verrückt. In manchen Stadien droht jeden zweiten Spieltag eine Unterbrechung. Eine Wetter-Kolumne vom Dominik Jung.

Komplett abgesagt wird bei einer WM praktisch kein Spiel, doch unterbrochen wird kräftig. Sobald in den USA ein Blitz im Umkreis von rund 13 Kilometern einschlägt, müssen die Stars sofort vom Platz, dann tickt eine 30-Minuten-Uhr – und bei jedem neuen Blitz beginnt sie von vorn. Bei der Club-WM im Vorjahr reichte das für Pausen von zwei bis über vier Stunden.

Das Wetter dreht an den WM-Spielorten vielfach ordentlich auf – besonders Hitze und Gewitter könnten zu einem Problem werden.

Genau deshalb lohnt der Blick auf die heiklen Standorte der Fußball-WM 2026: Spitzenreiter ist Miami, wo im Juni mehr als jeder zweite Tag Gewitter bringt – das Unterbrechungs-Risiko liegt hier klimatologisch bei rund 50 bis 60 Prozent pro Spieltag. Direkt dahinter folgen die mexikanischen Regenzeit-Orte Mexiko-Stadt und Guadalajara mit etwa 40 bis 50 Prozent. Derweil blüht Deutschland eine Wetter-Wende.

Wetter kann WM 2026 maßgeblich beeinflussen – im Süden wird der Rasen zum Glutofen

Richtig gefährlich wird die Hitze im Süden der USA. In Dallas, Houston und im mexikanischen Monterrey klettern die Werte regelmäßig über 33 Grad, gefühlt sind es bei der Schwüle weit mehr. Hier droht weniger der Blitz als der Hitze-Kollaps: Spiele dürfen verzögert oder ausgesetzt werden, wenn die Feuchtkugeltemperatur die 32-Grad-Marke erreicht, dazu kommen Pflicht-Trinkpausen in allen 104 Partien.

Das reine Gewitter-Risiko bleibt im trockeneren Dallas und Monterrey mit 15 bis 20 Prozent niedrig, in Houston und im überdachten Atlanta steigt es durch die Schwüle auf 30 bis 40 Prozent. Im Gewitter-Hotspot Kansas City sind es rund 30 Prozent pro Spieltag. Dennoch verkündete die FIFA eine Änderung, die für viel Kritik sorgte.

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Manuel Neuer (Tor, Bayern München): Er beendete nach der EM 2024 zunächst seine Nationalmannschaftskarriere – nun kehrt er spektakulär zurück und wird Nagelsmanns Nummer 1 bei der WM. Mit 40 Jahren wird es wohl letztes großes Turnier werden. Seine Rückkehr ist die größte Überraschung der gesamten Kaderplanung.
Oliver Baumann (Tor, TSG Hoffenheim): Baumann hatte sich in der WM-Qualifikation als neue Nummer Eins etabliert und war von Nagelsmann lange öffentlich als Stammtorhüter bezeichnet worden. Trotz dieser bitteren Situation bleibt Baumann im Kader und wird als Nummer Zwei eine wichtige Backup-Rolle einnehmen.
Alexander Nübel (Tor, VfB Stuttgart): Nübel fährt als dritter Torhüter zur WM. Der VfB-Keeper hat beim Stuttgarter Vizemeister eine solide Saison gespielt und gilt als langfristige Perspektive im DFB-Tor.
Jonas Urbig (Tor, Bayern München): Urbig hat sich in München als designierter Neuer-Nachfolger in Stellung gebracht – in dieser Saison stand er in 18 Partien im Tor des Rekordmeisters, darunter Champions-League-Einsätze, und überzeugte dabei durchgehend.
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Selbst das Finalstadion ist nicht sicher

Auch das Endspiel im offenen MetLife-Stadion in New Jersey steht im Risiko: Mit acht bis zehn Regentagen pro Monat und blitzschnell aufquellenden Nachmittagsgewittern liegt die Unterbrechungs-Gefahr dort bei etwa 25 bis 30 Prozent – im Juli eher mehr. Boston und Philadelphia reihen sich mit 20 bis 25 Prozent ein.

Und mit dem aufziehenden El Niño rechnen die Experten von den Plains bis zur Ostküste sogar mit überdurchschnittlich vielen Gewittern. Die einzige echte Wohlfühl-Oase bleibt der Westen: In Seattle, Los Angeles und San Francisco sinkt das Risiko auf magere 5 bis 15 Prozent – hier rollt der Ball fast garantiert ohne Wetter-Pause.

Rubriklistenbild: © METEORED/www.daswetter.com

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